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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

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daß di- Friesischen Inseln T-pel, Vlieland, Ter,schelling,Ameland,SchiermonningOogu.Notlumur,spriinglich einen Bcstandtheil des Festlandes bildeten.Unter der Annahme, daß die N. alle 7 Jahre voneinem Einbruch der See an irgend einein Punkt zuleiden haben, hat man berechnet, daß das Land seitetwa 1300 Jahren von nicht weniger als 190 der-artigen Katastrophen heimgesucht worden ist. Auch^ die größtentheils ans Inseln bestehende Prov. See-land muß derartige Veränderungen vielfach erfahrenhaben, obwol anzunehmen ist, daß das Meer hierandererseits vielfach aufbauend gewirkt hat, da manweiß, Laß jene Inseln zu Casars Zeit, zur Fluthzeit,i fast ganz unter Wasser zu stehen kamen und nur zurZeit der Ebbe schlammige Flächen darboten. Selbst-verständlich haben aber erst die Deichbanten Seelandzn dem gemacht, was es ist, ein Satz, der sich übri-gens allgemein aus die ganzen Sk., mit Ausnahmeder nur den geringeren Theil des Areals ansmachen,den, höher gelegenen Gegenden anwenden kann.Selbstverständlich wirken solcheFluthdurchbrüche auchaus die Gestaltung des Binnenlandes vielfach ein;dazu kamen die Flußüberschwemmungen, die oft anFurchtbarkeit die des Meeres noch überboten, so derDurchbruch der Maas, welche den Biesbosch (s. d.)bildete. Das auf diese Weise für die N. verloren ge-gangene Terrain wird auf etwa 6400 Hs Lm ange-geben, von dem allerdings durch Einpolderung (s.Polder) schon etwa die Hälfte wieder gewonnen ist.Kommt das Project der Trockenlegung des südlichenTheiles der Zuidersee zur Ausführung, worannicht zu zweifeln, obwol diese ein Opfer von 125M Will. Fl. erfordert, so nähert sich dies Conto be-deutend der Ausgleichung, da der einzupolderndeRaum einen Flächeninhalt von 1760 sUkm ein-nimmt. Infolge der Flachheit der Küsten haben dieR. auch verhältnißmäßig wenig natürliche Häfen. Die-selben liegen fast alle tief in Flußmündungen versteckt>l. bei den allermeisten mußte die Kunst ersetzen, wasdie Natur versagt hatte. Rotterdam, Dordrecht,Amsterdam, Helder sind die größten u. schlagendstenBeispiele hierfür. Die N. sind überhaupt das niedrigstgelegene Land in Europa (s. d. S. 600), es hat nureine durchschnittliche Meereshöhe von S,gin, derhöchstePuukt im eigentlichenHolland übersteigt kaumIVO m (Appeldoorucr Hügel bis 110 m, Philipps-berg in Gelderland 107 in, der Hertenhenvel in derBeluvel05in,HoenderbergbeiNimwegen100inrc.),«ährend in der Prov. Limburg Erhebungen bis zuSIS m Vorkommen. Die Dünen steigen bis 50 in(s. u.). Große Complexe liegen aber tiefer, als dermittlere Wasierstand des Meeres, manche sogar tiefer«ls der Stand der Ebbe, während fast alle nächst derveeküste belegenen Siegionen unterhalb der Fluth-höhe liegen, weshalb dieselben, wo nicht der natür-liche Schutz der Dünen sich gebildet, durch Damm-bauten geschützt werden müssen, stark genug, um? bes Brandung u. den Sturmfluthen Trotz zu bieten.E Dünen finden sich aber nur an den westl. Küstender Provinzen Süd- und NHolland; man kann alsoermessen, welche colossale Ausdehnung diese Damm-banten haben. Auch erfordert deren Unterhaltung-nie strenge Überwachung (es besteht dafür ein be-sonderes Jngenieurcorps) u. einen Kostenaufwand57 Mill. Fl. Natürlich sind hierbeiauch die Dämme der Kanäle und Flüsse mit einbe-

l griffen, denn bei diesen walten oft dieselben Niveau-Verhältnisse ob, so daß man bei Befahrung derselbendas umliegende Land förmlich zu Füßen sieht. DieZahl der Kanäle inden N.ist fast endlos zu nennen.Dieselben dienen drei verschiedenen Zwecken, die sichaber meist in einem u. demselben Kanal vereinigen.Der wichtigste Zweck ist die Entfernung des über-flüssigen Wassers, bes. ans den tiesgelegenen Land-strichen. Dieselbe erfolgt mittels unzähliger Wind-mühlen (eine fernere Eigenthümlichkeit der N.), diemit Schöpfrädern und Pumpwerken in Verbindunggebracht sind. Dieses Wasser wird schließlich zurEbbezeit in die See abgelassen oder ausgepumpt.Auf diese Weise benutzt der Niederländer auch aufdem Lande das Luftmeer als Bundesgenossen gegendas Wassermeer. Zweitens dienen sie als Handels-straße u. überhaupt als Communicationsmittel unddrittens als Einfriedigung der Wiesen und Felder.Die wichtigsten Schifffahrtskanäle sind zunächst diebeiden der Seeschifffahrt dienenden: der 80 Irin langeNHolländische und der 25 Irin lange Nordsee-Kanal(s. b.), beide von Amsterdam ausgehend. Für dieBinnenschifffahrt sind wichtig: der etwalOOIcin langeKanal, der unter verschiedenen Benennungen vonAmsterdam zur Utrechter Vccht u. über Viauen amLeck nach Gorinchem (Gorknm) anderMerwede(Armder Maas) führt; der 122 Lm lange Süd-Wilhelms -kanal von Mastricht nach Herzogenbusch; der Kanalzwischen Almelo und Zwolle (45 Ion), die Deedems-vaart (40 Lin) zwischen Vecht und Mel bei Hasselt;der DrenthscheKanal(60 Icm) von Meppel bis in dieMoorgegend an der preuß. Grenze; der DrenthscheHauptkanal (60 Lin) von Meppel nach Assen mitmehreren Ncbenkanälcn; der Nord-Wilhelmskanal(35 Lin) von Assen nach Groningen; das DamsterDiep (30 km) von Groningen nach Delfzyl am Dol-lart; der Lange Kanal (110 Lin) von Groningen überDokkum, Leenwaarden und Franeker nach Harlingenan der Zuidersee, endlich verschiedene wichtige Kanälezur Verkürzung der Seeschifffahrt auf den Seeländi-schen Inseln. Die sonstige Bewässerung der N., so-wol durch Flüsse als durch Seen, ist ebenfalls äußerstreichlich. In ihrem Gebiete liegen zunächst die zahl-reich verzweigten Mündungen der Flüsse Rhein,Maas und Schelde, von denen die beiden elfterenaußerdem mit einem bedeutenden Theile ihres Unter-laufes dem Lande angehören (s.die betr.Art.). Danngibt es eineMenge kleiner Flüßchen, die aber fast alleschiffbar oder kanalisirt sind, wie die OudeAa, die alsRcitdiep in die Nordsee mündet; die Meusel Aa inden Dollart, die Vecht, Nebenfluß der Issel (Rhein-arm); die Utrechter Vecht, später Amstel genannt;die Dommael, Nebenfluß der Maas rc. Von denBinnenseen, die hauptsächlich in zwei Gruppen (inFriesland u. vstl. vomHaarleiner Polder) erscheinen,sind Fln'össcn Meer, Tzeuke Meer und Leg Meer diebedeutendsten. Das Klima der N. steht in engemZusammenhänge mit der geschilderten localen Be-schaffenheit; es ist feucht n. neblich, milder als unterderselben Breite in Mitteleuropa u. schon in Mittel-deutschland, dabei aber mit sehr unbeständigen Wit-terungsverhältnissen. DiemittlereJahrestemperatnrbeträgt in Amsterdam -s- 8 °R., in Groningen 7, 5 "u. in Mastricht S°U. In einigen sumpfigen Gegen-den ist das Klima ungesund, im Ganzen kann man es^ aber eher ein günstiges, dennein ungünstiges nennen.