z. Kapitel. Befolgung der besten Aussprache. ZI
von dem fünfzehnten Jahrhunderte an alle übri»ge Deutsche Provinzen an Volksmenge, Kunst-flci'ß» Gelehrsamkeit und Geschmack übertroffenhat, die Lehrmeisterinn aller geworden ist, und un-geachtet der rühmlichen Nacheiferung mancher,vor ihnen allen doch noch wesentliche Vorzüge vor-aus hat. Dadurch hat es sich denn auch alle Ei-genschaften erworben, welche erfordert werden,einer Nation eine Schriftsprache zu geben, wel-che von den Eigenheiten der Provinzen freu ist,und alle relative Vollkommenheiten hat, welcheunter den übrigen Umständen nur möglich ist. Daes um der Wissenschaften, des Geschmackes, Kunst-fleißes und der Handlung willen aus allen Provin-zen am häustgsten besucht ward, so ward d durchauch die in demselben veredelte gesellschaftlicheSprache über ganz Deutschland verbreitet, belon»ders aber über das nördliche, wo sie nach und nachdie höhere Gcsellschaftssprache aller Stände ward.Ich habe daS an den oben angeführten Orten weit-läufiger ausgeführet, daher ich cs hier nur kurzberühre, und nur noch hinzusetze, daß in dem süd-lichen Sachsen in Ansehung der Sprache norhwen«dig dasjenige erfolgen mußte, was wirklich erfol-get ist. Der Grundstamm der Nation bestand ausWenden, Franken und Niedersachfen, deren Aus-sprachen schon frühe in einander flössen, und sich ge-genseitig milderten. Handlung, Kunstfleiß undGelehrsamkeit ziehet seit drey Jahrhunderten jähr-lich eine beträchtliche Anzahl Fremder dahin, welchesich daselbst niederlassen, und jeder bringt seineD 2