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Norwich
II. Norwegisch e Literatur im Mittelalter be-isteht aus Gesetzen, bewahrt seit dem späteren Theiledes 12 .Jahrh.; einer Streitschrift gegen den Klerusaus der Zeit König Swerrirs; dem vielleicht etwasjüngeren Königspiegel (LounnAvsIcuMsjä), welchersociale Verhältnisse bespricht, n. außerdem aus Do-kumenten. Lateinisch geschrieben ist eine kleine Chro-„ik Norwegens, vom Mönche Theodorik, Ende des12. Jahrh. Im 13.-14. Jahrh. wurden verschie-dene romantische Dichtungen (solche wie Iwan, Flo-ris u. Blancheflor rc.) aus dem Deutschen u. Fran-zösischen in norwegische Prosa (wahrscheinlich mit-unter auch in gereimte Verse) übersetzt. Auch dieDietrichssaga ist, nach deutschen Erzählungen, ehervon einem Norweger als von einem Isländer ab-gefaßt. — Während der Verbindung N-s mit Dä-nemark kann man von einer norwegischen Literaturkaum im eigentlichsten Sinne reden. Eins u. dasAndere wurde freilich in Norwegen selbst geschrieben,in dänischer Sprache, wie z. B. die Reimwerke desPeder Daß (gest. 1708), auch Übersetzungen vonKönigsagas, indessen nichts von größerer Bedeut-ung. Über die Literatur der Kopenhagener Norwe-ger im 18. Jahrh. s. dän. Literatur. — Seit 1814sind zahlreiche Dichter erstanden. Die bedeutendstender älteren von diesen sind WergelanL, Welhaven, P.A. Munch (s. d.). Neue Richtungen bahnten sich inder zweiten Hälfte des Jahrh. Weg mit Björnson n.Ibsen (s. d.), von welchen bes. der erstere Nachfolger(und Nachfolgerinnen) gefunden, von welchen manbisher wol nurJonas Lie Bedeutung beilegen kann.Die Geschichte N-s hat ausgezeichnete Bearbeitergesunden: Keyser, P. A. Munch, Sars u. a. Vonden Philologen sind bes. Jvar Aasen u. S. Buggezn nennen; von den Theologen Caspari (schrieb wi-der die Grundtvigianer, deren Lehre einigen Ein-gang inN. gefunden); von den Naturforschern Han-steen. Eine specielle Abtheilung bildet die Literaturim Lauäsmaal (s. oben), die doch keine größerenNamen aufzuweisen hat. — Hilfsmittel zur alt-norweg. Literatur sind gewöhnlich iir die zur isländ.Literatur (s. d.) einbefaßt, sowie die für die Zeit derUnion mit Dänemark in die zur dän. Literatur (s. d.).Bibliographie für die Zeit seit 1814 liefern: I. E.Kraft, lisorsic Voikattsrlexioon 1814—56, Christ.1863; P. Botten-Hansen, La RorrsAs littsrairo,ebd. 1868 (enthält auch eine kurze Übersicht diesesZeitramnes). Über die poetische Literatur sowol deralleren als der neueren Zeit handelte Dictrichson:Omricks ak äsunorskskosnis bliLtorio, Kopenhagen1866—69, 2 Thle.
Norwich, 1) Hauptstadt der engl. Grafschaft Nor-solk, in schöner Gegend an beiden Ufern des schiff-baren Wensum unweit seiner Mündung in die schiff-bare Dare, die verschiedenen Stadttheile durch zehnBrücken verbunden (darunter die älteste die Bischofs-brücke, 1295 erbaut); Eisenbahnstation; Sitz einesBischofs; altes Normannenschloß (auf künstlichemHügel aus der SSeite, ein Theil desselben dient jetztals Gesängniß); Grafschaftshalle (im Schloßgraben);schöner Marktplatz, umgeben von altcrthümlicheuGebäuden, darunter das 1453 erbaute Rathhansmit Gerichtshalle u. die St. Andrews Hall, erbaut1415, u. dient für öffentliche Festlichkeiten n. Ver-sammlungen; bischöflicher Palast; zahlreiche (36größere) Kirchen, darunter die 1094 gegründete nor-
— Noso.
i mannische Kathedrale mit 96 m hohem Thurme u.Krcuzgängen; Lateinische Schule (1325 gestiftet),Zeichnenschule, literarisches Institut mit einer Biblio-thek von 15,000 Bdn., Stadtbibliothek von 20,000Bdn., Museum; Spital für Ohr- u. Augenkrauke,Blindenanstalt rc.; Seidenweberei, Worstedfabriken,Baumwolleufabriken, Fabrikation vonStiefeln,land-wirthschastlichenMaschinen,Kutschen, berühmteSenf-fabrik (mit über 1000 Arbeitern), Eisengießerei,Gerberei, Bierbrauerei rc.; Kornbörse, sehr bedeu-tender Getreidehandel; 1871: 80,386 Ew. — N.sendet 2 Mitglieder ins Parlament. Zur Zeit Eli-sabeths ließen sich inN.4000Flämen nieder, welchedie Tnchfabrikation einführten, an deren Stelle je-doch später die Worstedfabrikation trat. — Etwa5 üm südlich von N. lag einst die römische StationVenta Jcenorum; an der Stelle derselben liegt jetztdas alte Dorf Castor St. Edmunds od. Caistor. 2)Einer der beiden Hanptorte des New London Countyim nordamerikanischen Unionsstaat Connecticut, amschiffbaren Thames und 2 Eisenbahnen, bedeutendeFabrikthätigkeit in Baumwolle, Wolle, Papier,Waffen, Maschinen; lebhafter Handel; 16,653 Ein-wohner. H- Berns.
Norwood, Dorf in der engl. Grafschaft Surrey,südl. von London, Eisenbahnstation; mit zahlreichenLandhäusern u. einem großen Friedhofe der Haupt-stadt. 20 Minuten nordwestl. von N. das ehemaligeMineralbad Beulah Spa.
Nörz, Llustols, lutrsoia. (?utorins lubrsolaLsz/s. u. Lkcrs.), Art der Raubthierfam. der Mar-der, 36 om lang; braun mit weißem Kehlfleck; Ze-hen mit halben Schwimmhäuten; Schwanz H derKörperlänge; hält sich an Flüssen u.Seen auf, wirdder Fischerei schädlich; östliches Europa; Pelz sehrgeschätzt; Werth: 10—2021. Der nordamerikanischeVertreter des N. ist der Mink (24. VivonUuborius Viaon 6 crMie»'), ähnlich gefärbt, mit wei-cherem u. kostbarerem Pelz. Farwick.
Nosean, Mineral, krystallisirt meist in Würfeln,erscheint auch in kristallinischen Körnern oder derbin körnigen Massen, Bruch muschelig; Härte 5— 6 ;spec. Gew. 2 , 27 g— 2 ,ggg; graulichweiß oder gelblich-grau, hell- bis glasglänzend, durchscheinend bis un-durchsichtig, besteht aus kieselsaurer Thonerde, kie-selsaurem Natron u. schwefelsaurem Natron; nachder Formel Lascher See,
Rieden in Rheinpreußen, Hohentwiel u. a. O.
No-Sec, ein großer, mit Schilf dicht bewachse-ner Sumpfsee, 8 ° 59' n. Br., in welchem sich derBahr el Dschebel (der aus dem Mwutan-See ent-strömende weiße Nil) mit dem Bahr cl Ghasalvereinigt. Durch den üppigenPflanzcnwuchs ist bis-weilen die Fahrt mit Schiffen gänzlich gehindert.Nach Osten fließt aus dem N. der Bahr el Abiad.
Nöscl (Nößel), 1) als früheres Flüssigkeitsmaßin manchen Landstrichen Deutschlands, so Sachsenu. Thüringen s. v. w. ein halber Liter; 2) in Thü-ringen ein kleines Stück Land, so viel mit einem stk.Korn besäet wird.
NosciNlt, s. Seidenraupenkrankheit.
Noso (v. griech. r-aoox, Krankheit), mit Krank-heitenzusammenhängend, so Nosokomium, Kran-kenhaus; Nosogenie, die Lehre vom Ursprüngeder Krankheiten; Nosogeographie, die geogra-phische Verbreitung der Krankheiten; Nosokomi-