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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Nordlicht —

thiere), etwas Ackerbau, Vogelfang (Seevögel, Eider-gänse), Fischerei, Beerensuchen u. Jagd. Eintheil-ung in die Vogteien: Lofoten, Vesteraalen, Saltenn. Helgeland. S- Berns.

Nordlicht (Polarlicht, Nordschein, Lnrors. do-rsalio), eine bogenförmige, in der Gegend der (mag-netischen)ErdpolestchbildendeLichterscheinung, welchemit dem Erdmagnetismus in Beziehung steht. DerVerlauf des N-es, wie es z. B. im hohen Norden zuBossekop (70°n.Br.) vonLottinbeobachtetn.beschrie-ben worden ist (derselbe sah dort in 206 Tagen 143N-er), ist etwa folgender: In der Dämmerungszeitfärbt sich der obere Theildes nach Nordenhin beständigherrschenden leichten Nebels in einer Höhe von 4 bis6"; cs bildet sich ein blaßgelber, bogenförmiger, eindunkleres Segment begrenzender Streifen; derselbesteigt allmählich höher, während sein höchster Punktimmer ungefähr nach der Richtung des magnetischenMeridians (5—18° westl. davon abweichend) bleibt.Bald erscheinen schwärzliche Streifen, und es bildensich infolge dessen aus dem Lichtbogen Strahlen,welche sich verlängern und verkürzen (die Strahlenschießen) u. in der Gegend des vorigen Bogens amglänzendsten sind. Oft durchläuft mehrmals einWechsel des Glanzes die ganze Reihe von Strahlen,u. bei dieser nndulatorischen Bewegung verläßt bis-weilen einer der Füße des Lichtbogens od. beide denHorizont. Die Strahlen färben sich, die unterstenTheile derselben hell blutroth, die mittleren sma-ragdgrün, die obersten bleiben gelb. Es bilden sichmehre concentrische Bogen, oft dicht hinter einander,bis zur Zahl 9. Verlängern sich die strahlen hin-reichend über das Himmelsgewölbe, so treffen sieungefähr in einem Punkt, welcher der Richtung desSüdendes der Jnclinationsnadel entspricht, zusam-men und bilden hier die sogenannte Krone desN-es (Oorcma). Diese dauert nur wenige Minu-ten und mit ihr nimmt die Erscheinung ein Ende;die Strahlen werden kürzer, glanzloser, sie erscheinennur noch südl. vom Zenith u. verschwinden, ehe siehier den Horizont erreicht haben. Dies ist die voll-ständige Erscheinung eines N-es, welche oft mehrereStunden währt u. mit der Helligkeit des Vollmon-des die Erde erleuchtet. Oft kommt die Krone nichtzu Stande, oft bleiben die Bogen unvollständig. DieAusdehnung der N-er ist in Beziehung des Raums,innerhalb dessen einzelne N-er sichtbar werden, oftsehr ansehnlich. Manche sind selbst in Italien undPortugal gesehen worden. Das N. am 5. Jan. 1759war in Pennsylvanien und Frankreich, das am 17.Sept. 17 70 in Frankreich u. China, das am 7. Jan.1831 im ganzen nördl. u. mittleren Europa und inNAmerika, das am 1. Septbr. 1859 in NAmertka,Europa u. Sibirien, im Atlantischen Ocean bis zu12° n. Br., im Stillen Ocean bis zu 20° n. Br., inAfrika bis zu 14° n. Br. sichtbar. Merkwürdig ist,daß mit den nördl. Polarlichtern gleichzeitig in densüdl. Erdgegenden ähnliche Erscheinungen (Südlich-ter) wahrgenommen werden. Wenigstens wurdenstets an den Tagen, wo Cook u. Förster (im Jahre1773 und später) in der Nähe des Südpols Polar-lichter gesehen hatten, in der nördl. Halbkugel ent-weder wirkliche N-er oder doch eine bedeutende Un-ruhe der Magnetnadel beobachtet. Auch am 1. Sept.1859 wurde gleichzeitig mit dem N. ein Süd lichtbeobachtet, welches in Australien, Südamerika u. im

Nördlingcii.

JndischenOrean sichtbar war. Beide Erscheinungenhaben den gemeinsamen Namen Polarlicht; LasSüdlicht wird zuweilen auch Australlicht genanntDie N-er zeigen sich sowol am Morgen, als am

Abend, u.sind überhaupt an keine bestimmte Stunde

gebunden. Außerdem sind aber gewisse Monatedes. der März u.Oct., reich an N-ern, sowie endlichauch manche Reihen von Jahren mehr N-er auszu-weisen haben als andere. Man hat in der neuestenZeit eine N-Periode von 10—11 Jahren, einesolche von 55H und eine von 222 Jahren gesunden(vgl. H. Fritz, Verzeichniß beobachteter Polarlichter,Wien 1873). Die Höhe der N-er ist nur unvoll-kommen bekannt. Vermnthlich findet die ganze Er-scheinung in den äußersten Regionen der Atmosphärestatt. Professor Loomis fand Höhen von 80—-logdeutsche Meilen über der Erdoberfläche für das N.Nach den Messungen von Galle lag die Krone desN. vom 25. Oct. 1870 72 Meilen und die des N.vom 4. Febr. 1872 56 Meilen hoch. Mit der Lust-elektricität steht das N. in keinem Zusammenhang,wol aber mit dem Erdmagnetismus; denn nicht nurliegen die Strahlen des N-s im magnetischen Meri-dian u. die Krone in der Richtung derJnclinations-nadel, sondern die Magnetnadel erfährt auch zurZeit von N-ern Störungen. Das N. scheint dem-nach mit den abnormen Schwankungen des Erd-magnetismus gleichen Ursprungs u. gewissermaßeneine Entladung zu sein, durch welche sich das ge-störte Gleichgewicht wieder herstellt, weshalb es Hum-boldt als ein magnetisches Gewitter bezeichnet. Überdie eigentliche Natur des N. ist man noch im Unkla-ren. Den meisten Auklang findet die Hypothese vonde la Rive. Nach derselben ist das N. eine wesent-lich atmosphärische Erscheinung, die ihren Ursprungin einer elektrischen Entladung an beiden Polen hatEine Zeitlang glaubte man auch, das N. entstehe,wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne ineine Wolke kosmischen Eisenstaubes eindringe, alleindas Spektroskop zeigte, daß das Licht des N-s nichtvon Eisentheilchen herstammt. Das N. zeigt zweiverschiedene Spektren. Das eine besteht aus gelbenLinien u. ist für das N. charakteristisch; das anderebesteht ans schwachen rothen Lichtstreifen, welche nurbei sehr starkem N. wahrgenommen werden können.Schon die älteren griechischen u. römischen Schrift-steller (Aristoteles, Plinius, Seneca) erwähnen Lust-erscheinnngen, welche N-er gewesen zu sein scheinen;doch blieb das Phänomen seinem eigentlichen Ver-halten nach unbeachtet. Erst vom Jahr 400 n. Ehr.an finden sich in Chroniken Andeutungen von N-ern.Doch während inan Alles, was am Himmel, seinerUngewöhnlichkeit wegen, die Aufmerksamkeit auf sichzog , niederschrieb, kommt in den Jahren 1465 bis1520, dann wieder V0N1581—-1600, auch von 1621bis 1686, wo schon die Astronomen mit der größtenAufmerksamkeit Alles, was am Himmel vorging,beobachteten, durchaus keine Nachricht eines erschie-nenen N-s vor. Um 1686 zeigten sich einige schwacheN-er, nachher aber fingen sie erst 1716 wieder an,u. Halley bemerkt, daß das von ihm beobachtete N.das erste gewesen sei, welches er gesehen habe. Seit-dem waren sie bis zu Ablauf des 18. Jahrh., sowieseit 1820 wieder häufiger. Specht.

Nördlingen, unmittelbareStadtimbayer.Rgbz.Schwaben, im sog. Ries, einer sehr fruchtbaren Land-