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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
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Nördliuger —

snecke, welcher früher wahrscheinlich das Bett einesSees gewesen ist, am Egerbache, fast kreisrund ge-baut, mit einigen alten Festungswerken, in schönstemGothischen Stil erbaute St. Georgen-Kirche, 1428bis 1508 erbaut, Nealschule, Lateinschule, städtisches! Museum, Fabriken, Färbereien, Handel, namentlichmit frischen u. geräucherten Mastgänsen (Riesgän-! seu), Federn rc.; 7228 Ew.; dabei die erdig-salinische> Eisenquelle St.Johannisbad. —N.(dasrömischeLrusklavias?) kommt geschichtlichzuerstim 9. Jahrh.«or u. gehörte anfänglich dem Bischöfe von Regens-burg; auf dem Emmeransberge erbaut, wurde esnach dem Brande von I238nach demThalc verlegt;um diese Zeit wurde es freie Reichsstadt mit einemGebiete von 1H UM. 134 ? trat sie dem Schwäbi-, tchen u. später dem Städtebund bei. Bei der Refor-mation wurde sie lutherisch, doch änderte Karl V.,La sie das Interim nicht annahm, ihre Verfassung.1034 wurde sie von Ferdinand III. u. dem JnsantenDon Fernando belagert. Die Schweden wollten sieentsetzen u. es kam 5. u. 6. Sept. zur Schlacht, inwelcher die Schweden gänzlich geschlagen wurden, s.Dreißigjähriger Krieg. 1645 wurde sie von denFranzosen, nachdem diese die Kaiserlichen unweitderselben bei Allerheim 3. Aug. (zweite Schlacht beiN.) geschlagen hatten, zur Neutralität gezwungen;1047 beschossen die Bayern stk. und legten es theil-weise in Asche. 1796 u. 1800 hier wieder Gefechtezwischen Österreichern u. Franzosen u. hier ergab sich18. Oct. 1 805 der österr. General Werneck den Fran-! zosen unter Mnrat. 1802 verlor N. ihre Reichsfrei-! heit u. kam mit seinem Gebiet u. 1000 Ew. (außer- derStadt) an Bayern. Vgl. Meyer, Die Stadt N.,ihr Leben n. ihre Kunst im Lichte der Vorzeit, ebd.1876; L. Müller, Die Reichsstadt N. imSchmalkald.Kriege, ebd. 1877. Dronk.

Nördlinger,H ermann, ausgezeichneter Forst-mann und Naturforscher, geb. 13. Ang. 1818 zus Stuttgart, st»dirteinTübingen,Hohenheimu. Nancy,

^ wurde 1842 Professor der Forstwissenschaft zu Grand-

Jouan(li 0 irs-lnksrisurs), 1845 dgl.zuHohenheim,

; machte größere wissenschaftliche Reisen durch Frank«

' reich, Deutschland und England, trat 1852 in deni praktischen Forstdienst über, kehrte jedoch 1855 alss Professor und Verwalter des Lehrforstreviers nach; Hohenheim zurück, in welcher Stellung er noch thätig; isi. Schriften: Die technischen Eigenschaften der Höl-j zer, Stuttg. 1850; Der Holzring als Grundlage desBaumkörpers, 1872; Deutsche Forstbotanik, 1874 rc.;Die kleinen Feinde der Landwirthschaft, 1855 n. 1869.Außerdem gab N. eine Sammlung von Querschnit-ten der wichtigsten Holzarten, sowie von 1860—70die von Pfeil begründeten Kritischen Blätter fürForst« u. Jagdwissenschast heraus. Wimmen-mer i,.

Nordmonn, Johannes, geb. 13. März 1820in Niederösterreich auf dem Freihofe Landersdorf, alsder Sohn wenig bemittelter Eltern, machte in Wienseine philosophischen Studien u. schlug, nachdem ereinige Jahre als Erzieher n. Privatlehrer gewirktHatte, die literarische Laufbahn ein. Durch die öster-reichischen Censurverhältnisse bedrängt, unternahmer für mehrere Jahre Reisen durch Italien, dieSchweiz , Deutschland, Frankreich u. die nordischenKönigreiche. Beim Ansbruch der Revolution 1848war er in Wien Mitglied der akademischen Legionu. 1849 Chefredakteur des politischen Journals Die

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Zeit. Als dieses nach kurzem Bestände verbotenwurde, gründete er die nach dem zweiten Jahrgangewieder eiugegangene Wochenschrift Der Salon. Nacheinjährigem Aufenthalte in Belgien, Frankreich undWürttemberg, war er bis 1869 Redakteur der poli-tischen Zeitung Der Wanderer, dann der Neuenfreien Presse. Seit 1873 redigirt er auch die nenbe-grllndete Neue (Wiener) Jllustrirte Zeitung. N.(sein Familienname war ursprünglich Nnmpelmaier)ist eine durchaus poetische, nur durch Ungunst derZeit und der Verhältnisse in ihrer Entwickelung ge«hinderte, in sich selbstzurnckgewieseneNatur, woraussich das Ungleiche und Schroffe neben dem Schönenauch in seinen achtbarsten Schöpfungen erklärt.Außer zahlreichen Tagesfenilletons und politischenSchriften sind vonihm erschienen: Ein Jugendleben,poetische Erzählungen, Wien 1844; Zwei Frauen,Roman, ebd. 1850; Carrara, historischer Roman,anonym, Lpz. 1851, 2 Bde.; Ein Marschall vonFrankreich, Tragödie, Wien 1857; Novellenbnch, 2Bde., ebd. 1846, n. A. 1866; Gedichre, Lpz. 1847;Aurelia, Roman, 2 Bde., ebend. 1847; Frühlings-nächte in Salamanca, Roman, ebd. 1857; Ein Wie-ner Bürger, Roman, Wien 1860; Meine Sonntage,ein Wanderbnch aus den Bergen des österr. Hoch-lands, ebd. 1868; Wiener Stadtgeschichten, ebend.1869; Der zerbrochene Spiegel, eine Weihnachtsge-schichte nach den Aufzeichnungen eines Freundes,ebd. 1870; Eine Nömerfahrt, epische Dichtung, ebd.1876—77, 2 Thle. rc. Beyer.

Nordmarck, so v. w. Nordsachsen.

NordöstlicheDnrchfahrt(Nordostpassage),derSeeweg nach China und Indien längs der Nord-küsten Europas u. Asiens. Die zur Auffindung der-selben unternommenenExpeditionen(s. NordpolreisenI. u. III.) haben bewiesen, daß eine Wasserverbin-dnng zwar vorhanden, wegen der Eismassen aberfür die Schifffahrt unbrauchbar ist.

Nordpol, s. Pole u. Magnetismus, S. 489.

Nordpolländer, 1) alles Land, welches jenseitsvom nördl. Polarkreise liegt, also außer den zahl-reichen Inseln im Arktischen Meere auch die nörd-lichsten Theile von Asien u. Amerika; 2) im engerenSinne die zahlreichen größeren u. kleineren Inseln,welche im O. mit Grönland beginnen und dann zubeiden Seiten der Meeresstraße, welche die Nord-westpassage bildet, längs der östl. Hälfte der Nord-kllste Amerikas sich hinziehen.

Nordpolreisen. Um die beschwerlichen Han-dclswege, auf denen inan die Schätze des östl. Asiensbezog, zu vermeiden, kam man Enve des15.Jahrh.aufden Gedanken, einen directeu Seeweg nach jenenLändern aufzusuchen. Auf den zu diesem Zweckeansgeschickten Expeditionen entdeckte der VenetianerJohann Cabot 1497 Neufundland und 1498 be-fuhr sein Sohn Sebastian die Küste NAmerikas vom61° n. Br. bis zur Slldspitze von Florida. 1500 ge-langte sogar der Portugiese Cortereal nach Labra-dor. Durch diese Unternehmungen u. nach der Ent-deckung der Südsee schwand jeder Zweifel, daß Ame-rika als eine getrennte Welt zwischen Asien u. Eu-ropa sich ausbreite und um so eifriger forschte mannach einer nördl. Durchfahrt. Zwei Wege konntennur zu dem ersehnten Ziel führen, nämlich ein westl.od. östl., u. so entstanden die Ausdrücke: nordwestl., u. nordüstl. Durchfahrt. Außerdem tauchte auch der