Kapitel. Befolgung des allgemeinen Gebrauches. «7
nigstens dem größten Theile der Schreibenden faß«lichseyn, und von ihm schon dunkel empfundenwerden können. Die beste Aussprache und die näch-ste Abstammung sind seinen Fähigkeit'» voll-kommen angemessen, und sein dunkeles Gefühl vonAbsicht und Mittel sagt ihm schon, daß ihre Be-folgung nothwcndig ist. Nicht so in Ansehung deremserncern Abstammung oder der Etymolo-gie der Wurzelwörter. Diese erfordert so vieleinheimische und fremde Sprachkenntniß, und soviel anderweitige Gelehrsamkeit, und lohnet zu-gleich die aufgewandte Mühe so kärglich, daß sichnur sehr wenige mit ihr beschäftigen können. Untereiner halben Million Schreibenden gibt es gewißkaum Einen gründlichen Etymologen; folglich istdie entferntere Abstammung für den allergrößtenTheil der Schreibenden ganz unbrauchbar. 2. Wasein Schreibegesctz ist, muß bestimmt seyn, und wonicht alle, doch die meisten und wichtigsten Fälleentscheiden. Die nächste Abstammung thut das inden allermeisten Fällen auf die bestimmteste Art.Die entferntere Abstammung kann das nicht, weilunter zehn Wurzclwörtern kaum von Einem die Ab»stammung so gewiß und unläugbar ist, als hiererfordert wird. Bey den übrigen ist sie schwan-kend und ungewiß, und hängt von Meinungen undMuthmaßungen ab. Dem einen gefällt es Va-ter von dem Nicdersächstschen föhden, dem an-dern von dem Hochdeutschen Futter, dem drittenvon Uarer, oder dem vierten wohl gar von einemgarstigen Französischen, auch im Deutschen nichtunbekannten Wone abzuleiten, und dem zuFoige