6. Kapitel. Irrige Schreibegesctze. 107
Neede oder vielmehr besser Achde, PIerk undA)erg oder besser PIerriZ, fei! und Pfeil,Blicke und Brücke, u. s. f. gehören nicht hier«her. Aber in jenen, die nun eiumahl der Sprach-gebrauch unterschieden hat, allen Unterschied auf-heben wollen, heißt nur immer einrcissen und zer-stören, und niemahls bauen wollen; zumahl, dasich von den meisten der obigen Wörter beweisenlaßt, daß nicht bloß der Unterschied der Bedeutung,sondern höhere Ursachen die verschiedene Schreib-art veranlasset haben. So ist todt eigentlich dasParticipium von einem veralteten Verbs todcn,sterben; seyn, meyneu, feyepu und andereVerba mir eurem s? vor der Viegungssylbe, bewei-sen,' daß sie von einem Wurzclworte gebildet wor-den, welches sich auf ein p endigte.
Hl. Von dem Gesetze der möglichsten Sparsamkeit.
§. 7. Dies; ist erst in den neuesten Zeiten alsein Schreibegesetz aufgestellet worden, und wenncs in dem gehörigen Verstände genommen wird,nach welchem nichts geschrieben werden darf, wasdie gute Aussprache nicht bestimmt hören laßt, sohat es seinen guten Grund; bedarf aber alsdannnicht als ein besonderes Grundgesetz der Schriftempfohlen zu werden, weil cs bereits in dem all.gemeinen Gesetze, schreib wie du sprichst, liegt.Allein das war auch die Meinung derer nicht, wel-che dieses Gesetz aufzustellen suchten; sondern eswar damit auf eine ganz neue Orthographie abge-sehen, nach welcher alle Buchstaben, die diese Her-