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' Ochta —
Ochta, 1) (Groß- u. Klein-O.) Vororte von Pe-tersburg, am rechten Ufer ber Newa, mit großarti-gen Fabrikanlagen (namentlich kaiserl. Pulvermühle,tzeschützbohranstalten rc.). Sie entstanden zugleichmit Petersburg aus der Ansiedelung der zahlreichenSchiffszimmerleute. 2) Nebenfluß der Newa vonrechts, ergießt sich bei Vor. in diese.
Ochte (Ochtum), linker, 75 4m langer Nebenflußder Weser in der hannov. Grafschaft Hoya; nimmti die Delme auf u. mundet unterhalb Bremen.
! Ooimum D., Pflanzengatt, aus der Fam. der Im-biatas-Ocimoicksas (XIV. 1); Staubblätter der; unteren Blumenkronenlippe aufliegend, Staubbeutelnierenförmig, einfächerig, die Oberlippe 4spaltig,die untere ungetheilt, die obere Kelchlippc ganz, dieuntere4zähnig. Arten: O.LasilionmL.(Basilien-kraut), mehrfach variirend, mit glatten, ganzrandi-gen, großen kahn- oder blasenförmigen, auch krau-sen, gezahnten, braungefärbten Blättern; in Ostin-dien heimisch. Die Blätter (Horba Lasiiici s. Ocimieitrati) riechen nelkenartig, enthalten feines ätheri-schesÖl u. wirken flüchtig erregend; früher als Arz-neimittel, jetzt noch als Küchengewllrz angewendet.
0. Minimum L., niedrig, ästig, mit kleinen eirun-denBlättern, riecht lieblich aromatisch. 0. Kratissi-mam D., sehr wohlriechend, in Ostindien, Ceylon u.Java; Blätter u. Blüthen werden bei leichten Katar-rhen u. Nervenfieber als Theeaufguß angewendet.
! Ockcl, Eduard, namhafter deutscher Thier- n.
! Landschaftsmaler, geb. 1834 zu Schwante bciKrem-men;studirtezuerstLandwirthschaft,warddannSchü-^ ler von John u. Stefseck, ging 1858 nach Paris zuCouture, studirte viel in den Wäldern der Rorman-l die u. bei Fontainebleau u. lebt seit 1859 in Berlin.
! In seinen Bildern bekundet O. hohen dichterischenErnst, feinen Natursinn u. eine blühende Technik.Hauptwerke: Die pflügenden Ochsen (1866); Küheaus den Wiesen von Touques; Herbstabend in derMark; Heimkehr (1868). R-gnet.
Ockenheim (cigentlichOkeghem)Johannes, geb.etwa 1420 zu Termonde in Flandern, war 1443Mitglied der Domkapelle zu Antwerpen, 1461 Ka-pellsänger bei König Karl VII. und Ludwig XI.von Frankreich, dann Tresorier an der erzbischöfli-chen Kathedrale St. Martin in Tours u. st. zu Endedes 15. Jahrh.; nach einer anderen Nachricht soll er
1. I. 1512 noch gelebt haben. Er ist einer der größ-
ten Contrapunctisten des 15. Jahrh. und trat alsBegründer und Haupt der zweiten niederländischenSchule auf. Man hat von ihm eine Messe für 4Stimmen, Chansons, sog. Fugen und ein Oso Ara-tias für 36 Stimmen. Siebenro-k.
Ocker (Oker), 1) rechter Nebenfluß der Aller,entspringt am Brnchberg auf dem Harz, fließt durchBraunschweig ».Hannover, nimmt die Radau, Ecker,Schunte, Ilse, Gose u. Warme auf, dient zum Holz-flößen, ist sehr fischreich u. mündet nach einem 105j im langen Laufe bei Celle. Das Ockcrthal ist dasschönste Thal des Harzes. 2) Ein ehemals darnachbenanntes Departement im Königreich Westfalen,umfaßte 4735 Hsstm (86 HjM) mit etwa 270,000Ew.; Hauptstadt war Braunschweig. 3) Hüttenortim brauuschw. Kr. Wolfcnbttttel, au Ler Ocker, Sta-! twn der Brauuschw. Eisenbahnen; Gold- u. Silber-Hütten (Maria-Saigerhütte), Messingwcrk, Kupfer-hammer, Schwefelsäurefabrik; etwa 1200 Ew.
O'Comiell.
Ocker, so v. w. Ocher.
Öcolampadius (eigentlich Hußgeuod. Heußgen,was mit Husschin, Hausscheiu verwechselt und vonseinen Freunden gräcisirt wurde), Johannes, Re-formator Basels, geb. 1482 in Wcinsberg; besuchtedie Schule in Heilbronn, studirte die Rechte in Bo-logna, dann seit 1499 in Heidelberg Humaniora u.Theologie; wurde Jnstructor des Prinzen ain kur-pfälzischen Hofe, dann Pfarrer in Wcinsberg; seit1512 studirte er in Tübingen u. Stuttgart und seit1514 in Heidelberg noch Griechisch und Hebräisch,worauf er nachWeinsbergzurllcktehrte; 1515wurdeer Prediger am Münster in Basel, wo er mit Eras-mus vertrant lebte, kehrte aber bald nach Weins-berg zurück; nach kurzem Aufenthalt in Basel folgteer 1518 einem Rufe als Prediger nach Augsburg,wo er für Luthers Sache gewonnen wurde; dennochtrat er 1520 in das Brigittenkloster Altenmünsterbei Augsburg, namentlich umZeit zum Studiren zugewinnen. Indem er hier seine Ansichten für dieReformation immer deutlicher in Schriften äußerte,wurde er nach vielen Anfechtungen genöthigt, dasKloster zu verlassen, flohfim Febr. 1522, wurde Ka-plan auf der Ebernburg bei Kreuznach u. ging dannnach Basel, wo er Prediger u. 1523 auch Lehrer derTheologie wurde und unter dem Schutze der Obrig-keit offen für die Reformation wirken konnte. Indem Abendmahlsstreite, in dem er sich zu ZwinglisMeinung bekannte, behauptete er Ruhe u. Würde;disputirte in Baden u. in Basel mit Eck und führte
1528 in Basel und Ulm die Reformation völlig ein.
1529 nahm er an dem Religionsgespräch zu Mar-
burg theil. Nach Zwinglis Tod sollte erdessenNach-folger inZürich werden, starb aber selbst bald darauf23. Nov. 1531. In Basel u. Wcinsberg sind ihmDenkmäler errichtet. Er schr. n. a.: Predigten (diesieben Worte am Kreuze), Freib. 1512; Ds risnpascbaii, Basel 1518; Ds Zsouina intsrprotationsvsrborum Domini: boc sst Corpus msum, ebd.1525 (deutsch von L. Hätze, ebd. 1526); auch Über-setzungen ».Sammlungen von Werken von Kirchen-vätern». a.m. Eine Gesammtausgabe seiner Schrif-ten gibt es nicht. Lebensbeschreibungen von Sal.Heß, Zürich 1793; von Tischer, Leipz. 1804; vonHerzog, Basel 1843, 2 Bde.; Hagenbach, O.'Lebenund ausgewählte Schriften, 1859 (Väter der refor-mirten Kirche, Bd. 2). Löffler.*
O'Connell, Daniel, hervorragender irischerL-taatsmann, Redner u. Patriot, geb. 6.Aug. 1775zuCarhen nahe beiCahirciveen in der irischenGraf-schaft Kerry, stammte aus einem alten irischen Ge-schlecht, das seine Abkunft vonden Clans von Jvraghableitet, welche einer jüngeren Linie des königlichenHauses Hermon entsprossen sind. O'C. war Ler SohnMorgan O'C-s, Pächters auf den Gütern der Uni-versität Dublin; seine Schulbildung erhielt er indemJesuitencollegium zu St. Omer, dann auf demcngl.-katholischen Collegium zuDouai, studirte dar-auf in Löwen und später in der Rechtsschule desMiddle Temple zu London, wurde 1798 Advocat amköniglichen Gerichtshöfe zu Dublin, erwarb sich alssolcher einen großen Ruf, protestirte, als 1800 dielegislative Union Irlands mit Großbritannien vor-bereitetwurde, mit seinen Collegen energisch dagegen,trat 1809 bei der Gründung der Katholischen Ässo-j ciation als Volksredner auf und erweckte vnrch feine