614
Novcllara —
gänzung zu einem früheren erscheint; namentlichdiejenigen Gesetze, welche von den römischen Kaisernnach Erlaß des von Kaiser Theodosius II. u. Va-lentinian III. i. I. 488 publicirten Ooäex Mreoäo-siauus veröffentlicht wurden; s. Lorpuv juris, S. 407.
Novcllara, Stadt in der italien. Prov. Reggio(Emilia), an einem Kanal; Seidenspinnerei undGerberei; 7088 Ew. N. war früher Hauptstadt desglcichn.,dem Hanse Gonzaga angehörenden, 1737demHerzogthum Modena verliehenen Fürstenthums.
Novelle (italien.), 1) Neuigkeit; 2) Benennungitalienischer Zeitungen; 3) kleinere prosaische Er-zählung, ursprünglich Anekdote od. kurze Geschichte,oft bloßer heiterer Einfall. Die N. als Dichtgattungin prosaischer Form spannt, reizt und fesselt durchNeuheit einer Situation, eines psychologischen Pro-blems insrischer, anmuthiger, oft kühner Darstellung.Von dem Romane unterscheidet sie sich vorzugsweisedurch größere Einfachheit und Durchsichtigkeit desPlanes. Die N. stammt hauptsächlich aus Italien,wo Boccaccio im Decamerone ihre künstlerische Formbegründete u. außerdem Sacchetti, Bandello, Cafti inihr bes. hervorragten. Unter den spanischen No-vellisten stehenimVordergrunde: Cervantes u. Mon-talvan, auch Juan Manuel, Juan Puiz; unter denfranzösischen: Scarron, Frau von Lafayette,Florian, Rabelais, Marmontel, Voltaire. In derdeutschen Literatur beginnt die Entwickelung dcrN.u. überhaupt der prosaischen Erzählung ungefähr inder Mitte des 14. Jahrh. Dazu gehören die 6sstaLomauorum u. Paulis Schimpf u. Ernst, 1518. Inecht deutschem, einfachem u. naivem Stil, häufig zufrei, bewegen sich zahlreiche N-n des Neformalions-Zeitalters, meist aus unserem vaterländischen Bodenentstandene, od. doch selbständig wicdergegebeue Ge-schichten, Schwänke, Züge und Sagen, die uns einreichhaltiges Bild des Volkslebens gewähren. Unterihnen ist Görg Wickrams Rollwageubüchlein, 1555,hervorzuhebeu. Im vor. Jahrh. können die treff-lichen Erzählungen Johann Heinrich Mercks, 1779bis 1781 zur Gattung der N. gerechnet werden.Ebendahin gehört Schillers mächtig ergreifende Er-zählung : Der Verbrecher aus verlorener Ehre. AlsMeister des novellistischenFaches bewährte sich Goethein Episoden seiner Romane, in den Unterhaltungender Ausgewanderten, in der kurzweg sogen. N., diein der Bändigung des Löwen durch die Gesänge u.Flötcutöne eines Kindes gipfelt. Unter den Ro-mantikern zeichnen sich Eichendorff, Arnim, Bren-tano u. Tieck als Novellisten aus; doch hat der letzterein den bedeutendsten seiner späteren Werke einenMittelweg zwischen der N. und dem Roman einge-schlagen. Den Übergang aus den Dämmerungender Romantik in die realistische Tageshelle der fol-genden Literaturperiode bezeichnen die genialen,aber meist barocken R - n Heinrichs von Kleist. Unterden allgemein anerkannten u. beliebten Dichtern dermodernen deutsche» N. verdienen Berthold Auer-bach, Adalbert Stifter, Otto Müller, Paul Heyse,Otto Noquette, W. Rabe, Edmund Höfer bes. ge-nannt zu werden. 4) (Rechtsgeschichte), s. UovsIIao.
Novellist, 1) Nenigkcitsliebhaber, Neuigkeits-krämer. 2) So v. w. Zeitungsschreiber. 3) No-vellcnschreiber-Dichter.
Novelle, Clara Anastasia,berühmte Sänge-rin, geb. 15. Juni 1818 in London, bildete sich seit
Nollioinagus ^
1830 in der von Chorou dirigirten Singakademie inParis u. dann in London unter Costa u. Moschelczzur Säugerin; trat 1836 zum ersten Male öffentlichauf, bereiste 1838 den Continent (bes. Deutschlandu. Rußland), wo sie außerordentlichen Beifall ernteleging 1839 nach London zurück, sang 1840 abermalsin Deutschland, vermählte sich 1843 mit dem GrasenGigliucci, trat aber noch fortwährend öffentlich aufbis sie sich 1860 ins Privatleben zurückzog. ' ^ ,
November (vom lat. novsm, d. i. neun), i,naltrömischeu Jahre der neunte, später der elfte Monat.
Er enthielt schon anfangs 30 Tage. Karl d. Gr. gabihm den Namen Wind monat; später wurde erWinter-, auch Reif- od. Nebelmonat genannt,weil in ihm in Deutschland gewöhnlich die winter-liche Witterung mit Nebel, Frost u. Schnee anhebt.Bildlich wird er als ein Knabe, in einem Kleide vonder Farbe des fallenden Laubes dargestellt, ans demHaupte einen Oliveukrauz, in der Rechten das Zei-chen des Schützen, in der linken ein Füllhorn mitWurzeln. !
Novrrre, Jean Georges, französ. Tänzer, !geb. 29. März 1727 in Paris, der Schöpfer des !neuen französischen Tanzes u. des Ballets; lebte eine !Zeitlang in Berlin u. wurde, nachdem er wiederholt §in Frankreich, England u. den bedeutendste» Städtendes Contiuents seine Kunst producirt, endlich ersterBalletmeistcr an der Xoaäomis liozalo clo luusignoin Paris. Während der Revolution lebte er einigeZeit in Stuttgart am Hofe des Herzogs Karl vonWürttemberg u. st. in St. Germain-en-Laye 19. Nov. '1810. Er schr.: Imtwrss nur la äauss st nur le« ! IbaUsbs, Lyon1760,2Bde.(deutsch,Hamb.1768fs.); jI-sttres nur lea arbs iwibateurs, Par. 1807; Werke: !
Petersb. 1807, 4 Bde. s
Novestum, s. Nenß. s
Novi, Hauptort eines 77,855 Ew. umfassenden sBezirks in der ital. Prov. Alessandria, Knotenpunktder Oberital. Bahn; verschiedene Behörden; Lyceuin,Notariatsschule, Gymuasinm, Tech». Schule; Seiden-bau u.Seidenfabriken, Seidenhandel; 12,162 Ew.—Hier 15. Aug. 1799 Sieg der Russen u. Österreicherunter Suworow über die Franzosen unter Joubert.
Novilmzkr (Jcuibazar), Bezirkshauptort imtürk. Bosnien, au der Raschka; katholischer Bischof,Citadelle, Warmbäder; 9000, nach And. 15,000 Ew,
N. war der Bcgräbnißort alter serbischer Fürsten;in der Nähe das griechische Felscnkloster St. Georg. ,
Noviodünum(a. Geogr., keltischer Städtename, jvon der Lage auf einem Hügel säuuj): 1) Stadt derSequaner, jetztNyon. 2)StadtderAeduer in GalliaLugdunensis, ander Mündung des Niveris (j.Nievre)in den Liger, daher später auch Revirnum ge-n»unt, jetzt Revers. 3) Stadt der Suessionen, auch >Augusta Suessionum genannt, in Gallia Belgica, sjetzt Soissons. !
Noviomägus (a. Geogr., keltischer Städtename, jvon der Lage in der Ebene smaAll)): 1) Stadt der sLeuci in Gallia Belgica, jetzt Neufchateau an derMaas. 2) Stadt der Nemeter in Gallia Belgica, ander Straße von Argentoratum nach Mogontiacum;Standquartier eines Theils der I-sZio X. dsmioa,j. Speyer, u.A. Neustadt a.d.H. 3) Stadt der Tre-virer, jetztNeumagen, wo viele Alterthümer gefundenwerden. 4) Stadl der Bataver, j. Nimwegen rc.
Noviomägus, Joh., so v. w. Bronkhorst.