6o l. Abschnitt. Allgemeine Grundgesetze.
und es gibt Personen genug, welche ihn glücklichzu vermeiden wissen, daher er als keine herrschen-de Eigenheit, und noch weniger alseine für rich.tig gehaltene Analogie gelten kann.
4. Eines der wichtigsten Stücke für die Aus«spräche ist die gehörige Schärfung und Dehnungder Selbstlaute, worin die Mundarten wieder sosehr abwcichen, als in irgend einem Stücke derSprache. Die Schlesische und NiedcrsächsischeMundarten scharfen immer gern, wo die wahreHochdeutsche dehnt: gürrig, Gemurr, demüc-tig, Hollen, (hohlen,) Bodden. Dagegen dieOberdeutsche wieder viele unnöthige Dehnungenhat: Muettcr, Lhtchrn, (Thurm,) Muhnd,(Mund,) Losch, (Loch,) Ixoopf, (Kopf,)llVohrr, (Wort.) Für dieses Bedürfnis hat diegewöhnliche Deutsche Orthographie ein sehr gutesHülfsmirrcl, indem sie nach geschärften Voealenden folgenden einfachen Consonanten verdoppelt,und die Dehnung m solchen Fällen, welche der Ab-weichung in den Provinzen am meisten ausge«setzet sind, noch besonders bezeichnet. Doch davonim folgenden.
Man mache sich die Fälle bekannt, in wel»chen sich die Hochdeutsche Mundart zur Vermeidungder harten Einsylbigkcitdes mildernden e bedienet,der Asse, Borke, Garce, Drache, Schulze,IlVille u.s. f. Besonders, wenn sich das cinsyl-bige Wort auf einen gelinden Consonanten endiget,welcher am Ende nicht anders als hart lauten kann,um diese gelinde Aussprache zu sichern : enge,