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Nieder-Aula — Niederlande.
Manlthiere; unbedeutend hingegen die Rindvieh- u.Pferdezucht. Die Industrie ist von geringer Bedeut-ung. Der Gesammtwerth der industriellen Prodnctebeträgt jährlich nur etwa 14 Mill. Frcs. Volks-bildung: 1872 gab es in dem Dep. unter 100 Be-wohnern über 6 Jahre 29,-, Ununterrichtete, in ganzFrankreich 88 , 4 . Eintheilung in 5 Arr., 30 Cantoneu. u. 251 Gemeinden. Hanptort ist Digne. H-Berns.
Nieder-Aula, Marktflecken im Kreise Hersfelddes preuß. Regbez. Kassel, an der Mündung derAula in die Fulda; 1871: 1200 Ew.
Niederbarnim, Kreis im preuß. Regbez. Pots-dam, wird von der Havel u. Spree bewässert u. vonder neuen Berliner Ringbahn (Niederschles.-Märk.Eisenbahn),der BerlinerNord-,der Berlin-Stettiner,der Preuß. Ost- und der Linie Breslau-Berlin derNiederschles.-Märk. Eisenbahndurchschnitten; 1739,51jHüm (31,xg UM) mit(1875)l18,675Ew. —DasKreisamt befindet sich in Berlin.
Niederbayern, Regbez. im Königreich Bayern,10,767,5, slsüm (ISS ,55 ÜW) mit (1875) 622,357Ew. (auf 1 sD stw 58, in ganz Bayern 66 ), grenztim N. an die Oberpfalz, im W. und S. an Ober-bayern u. im O. an das Erzherzogthum Österreichob der Enns u. Böhmen. Der Theil desselben nördl.von der Donau wird von dem Bayerischen Waldeerfüllt, der südl. von der Donau gelegene gehört derSchwäb.-Bayer. Hochebene an, welche hier ein wel-lenförmiges, sich gegen NO. zur Donau abdachendesHügelland bildet, das mehrfach von ausgedehntenEbenen unterbrochen wird. Bewässert wird N. vonder Donau, Isar, Inn, Jlz u. dem Regen, so wievon dem Großen u. Kleinen Arber- u. dem Rachel-see. Eisenbahnen: zusammen 327 stm. Nördlichvon der Donau ist die Hälfte der Oberfläche mitWald bedeckt, südl. von diesem Flusse ist der Bodenmeist fruchtbar (im Bezirksamt Straubing sogar vonganz ausgezeichneter Fruchtbarkeit) u. deshalb hierder Ackerbau von Bedeutung. Unter allen bayer.Regbez. hat N. den verhältnißmäßig größten Nind-viehstand. An Mineralien werden Graphit, Porzel-lanerde, Braun- u. Steinkohlen, Schwefelkies, Eisen,Blei, Silber u. Gold (Waschgold aus Donau, Isaru. Inn) gewonnen. Es gibt auch mehrere Mineral-quellen. Eintheilung in die 3 unmittelbaren Stadt-bezirke Landshut, Passau u. Straubing, u. 21 Be-zirksämter. SitzderRegierungistLandshut. H-Berns.
Niederbronn, Stadt im Kreise Hagenau desRegbez. Unter-Elsaß (Elsaß-Lothringen), in dem an-muthigen Thale des Falkensteiner Baches, Stationder Elsaß-Lothring. Eisenbahnen; schönesStadthaus,Mutterhaus der Schwarzen Schwestern, Papier-fabrikativn, große Eisenwerke (auch in derUmgegend),Eisensteingruben, Gerberei, zwei Mineralquellen mitBadeanstalt (das Bad war schon den Römern be-kannt); 1875: 3176 Ew. — Westlich über dem Orte,auf dem steilen Wasenberge die Ruinen der im 14.Jahrh. erbauten Wasenburg, mit schöner Aussicht.Die Umgegend ist ein Fundort zahlreicher keltischern. römischer Alterthümer. N. war von 1570—1764im Besitz der Grafen von Hanau und kam dann anden Baron Dietrich. Des Letzteren Familie hat sichum den Ort sehr verdient gemacht. Bei N. im Deutsch-französ. Kriege 26. Juli 1870 erster Zusammenstoßeiner württemberg.-bad. Recognoscirungspatrouillemit den Franzosen. H- Berns.
I Nieder-Charente(6starollts-Illssrisurs) fran-
zösisches Dep., s. Charente 3). '
Nieder-Deutschland, die nördlichen LänderDeutschlands, welche innerhalb der NorddeutschenTiefebene liegen.
Niederdruckmaschinen, s. Dampfmaschine
Niedere Gerichtsbarkeit, Gerichtsbarkeitwelche sich nur über bürgerliche Rechtsstreiligkeitenund geringere Verbrechen erstreckt.
Niedergehen, vom Grubenbau; Zusammen-brechen.
Niederhesscn (N. mit Schaumburg), sonst dienördlichste Prov. in Knrhessen, an der Werra, FuldaWeser, Diemel, Eder, Elbe, Schwalm, Ems rc.; jetztder nördlichste Theil des preuß. Regbez. Kassel.
Niederlahnstein, s. Lahnstein 2 ).
Niederlande (hierzu eine Karte) (Bereinigte N.gewöhnlich Holland genannt; Holland, dlsäsrlauäsfranz. ?ais-Las, engl. Dletüisrlanäs), Königreichim westl. Europa, besteht ans 2 getrennten Theilendem eigentlichen Königreich n. dem GroßherzogthumLuxemburg, welches als besonderes Land betrachtetwirb u. auch bes. behandelt ist. Das Königreich derN. grenzt östl. an die preuß. Prov. Hannover, West-falen u.Rheinlands, südl. anBelgien, nördl. u.westl.an die Nordsee u. besieht aus folgenden
Provinzen
Areal inÜHkva
tLmwolmer Ans.1876
im ! 1
Ganzen
Groninqen .
2292
238662
104
Friesland
3275
313804
96
Drentbe
2663
112221
42
Overyffel
gsss
265144
80
Gelderland .
5087
448820
88
Utrecht
1384
184084
133
Nordbolland.
2730
629345
231
Südholland .
2991
748162
250
Seeland
1762
185628
108
Nordbrabant.
5128
451095
88
Limburg
2205
232562
105
Total"! 32840 I ssosssy 116
Am stärksten ist demnach SHolland, am schwächstenDrenthe bevölkert. Diese Einwohnerzahl ist nach derBevölkerungsbewegung berechnet. Bei der letztenVolkszählung (1869) (alle lOJahre findet eine solchestatt) betrug dieselbe 3,579,529 Seelen, davon1,764,118 ober49,g°/g männlichen Geschlechts. Diefrüheren Volkszählungen ergeben:
1829 2,613,487 1849 3,056,879
1839 2,860,450 1859 3,293,577
Unter der Einwohnerzahl von 1869 waren Protestan-ten 2,193,281,Römisch-Katholiken 1,313,084, Juden68,003, Jansenisten 5337 rc. Nach den Nationali-täten gab es etwa 2,400,000Holländer (in derProv.Nord- u. SHolland, Seeland u. Geldern), 500,000Friesen (in Friesland, Groningen, Drenthe, Over-yssel rc.), 400,000 Flamänder (in NBrabant undLimburg) und 50,000 Niederdeutsche in Limburg.
Die Küstenbildung der N. ist, obwol durch-gängig flach, dennoch ziemlich gegliedert, bes. giltLies von den Provinzen NHolland u. Seeland. OhneZweifel hatten diese Küsten aber vor Zeiten eineandere Gestaltung. Sturmfluthen und damit ver-bundene Wegschwemmung von Dünen, sowie Damm-brüche, haben dieselbe wesentlich verändert. DerDollart n. die Zuidersee sind erst um 1277 entstan-den u. mit aller Wahrscheinlichkeit läßt sich annehmen,