Einleitung.
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ruhen, sondern müßte ein verworreues Chaosseyn, in welchem sich weder Plan noch Absichtwürde entdecken lassen. Allein aus dem folgendenwird erhellen, daß sie das nicht ist, sondern einschönes, sehr wohl verbundenes Ganzes ausmacht,welches auf dem zwar dunkeln, aber doch sehr rich-tigen Bewußtseyn der Absicht und Mittel gegründetist. Ich habe es schon in dem vorigen gesagt, undes sowohl in meinem Lehrgebäude der Deut-schen Sprache, als auch in dem Buche überden Deutschen Styl weitlauftiger bewiesen, daßin den Sprachen niemahls etwas, das nur irgendauf das Ganze einigen Einfluß hat, willkürlichist und seyn kann, sondern anfänglich aus demallgemeinen dunkelcn Gefühle des indi' duellen Be-dürfnisses angenommen und befolget worden. Die-ses Gefühl kann in der Folge durch steigende undveränderte Cultur geschwächet werden, und wohlganz verloren gehen; allein es bleibt doch immerdas dunkele Bewußtseyn übrig, daß in einerSpra«che nichts ist, was nicht seinen guten und hinläng-lichen Grund hat. Daher sträubet sich jedes Volkvon Natur so sehr gegen bloß willkürliche Verän-derungen in seiner Sprache, und es gibt keinenVeränderungen nach, wenn sie nicht wieder un-mittelbar aus dem allgemeinen dunkclen Gefühledes individuellen Bedürfnisses herfließcn, welcherFall denn bey einer schnell steigenden Cultur sehroft eintritt. Eben das gilt denn auch von denGrundgesetzen der Orthographie, welche auf ebendieselbe Art entstanden sind, und ehe es noch ge-druckte Anweisungen ggb, auf eben dieselbe Art