724
Opportunität — Optik.
Opponiren (v. Lat.), entgegenstellen, entgegen-setzen, widersprochen, sich widersetzen; daher Oppo-nent, Einer, der sich widersetzt, in Widerspruch tritt,etwas bestreitet, besonders bei einer Disputation.
Opportunität (vom Lat.), gute Gelegenheitgeeigneter Zeitpunkt, Schicklichkeit.
Opposition (v.Lat.), 1) diejenige Stellung einesPlaneten, bei der die Erde zwischen ihm und derSonne sich befindet, so daß er Mitternacht durch denMeridian geht. Nur obere Planeten und der Mond(als Vollmond) können in O. stehen. Zwei Planetcn stehen unter sich in Bezug ans die Erde in O.,wenn diese zwischen beiden sich befindet. 2) Der Ge-genschein zweier Planeten (s. unter Aspekten 4). 3)der Widerstand, welcher bei Besprechung der öffent-lichen Angelegenheiten in der Presse u. in den par-lamentarischen Verhandlungen den Ansichten der Re-gierung u. den von ihren Organen aufgestellten Ten-denzen,Meinungsäußerungen, Anträgen». Gesetzes-vorschlägenentgegengestelltwird.Beider Verschieden-heit der Ansichten, welche über den Werth der öffent-lichen Einrichtungen, die zweckmäßigste Form undGestaltung derselben herrschen, ist es eine Nothwen-digkeit, daß eine gewisse O. überall hervortritt, wodie Besprechung der öffentlichen Angelegenheiten ge-stattet ist. Die O. ist von den größten Staatsmän-nern als ein nicht unerwünschtes Mittel gegen eineverderbliche Stagnation des politischen Lebens ange-sehen worden und Fox sprach es geradezu im engl.Parlamente ans, daß er sich eine O. kaufen würde,wenn sie nicht bestände. Um indessen in solcher Weisewohlthätig zu wirken, muß die O. fern von allerParteisucht, unter ständiger Beobachtung der durchdie Verfassung gesteckten Grenzen, in echt patrioti-scher Weise ebenso das Wohl des Ganzen im Augehaben, als sie ohne besondere Beweise des Gegen-theils die wohlmeinende Absicht der Negierung nichtverkennen darf. Verwerflich erscheint daher die sy-stematische O., jene Art des Widerstandes, welche,um die Regierung nach dem einmal eingeschlagenenGang der Dinge unmöglich zu machen, sich gegen alleund jede von derselben ausgehenden Maßregelnwendet, selbst, wenn dieselben an sich zweckmäßigsind, ein Verfahren, welches nur dazu führen kann,die ganze Staatsordnung zu untergraben und all-mählich über den Haufen zu stürzen. In einem ab-soluten Staate kann die Opposition sich immer nurals etwas Geduldetes darstellen, und muß daher,um wirken zu können, innerhalb des Kreises poli-tischer Anschauungen bleiben, in welchem die Re-gierung sich abschließt, woraus sich die Gefahr er-gibt, daß einestheils die Negierung meist über dieeigentlichen Wünsche der Unterthanen im Unklarenbleibt, die von ihr befolgten, nicht angefochtenenMaximen für unfehlbar hält und dadurch leicht ausfalsche Bahnen gelenkt wird, deren Verderblichkeitsich dann erst bei einer einbrechenden Katastrophekund thut; anderntheils zieht sich die O. ins Dunklezurück, nimmt einen verbitterten und verbissenenEharakter an u. verliert sich so in wahrhaft revolu-tionäre Ideen. Im constitutionellen Staate werdenLiese Gefahren dadurch gemildert, daß die Negier-ung weit mehr Mittel in der Hand hat, der unge-rechtfertigten O. wirksam zu begegnen, während einewirklich gerechtfertigte O.in legaler Weise zur Gelt-ung gelangen kann.
OpposUus (Bot.), gegenständig, von Theilen, dieeinem anderen gleichartigen gegenüberstehen.
Oppngnation (v. Lat.), 1) Bestürmung, Be-lagerung; 2) Angriff, bes. vor Gericht, daher O-s-Schrift, früher die Proceß-Schrift, in welcher dieMangelhaftigkeit des geführten Beweises darzuthunversucht wurde.
Ops, römische Göttin des Getreidesegens, auchOonsivia genannt wegen ihrer Beziehung zur SaatGemahlin des Saturnus, mit welchem zugleich ihrdie Saturnalien, bes. aber 25. Aug. die Opooonsivaals Erntefest gefeiert wurden. Bei ihrer Anrufungwurde der Erdboden berührt. Später wird O. mitRhea, Maja und Fauna identificirt.
Opsis (gr.), das Sehen, das Gesicht.
Optativns (vom Lat.), der einen Wunsch aus-drückende Modus in der griech. Sprache.
Optsto, nach Wunsch.
Optik (hierzu 2 Tafeln Optikl. u.IV.)(v.Gr.),die physikal. Lehre vom Licht. Der eine Theil der-selben ist größtentheils experimentell n. erfordert nurKenntniß der niederen Mathematik. Derselbe behan-delt diegeradlinigeAusbreitung desLichts, einschließ-lich der Photometrie, dann in der Dioptrik die GesetzederRefraction od.Brechung u.inderKatoptrik diederReflexion oder Zurückweisung des Lichts. Ferner alsAnwendung dieser Gesetze die Constrnction der opti-schen Instrumente (dioptrische u. katoptrische) u. dieErklärung des Auges. Hieran schließen sich die Theorieder Dispersion od. Farbenzerstreuung des Lichts, dieSpectraluntersuchungen, die chemischen Wirkungendes Lichts u. Ähnliches. Eine mathematische Behand-lung dagegen erfordert der zweite Theil der O., derdie Natur des Lichts u. die Erklärung der Erschein-ungen auf die Undulationstheorie zum Gegenstandhat. Hierher gehören die Diffraktion od. Beugungund die Interferenz, die Polarisation u. die Doppel-brechung des Lichts. Geschichte. Die O. beginntim Alterthum mit der Erkenntniß der geradlinigenAusbreitung des Lichts u. der von Euklid (Optik u.Katoptrik) ».Heliodor (Optik) entwickelten Gesetze derPerspective. Doch kannte man auch die Ablenkungdes Lichts durch Brechung u. Reflexion. Genauerwurde dieselbe indeß erst zu Anfang des 17. Jahrh.durch Kepler (1600), Snellins (1620, Brechungs-gesetz), Cartesius (1637) u. A. untersucht u. die Ge-setze derselben für die Constrnction optischer Instru-mente verwandt (Galilei, Kepler, Porta, Jansonu. A.). Mit dem Ende des 17. Jahrh. beginnen diephysikalischen Untersuchungen über die Natur desLichts. Nachdem Grimaldi (1665) die Difsractionund Interferenz, Hooke (1664) die farbigen Ringe,Newton (1668) Las Sonnenspectrum u. die Disper-sion, Bartholin (1669) die Doppelbrechung zuerstbeobachtet hatten, wurden zur Erklärung dieser Er-scheinungen gleichzeitig zwei Theorien ausgebildet:von Newton die Emmissionstheorie und von Huy-ghens (1690) die Undulationstheorie. Beide erklär-ten in befriedigender Weise die bis dahin bekanntenErscheinungen. Die endgiltige Entscheidung zu Gun-sten der Undulationstheorie brachte erst im Anfangdes 19.Jahrh. die genauere Untersuchung derBeug-ung und Interferenz durch Th. Joung (1801) undderen spätere Vollendung durch Fresnel (1822).Nachdem noch Malus (1808) die Polarisation ent-deckt hatte, wurde die Undulationstheorie in den sol«
«