832 Ostiaken —
Tiber, Hafenstadt von Nom. war von Ancus Mar-tins gcgrnndeln. später colonisirtfOolvniaOstionsis)u. zählte bis 80,000 Ew.; Marius zerstörte dis Stadt87 v. Chr., sie wurde aber wiederhsrgestellt; KaiserClaudius legte jenseits des Tiber einen neuen Hafen(Lortns L. romanns), an der er aber nicht
genügte, weshalb Trajan hier ebenfalls einen gro-ßen Hafen (?. Irajaui.) mit Stadt anlegte, welchebald den Handel an sich zog. Jetzt sind alle dieseAnlagen versandet u. verschlammt. Doch findet manÜberreste eines Theaters, eines Tempels mit wohl'erhaltener Cella,Heiligthnm der NaFna mat.sr, meh-rere Thermen, Gräberstraße, Villa des jüngerenPli-nius. Das jetzige O. wurde 830 vom Papst GregorIV. (weshalb es auch Gregoropolis genannt wurde)gegründet, unter Leo IV. von den Saracenen ver-heert (welchen Einfall Rafael in den Stanzen darge-stellt hat), von Martin V. wiederhergestellt und be-festigt u. unter Julius II. vollendet, doch fiel dasCastell 1612 unter Paul V. in Trümmer. Jetzt etwa100 Ew. Dabei der See u. der Wald von O. undeine Saline. Hier wird seit Jahrhunderten ein Zu-rücktreten des Meeres bezw. eine Hebung der See-küste wahrgenommen. Der Hafen von O. soll wie-derhergestellt werden. Schroot.
Ostmken (Ostjäken), ein zur Ugrischen Gruppeder Finnischen Familie (u. somit zu dem Ural-Altai-schen Stamme) gehöriges Volk im Russischen Asien,welches sich am Ob u. Jenisei von etwa 25° bis znmPolarkreise hinanfzieht und nordöstl. in dem Winkeldes Jenisei und des Ober-Tunguska wohnt, etwa30,000 Seelen, in welcher Zahl auch die ostjakischenSamojeden (s. d.) u. die turanischen O. im S. ein-gerechnet sind. Die Kleidung der O. ist derber Sa-mojeden sehr ähnlich, bestand früher, als Fischfangihre Hauptbeschäftigung war, aus Fischhäuten undVogelbälgen. Wie die Samojeden zerfallen auch dieO. in mehrere von einander unabhängige Stämme,jeder aus mehreren Familien. Weil sie sich für ver-wandt halten, heirathen sie nicht unter einander ansFurcht vor Blutschande (wie auch die Samojeden mitden O. nicht heirathen). An der Spitze eines Stam-mes steht ein Ältester, welcher gewisse Autorität ge-
- Ostindien.
nießt n. in Streitfragen entscheidet. Ihre Religion istSchamanismus, die Götzenbilder werden von jedemStamme in einer eigenen Jurte mit Opfern rc. ver-ehrt;derSchamanenpriesterist anchArzt. Polygamieist gestattet, kommt aber ans Vermögensgründen sel-ten vor. Das Weib hat eine niedere Stellung. DieO. verarmen u.sterben vordenznwanderndenRnssenallmählich aus. Die Sprache der O. vereinigte Castrenmit der Wogulen u. fälschlich der Magyaren zur Ug-rischen Gruppe. Das Nomen hat keine Genera, abereinen Singular, Dual und Plural und sechs Casus:Nominativ, Dativ, Locativ, Ablativ, Caritiv u. Jn-structiv. Die Adjectiva haben keine Formen fürSteigernngsgrade. Die Verba scheiden sich in Tran-sitiv« und Intransitivs, sie haben ein Präteritum,Futurum, Conjnnctiv, Imperativ, Infinitiv, Ge-rundium u. Participia u. werden durch die Endungenconjugirt. Es gibt einen großen Reichthum an ab-geleiteten Verben; statt der Präpositionen sind Post-positionen. Vgl. Joh. B. Müller, Leben und Ge-wohnheit der O., Bert. 1720. Die Karte, Taf. I.,Peterm. Geogr. Mitth., 1877; Russ. Revue IX.,Petersb. 1876 und Schiefners Herausgabe der Ca-strenschen Grammatik und Wörterbuch der Spracheder O., Petersb. 1861. Soyaux.
Ostiaim, bei den alten Römern Thürhüter; (lla-nitorss), in der alten Christlichen Kirche die unter-sten Geistlichen, welche die Ämter der Thürhüter,Sacristane, Glöckner verwalteten; jetzt Kirchner.
Ostiglia, Bezirkshauptort in der ital. ProvinzMantua, am Canale Fossa u. am Po; Fabrikationvon Korb- und Flechtwaaren, Gerberei, Seiden-spinnerei, Prodnctenhandel; 6829 Ew. Es ist dasalte Hostilia, Geburtsort des Cornelius Nepos.
Ostinäto (italienisch, hartnäckig), bei Tonstücken,welche contrapnnctistisch bearbeitet sind, das stetigeFortführen einer angenommenen Figur in einer od.allen Stimmen. Meist kommt diese Art der Fort-setzung inderGrnndstimme vor; daher Lasso ostiuato.
Ostindien, 1) das asiatische Indien überhaupt,d. h. die beiden Halbinseln Vorder- u. Hinterindien,dann die indische Inselwelt; des. aber 3) so. v. Vor-derindien, s. u. Indien, S. 674.
Berzeichnitz -er Illustrationen zum dreizehnten Band.
Karten:
Nutzbare Mineralien.
Mittelländisches Meer.
New Hork.. .
Niederlande u. Belgien , . . .Oesterreich, Confessionskarte. . .Oesterreich, Böller u. Sprachenkarte
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Asseln:
Mollusken.
Muskellehre .... ....
Maschinenlehre VIII.
Ofen.
Optik I. u. IV.
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