Druckschrift 
Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

x. Kapitel. Befolgung des allgemeinen Gebrauches.

mig geschärft, du gibst, ergibt, gib, hing,ging, stng, und es ist bloß ein Ueberbleibfel deralten Oberdeutschen Sprech - und Schreibart, wennnoch so viele gicbst, giebr, gieb, bieng,gieng, stetig, schreiben, als wenn stein derAussprache gedehnt würden. Ein anderes ist,wenn zwcy Analogien wider einander streiten, z.B.Aussprache und nächste Abstammung, da man denndem Gebrauche, wenn er allgemein ist, billig fol-get, und, der geschärften Aussprache ungeachtet,vierte, Dicrrel, vierzig, diest, wahrlichschreibt, um die nächste Abstammung nicht zu ver-dunkeln. 2) Dahin gehöret auch der Fall wennman aus einem dunkel herrschenden Vorurtheiledie Aussprache durch die Schrift nicht bestimmt ge-nug bezeichnet. Jeder Doppellaut ist von Naturlang; allein die prosodische Länge kann entwedergeschärft oder gedehnt seyn, oder mit andern Wor-ten, alles was betont ist, ist in der Prosodielang, es mag übrigens geschärft oder gedehnt seyn.Ein altes Vorurkheil, welches selbst Sprachlehrerlange Zeit beherrschet hat, hat die prosodische Längemit dem gedehnten Accent verwechselt, und, da dieDiphlhongen in der Prosodie allemahl lang sind,daraus geschlossen, daß sie auch schlechterdings ge-dehnt werden müßten. Ein wenig Aufmerksam-keit auf die Aussprache widerlegt dieses Vorur-theil und zeigt, daß auch Doppellaute geschärft wer-den; t risten, schleiften, reift en, sch in rissen,lauten doch wirklich geschärfter als Häuser, wer.stn, die Haufen. Da nun die Schärfung desAnweis. z. Olthograph. G