72 Die Reichstagssession von 1875 — 76 .
entgegen, die allerdings eine sehr schwere ist, nämlich der,daß wir bis zu einem gewissen Maße verarmen werden,bevor Besserung eintritt. Wenn diese Zustände sortwirken,dann wird das ihr Heilmittel sein, die Zuchtrute, dieGott über diese Exzesse verhängen wird. Aber solltenwir nicht das Unsrige thun, um dem vorzubeugen, daßdiese Strafe der Verarmung, des Rückgangs der deutschenProduktion im Vergleich zur andern, eintritt? Der fran-zösische Arbeiter schafft heut in jeder einzelnen Stundemehr, als der deutsche Arbeiter; das können Sie täglichbei unfern Bauarbeiten, bei denen Franzosen verwendetwerden, sehen.
Also, meine Herren, wenn Sie dem in der Weise,wie wir es vorschlugen, nicht abhelfen wollen, so er-warten wir, daß vielleicht in der nächsten Session andre,neue Vorschläge Ihre Zustimmung finden werden, —oder es sei denn, Sie wollen es abwarten, wie es wird,wenn der Schade erst weiter frißt, und dann erst zurAbhilfe übergehen. Einstweilen glaube ich, daß es schonhelfen würde, wenn wir den Nebeln mit den Mitteln,die von dem Strafrichter ganz unabhängig sind, fest ent-gegentreten.
Mit Tadel und Belehrung von der Schule ab undvon der Verbesserung der Schuleinrichtungen versprecheich mir eine Reaktion gegen diese Jrrtümer und beson-ders eine Verbesserung der Provinzialpresse, die auf dieMassen der Bevölkerung verderblich wirkt, namentlichauch der polnischen Presse, die sich ebenfalls jeder Wider-legung entzieht, weil eben alle polnischen Blätter in einemund demselben Sinne schreiben, und die Polen in derProvinz jetzt keine andern lesen können. Ich hoffe, daßvon der Schule Hilfe kommen wird; aber ich möchte Sie