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Norwegische Merle — Norwegische sprach
u. Literatur,
genstand unausgesetzter Aufmerksamkeit für die Re-sKosten für die am 18. Juli 1873 in DronthnmVor-gierung. Der Aufenthalt des zum einstweiligen Vice- genommene Krönung Königs Oskar II., der seinemkönig von N. ernannten Kronprinzen Karl in N.! Bruder Karl XV. am 18. Sept. 1872 gefolgt warsollte in dieser Richtung Mitwirken. Das Storthing! und wurde bei dieser Gelegenheit auch endlich die1857 verwarf den Vorschlag der Regierung, daß bei viel geforderte Abschaffung des StatthalterpostensAbwesenheit des Königs ein Prinz die Regentschaft ——führen solle, während die Verfassung für diesen Falldie Einsetzung einer Regentschaft von Reichsräthenvorschrieb. Doch wurde noch im selben Jahre derAntrag angenommen, daß während der Krankheitdes Königs der (von seiner Stellung als Vicekönigvon N. damals bereits enthobene) Kronprinz dieRegierung des Landes zu führen habe. Genehmigtwurden mehrere Eisenbahnlinien, darunter eine biszur schwedischen Grenze. Bemerkenswerth war diein diesem Jahre wieder zunehmende eifersüchtigeSpannung zwischen N. u. Schweden, und das erstmalige Erscheinen einer Zeitung in der NorwegischenVolkssprache, welche es sich zur Aufgabe stellte, dasbisher in der officiellen n. Umgangssprache gebräuchliehe Dänisch zu verdrängen.
Nachdem der König Oskar 8. Juli 1859 verschieden war u. der Kronprinz als König Karl (in Schwerden Karl XV.) den Thron bestiegen hatte, traf der-selbe Ende September in Christiania ein, eröfsnetcdas Storthing u. legte den Eid auf die norwegischeVerfassung ab. Unter den Storthingverhandlungenwaren die wichtigsten die über die königlichen Pro-positionen, wonach künftig statt einer Interimsre-gierung, wie die Verfassung vorschrieb, eine Prinz-Regentschaft bestehen und in Christiania ein eigenesStaatsministerium errichtet werden sollte. Beidewurden genehmigt, dagegen aber wurde die gänzlicheAbschaffung desStatthalterpostens beantragt. Grundzu der nachhaltigsten Aufregung gab der im schwe-dischen Reichstage von Graf Anckarsvärd gestellteAntrag auf Revision der Unionsverhältnisse mit N.,zumal derselbe ein erweitertes Heranziehen von N.zur Deckung der Staatsausgaben für Militär, fürden königl. Hof rc. verlangte. N.achdem der Reichs-tag im März 1860 den Antrag angenommen hatte,gewannen die beiderseitigen Anfeindungen die höchsteBitterkeit. Noch mehr aber wuchs die im Lande herr-schende Aufregung, als der König dem Anträge aufAbschaffung des Statthalterpostens dieSanction ver-sagte. Das Storthing beschloß danach den Erlaßeiner Adresse an den König, worin er sich gegen jedeAusführung der schwedischen Unionsvorschläge, alseinen Eingriff in die norwegische Verfassung, ver-wahrte. Am 5. Aug. erfolgte die Krönung des Kö-nigs Karl und seiner Gemahlin Luise im Dome zuDrontheim. Der Skandinavismus fand allmählicheinigen Eingang in N., u. eine kleinere Minoritätdes Volkes wünschte, Dänemark 1864 gegen Preu-ßen u. Österreich beizustehen. Dagegen bildete sichim Storthing aus den in der Mehrheit befindlichendemokratischen Elementen eine grundsätzliche Oppo-sition wider die Regierung u. als 1865—66 dieserKörperschaft die Arbeiten des vom Könige eingesetz-ten Unionscomites vorgelegt wurden, fandendiesclbenden entschiedensten Widerspruch: nur Gewerbefrei-heit u. Freizügigkeit zwischen beiden Ländern wurdeneingesührt. Dieser Opposition fiel auch die skandi-navische Münzconvention im I. 1873 zum Opfer,und wurde ein besonderes norwegisches Münzgesetzbeschlossen. Zwar genehmigte das Storthing die
gewährt, — aber der Conflict zwischen Storthingund Regierung wegen Zulassung der Minister zurThing darum nicht beseitigt, auch nicht nach de,für die Regierung günstiger ausgefallenen Neuwahllen vom September 1873, dagegen wurde weine-steus 1874 eine neue Zollconvention mit Schwedenu. März 1875 endlich der Anschluß an die dänisch-schwedische Münzconvention u. die Einführung dcometrischen Maß- u. Gewichtssystems zu Stande ge.bracht. In derselben Session wurden auch Anträgebetreffs Einführung der obligatorischen od. sacultati-ven od. wenigstens bei Glaubensverschiedenheit derVerlobten zulässigen Civilehe eingebracht, vomStor-thing aber kurzweg abgewiesen. 1876 genehmigtedas Storthing die Aufnahme eines Eiseubahnaule-hens von 24 Millionen, 1877 den Vorschlag wegenZutritts der Minister zu seinen Verhandlungen, je-doch verweigerte der König diesem Beschlüsse dieSanctiou, worauf das Storthing seinerseits die Be-willigung der von der Regierung zur Aufrechthalt-ung der Neutralität verlangten Geldmittel ablehnte.Behufs Regelung des Steuerwesens ward eine par-lamentarische Steuercommission eingesetzt. Vergl.Thormod Torfäus, Historis, rerumXorvsxioarum,Kopenh. 1711, 4 Bde., Fol.; G. Schöning, XorgssWissssIIistoris, Soröe 1771—87, 4 Bde.; Munch,Vst norsüs sollen Historie, Christiania 1852 s.;Keyser, Den norsics Xiricos Ilistoiio nncisr Xatbo-lieiswsn, ebd. 1856 f., 2 Bde.; Zorn, Staat undKirche in N., Münch. 1875; Konrad Maurer, DieBekehrung des norwegischen Stammes zum Chri-stenthum, ebd. 1855 s., 2 Bde.; Sars, Iläsixt »voräsnnorsics Historie, Christ. 1873f.,2Bde., u.a.Norwegische Meile, s. u. Meile.Norwegische Sprache und Literatur. I.Die norwegische Sprache liegt in literarischenDenkmälern vor seit Ende des 12. Jahrh. Damalswar sie von der isländischen nur noch wenig verschie-den. Seit der Union mit Dänemark hörte sie auf,als Organ des öffentlichen Lebens zu fungiren. Vonder niederenBevölkerung außerhalb derStädtewirdsie überall noch gebraucht, ist aber in eine MengeDialekte differenzirt. Die jetzigen Bestrebungen eini-ger Patrioten, aus diesen Dialekten eine normalisirteForm als allgemeine Landes- und Schriftsprache(Imväsmaal) auf künstlichem Wege zu erschaffen u.einzuführen, werden schwerlich gelingen können. DieSprache der Städter, des öffentlichen Lebens, undfast der ganzen Literatur ist die importirte, von dernorwegischen weit verschiedene, dänische, die jedochhier eine bedeutend veränderte Aussprache erhaltenhat, und überdies sehr unrein sowol gesprochen, alsvon vielen der Neueren (z. B. Björnson u. Ibsen)geschrieben wird. — Als Hilfsmittel zur altnor-wegischeu Sprache verwendet man dieselben wie zuraltisländischen (s. isländ. Sprache); Hilfsmittel zurjetzigen norwegischen Sprache (Dialekte u. Imuäs-masl) sind: Jvar Aasen, Oräbo§ ovsr cist uorslcsIl'ollcosxroA, Christiania 1850, 2 .A.,unter demTitelIstorslc OrüboA, 1873, u. desselben Vst rwrsics vol-LsspiOAs Orammatist, ebd. 1848, 2. A. 1864.