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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Novität Nowgorod-SewcrSk.

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Novität, s. v. w. l§ova.

Noviziat (v. Lat.), die Probezeit, welche allediejenigen bestehen müssen, welche einem religiösenOrden einverleibt werden wollen; sie dauert wenig-stens ein Jahr, während welcher Zeit die Novizendurch den sogen. Novizenmeister oder die No-vizenmeisterin für das Klosterleben vorbereitetu. geprüft werden n. das Recht des Austrittes be-halten; vgl. Kloster.

Nowa Alexandria, Ort von etwa 6000 Ew.im poln. Gouv. Lublin, mit großen Gütern der Fa-milie Czartoryski.

Notväja Ladöqa , Kreisstadt im rnss. Gonv.Petersburg, an der Mündung der Wolchow in denLadogasee n. am Ladoga-Kanal; Schifffahrt, bedeu-tende Fischerei; 4400 Ew.

Notväja Semlja (N. Sembla), große Insel-gruppe im nördl. Eismeer, der nordöstlichste TheilEuropas, gehört zum rnss.Gouv. Archangel, 465,310jUIrm (3000 UM, ist fast gänzlich unbewohnt undwird mir von rnss. Jägern, in neuerer Zeit vielfachvon russischen u. norwegischen Fischern besucht; be-steht aus zwei durch die Straße Matoschkin getrenn-ten größeren und mehreren kleineren Inseln, vonAsien durch das Karische Meer, von der Insel Wai-gatsch durch die Karische Straße getrennt; südlichsterPunkt ist Cap Menschikow, der nördlichste das Eis-rap. Die Ostküste ist wegen Treibeises meist unnah-bar, die Westküste nutcr dem Einfluß der äußerstenAusläufer des Golfstromes. Das Klima ist sehrrauh (70H77° n. Br.), Winter lang, Sommer-kurz, alsdann gibt es aus dem sumpfigen Boden vieleBeerarten (Vaeoinssu ebo.), Moose u. Flechten; vonThieren kommen hier vor: Eisbären, Wölfe, Füchsesin verschiedener Farbe), Hermeline, Nenthiere,Seehunde, Walfische, Wasservögel, sehr viele edleFische. Die russische Regierung hat 1877 auf einerder Inseln eine Samojedencolonie angelegt. Dronte.

Notväja Nschiza, Kreisstadt im rnss. Gouv.Podolien, an der Kaliusza; etwa 4000 Ew.

Nowawes, Kirchdorf im Kreise Teltow des preuß.Regbez. Potsdam; Baumwollenweberei, Sciden-haspelanstalt; 1875: 6664 Ew. N. ist von Fried-rich d. Gr. 1751 als Kolonie für eingewanderteböhmische Protestanten angelegt.

Nowgorod, 1) rnss. Gouv. zwischen den Gouv.Wvlogda, Jaroslaw, Twer, Pskow, Petersburg undOlonez;122,337sHüm(2221sIIIM), 1,101,000Ew.;imS.durchdasWaldaigebirgehngelign.frucht-bar, sehr reich an Waldungen (noch Urwälder), nörd-lich sumpfig u. morastig; bewässert von zahlreichenFlüssen, welche theils der Wolga (Mologa), theilsdem Ladogasee (Siäs n. Pascha), theils dem Jlmen-see (Msta, Pola, Lowat, Polista, Shclon), u. ansdiesem durch die Wolchow ebenfalls dem Ladoga,theils dem Finnischen Meerbusen (Luga u. m. a.) zn-sallen; mehrere Kanäle stellen die Verbindung zwi-schen dem System der Newa n. dem der Wolga (Ost-see-Kaspisches Meer; her. Die Eisenbahn Peters-burg-Moskau durchschneidet das Gouv. in südöstl.Richtung. Von Seen sind zu erwähnen: Jlmen,Bjelo Osero, Wosche u. die zahlreichen kleineren imGebiete des Waldai. Klima rauh, der Winter lang;man baut Feldfrnchte (hinreichend); Waldcultur sehr-bedeutend; viel Wild (Wölfe, Luchse, Bären, Auer-ochsen in dem Waldai); wenig Viehzucht, bedeutende

l Fischerei (Hansen, Lachse, Flnßpsrlen), vielerlei Mi-neralien (Eisen, Steinkohlen, Kochsalz); etwas Kunst-fleiß n. Handel. N. hat den Titel eines Großfürsten-thums. Eintheilung in 10 Kreise. Die Geschichtedes Großfürstenthums N. s. unter Rußland. 2 ) N.Weliki (d. i. Groß-Neustadt), Hauptstadt darin, amAusfluß des Wolchow, über welchen eine steinerneBrücke führt, ans dem Jlmcnsee; Sitz des KriegS-gouverneurs von N. n. Twer, der statthalterschaft-lichen Behörden, eines Bischofs. Die Stadt bestehtaus mehreren Theilen: dem alten Kreml, am linkenUfer des Wolchow, er enthält die alte Kathedrale derSta. Sophia, anS dem 11. Jahrh., darin die Kor-sunschen Thllren (die bronzene, fast 4 m hohe, 1 mbreite Hauptthür, in welcher die 24 Felder meistbiblische Gegenstände darstellen; der Sage nach vonWladimir d. Gr. in der Krim erobert und hierhergebracht, stammen aber wahrscheinlich ans Deutsch-land), die Schwedischen Thüren, die Pergament-handschrift des Gesetzbuches Jaroslaws (Rnssüasakrarräa, auch Nowogorodsches Recht genannt, wahr-scheinlich 1280 geschrieben), der Sarg des St. Iwanvon N. Ein Volksgarten liegt am Grunde der Fest-ung. Die Sophienstadt, ebenfalls amlinkenUferdes Wolchow, südl. des Kreml, mit schönen Gebäu-den, Sitz der Behörden und der Besatzung. DieKaufmannsstadt, am rechten Ufer des Wolchow;hier das neue Schloß, Wohnsitz des Generals undseines Stabes von der bei N. angesiedelten Militär-colonie (ein Grenadiercorps), und die meisten derzahlrcichen Kirchen mit vergoldeten Thürmen undKlöster. Sonst ist dieser Stadttheil sehr verfallen,ganze Straßen liegen öde n. in Trümmern. N. hatWaisen- u. Armenhaus, Bazar, Segelmanufactur,Wachsbleiche, Lichtzieherei, Essigbrauerei, einigenHandel; 17,094 Ew. In der Umgebung von N.liegt nebst mehreren Klöstern das des St. Jurgij(Georg) am Ausfluß des Wolcho aus dem Jlmensee,mit großen, von der Gräfin Tschesmenskaja, TochterOrlows, hierher geschenkten Schätzen. N. wurdevon den Slaven an der Stelle des alten Slavensk,erbaut u. war ein heiliger Ort, bald auch Hauptstadt.Rurik residirte nach 864 inN., u. nach ihm herrschtenmehrere russische Fürsten daselbst. Im 10. Jahrh.wurde hier ein Erzbisthum errichtet. Im Anfang des11. Jahrh. wurde Jaroslaw, Fürst von N., Groß-fürst, s. Rußland (Gesch.). N. war Ende des 14. u.im 15. Jahrh. die größte Stadt Rußlands, hatteeine republikanische Verfassung, zählte 400,000 Ew.u. hatte Colonien an der Kama n. Wjatka, zugleichwar sie Hansastadt u. einer der wichtigsten Handels-plätze Europas. Wegen ihres Reichthumcs u. ihrerMacht galt von ihr das Sprichwort: Wer kann gegenGott n. N. 1478 verlor sie ihre Freiheit durch denGroßfürsten Iwan I. Wasiljcwitsch. Ein Versuch,sich von der großfürstlichen Herrschaft zu befreien,1570, wurde entdeckt n. hart bestraft, indem Iwan II.der Schreckliche, die Stadt plündern, mehrere Tau-send Bürger hinrichten und den Erzbischof seinerWürde entsetzen ließ. N. reizte 1611 die Schwedenund diese eroberten die Stadt, gaben sie aber 1617dem russischen Zar zurück. Gegen Zar Alexei em-pörte es sich 1650 zum letzten Male. Dronle.

Nowgorod-Sewersk (N.-Sjewcrsk), Kreisstadtim rnss. Gouv. Tschernigow, an der Desna; alteCitadelle; Handel und drei besuchte Messen; 6300