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Occhiobello
Frieden ausgeschlossen, fliehen n. ging nach Straß-burg. Von da berief ihn Eduard VI. als Predigerder italienischen Gemeinde nach London. Im Herbst155 S durch das Ntegiment der blutigen Maria ver-trieben, kam O. wieder nach Genf, aber da er dieVerbrennung Servets mißbilligte, betrachtete ihnCalvin mit Mißtrauen. Er verheirathete sich in die-ser Zeit mit einer Frau aus armem und geringemStande. 1555 wurde er Prediger der italienischen^ Gemeinde in Zürich. Hier lernte er Lelio Sozinikennen, nach dessen Tode erst sein Einfluß auf O.hervortrat. Dies geschah in O-s 30 Dialogen (Bas.15K3), von welchen bes. der über Polygamie Anstoßerregte. Ein Sechsundsiebenzigjähriger, wurde ervon der Züricher Behörde abgesetzt u. mit 4 kleinenKindern im Winter ausgewiesen. Er ging nach Nürn-berg, dann nach Krakau; auch dort 1564 vertrieben,ging er nach Mähren, wo er 1564 zu Schlakau ander Pest starb. Er schr. zahlreiche Schriften homile-tischen , kritischen, exegetischen, polemischen rc. In-halts. Vgl. Hase, B. O. in den Jahrbüchern fürprotestantische Theologie 1875; Benrath, B.O. vonSiena, Lpz. 1875. WM-r.
Occhiobello, Districtshauptort in der ital.Prov.Rovigo, am. Po; 4183 Ew. Hier 12. April 1815Gefecht der Österreicher gegen die Neapolitaner.
Occident (v. Lat.), der Westen, vgl. Abend; bes.die Länder SEuropas, welche znm WeströmischenKaiserreiche,Occidentalisches Kaiserreich, ge-hörten; im weiteren Sinne alle Länder westlich vonder europäischen Türkei, also das ganze christlicheEuropa; dagegen wird die Türkei u.Asien, Aegyptenu. im weiteren Sinne auch NAfrika zum Orient ge-- rechnet. Daher Occidentalisch, was sich aufdenÜ. bezieht.
vockput (lat.), Hinterhaupt; daher Occipital,was aus das Hinterhaupt Bezug hat.
Lccisron (v.Lat.), die Tödtnng, der Todtschlag.
Occitanicn, der mittelalterliche Name vonLanguedoc.
Oceitanische Sprache (ImnZns ä'Oe), s. Pro-ven^alische Sprache.
Occupatio» (lat.), civilrechtlich Besitznehmung,Ergreifung einer eigenthumssähigen, herrenlosenSache, in der Absicht, sich dieselbe anzneignen. Alssolche herrenlose Sachen gelten wilde Thiere, Fische,Vögel in ihrer natürlichen Freiheit, bis im Mittel-alter aus Grnnd der Anschauung, daß die Ausübungder Jagd u. Fischerei ein Ausfluß der Grundherr-lichkeit u.somit demObcrcigeuthümer(Landesherrn,Staat) vorzubehalten sei, Jagd n. Fischerei auf ge-setzlichem Wege beschränkt wurden, Jagdrecht n. Jagd-dregal sich entwickelten. Ferner waren voin Eigen-lhümer selbst anfgegebeneSachen, eingemauerte, ver-grabene oder sonst verborgene Sachen, deren Eigen-thlimer wegen Länge der Zeit sich nicht ermittelnläßt, herrenlos; nur muß hier, wenn ans fremdemGrunde gesunden, dieHälste wenigstens dem Grnnd-eigenthümer gegeben werden; endlich auch vomMeere ausgeworfeneProdncte galten als herrenlos,bis auch diesbezüglich sich das Obereigenthumsrechtgeltend machte n. beschränkend dazwischen trat. Ausder Anschauung, daß der Feind rechtlos sei, galt auchdessen Eigenthnm, dessen Sache dem Römer als her-renlos, und gilt dieser Grundsatz noch heute bei denbarbarischen Völkern. Bei Len civilisirten Nationen
— Ochoa.
ist durch das Völkerrecht der Grundsatz aufgestellt,daß im Landkrieg fremdes Privateigenthnm unan-tastbar, nur feindliches Staatscigenthum occupirtwerden darf; ein Grundsatz, der sich auch in manchenBeziehungen auf den Seekrieg ausgedehnt hat. ImKriege tritt eine O. durch Militär, d. h. militärischeBesetzung u. Beschlagnahme eines Landes ein, ohneoder mit Kriegserklärung, wenn dessen Regierungentweder feindlicheAbsichten hegt/ od. sich zweideutigverhält, die Allianz- oder Nentralitätsanträge einerder kriegführenden Parteien ablehnt, um der eige-nen Sicherheit der Letzteren willen, so lange, bisentweder die nöthige Garantie geboten oder die be-treffenden Anträge angenommen, vd. der Krieg be-endet ist. Sodann kann eine militärische Beschlag-nahme auch eintreten oder sortdauern, um gewisseRechtsansprüche, z. B. bei Erbfällen, geltend zumachen, oder um sich die Sicherheit zu schaffen, daßdie vom besiegten Staate im Friedensvertrage über-nommenen Verpflichtungen auch wirklich erfüllt wer-den. Durch die militärische O. werden die Regier-ungs- u. Souveränetätsrechte des occnpirten Staa-tes nur einstweilen suspendirt, nicht völlig aufge-hoben. Lagai.
Ocean (v. gr. Okeanos), das Weltmeer, im Ge-gensatz zu dem Binnenmeer; im Alterthum das Meerüber den Säulen des Herkules; jetzt die einzelnenTheile des Weltmeeres, z. B. der Atlantische O. rc.,bes. aber die Südsee od. der Große O.; daher Oce-an ien von einzelnen neueren Geographen ange-nommener Name für den fünften Ertheil, welcheraußer ganz Australien noch die indische Jnselflur um-faßt; namentlich die Schwierigkeit, eine feste Grenzezwischen den australischen n. hinterindischen Inseln zubestimmen, gab zu jener Auffassung Veranlassung.
Oceanographic, s. u. Hydrographie.
Okellus Luclmus, s. Okellos.
Ocelot,s. Panther.
Ochansk, Kreisstadt im russ. Gouv. Perm, aufhohemUfer an derKama; hat mehrere besuchte Jahr-märkte u. 1200 Ew. Der Kreis O. ist wichtig we-gen seiner ausgedehnten vortrefflichen Bienenzucht.
Ocher (Ocker), 1) veralteterName für absärbendeMetalloxyde; bes. 2) natürliches od. künstlich berei-tetes Eisenoxyd, u. durch dieses oder durch Eiscn-oxydhydrat gelb, roth od. bräunlich gefärbte Erde(bes. Thonerde oder Kalk). Es dient als Maler- u.Anstrichfarbe, zum Färben des Leders, zum Putzenu. Poliren von Glas, Stahl, Messing rc. Jung«.
Ochill Hills, Gebirgskette in der schott. Graf-schaft Perlh, erreicht im Ben Clengh eine Höhe von717 m u. ist reich an Silber, Kupfer u. Eisen.
Ochlokratie (v. Gr.), Pöbel- oder Massenhcrr-schaft, eine Ausartung der Demokratie. Eine solcheHerrschaft bestand dem Wesen nach 1703 in Frank-reich, u. zurZeitderHerrschaftderPariserCommnne.
Ochoa, Engenio de, verdienter span.Gelehrter,Literarhistoriker und Dichter, geb. 19. April 1815in Lezo (baskische Provinz Guipuzcoa), besuchte von1829 an mit einer Unterstützung des Königs Ferdi-nand VII. die Leols äss arts st äes mstisrs in Pa-ris und zeichnete sich neben seinen literarischen Stu-dien auch bes. in der Malerei aus. 1834 nach Ma-drid znrückgekchrt. verband er sich mit dem gefeier-ten Alberto Lista zur Theilnahme an der Redactionder Eaeeta, äs Aaäriä, bis ihn die 12. Aug. 1836