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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
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Unsicherheit der künftigen Majorität. 331

hier wiederum versammelt sein wird. Weiß denn derHerr Vorredner, wie der beschaffen sein wird? Ist denndie Majorität, über die der Herr Vorredner jetzt dis-poniert, so gleichartig, so sicher, so unanfechtbar, daß erauch nur auf ein gleiches Verhältnis wie jetzt rechnenkann? Diese Majorität, das Konsortium, welches dieoppositionellen Parteien gegen die Negierungen im Reichs-tage bilden, setzt sich doch aus den heterogensten Elementenzusammen und kann sehr leicht durch den Abfall voneinem dieser Elemente vollständig erschüttert und verkehrtwerden. Wenn z. B. auch nur die 25 Sozialdemokratenunter der Führung des Redners, den wir heute hörten,zu einer anderen Seite übergingen oder sich lossagtenvon dieser jetzigen Majorität, wenn die z. B. gouverne-mental würden, so würde das einen Unterschied von50 Stimmen machen, da auf der einen Seite 25 ab-znziehen, auf der anderen 25 zuzurechnen wären. Wennauch nur die Polen und Protestler, Leute aus dem Elsaß,dasselbe Manöver machen, so leidet die Majorität auchschon Schaden. Ich will von den Welfen gar nicht reden,die ja aber finden könnten, daß es des Kulturkampfesgenug wäre, und daß sie sich mal mit ihren eigenenAngelegenheiten ohne die Leitung des Herrn AbgeordnetenWindthorst beschäftigen wollten. Noch größer wäre dieBresche in diese Majorität, wenn beispielsweise die fort-schrittliche Satrapie dem zentralen Sultanat den Gehor-sam auskündigte. Die Majorität besteht ja nur ansdieser ganz eigentümlichen Verschmelzung der heterogenstenund untereinander widerspruchsvollsten Elemente, diezufällig in der Negation und in der Abneigung gegendie Persönlichkeiten der jetzigen Regierung einig sind;uns Imins 60INMUN6 VOU8 nnit; sobald dies aushört,