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Nicot —
treibe, Wein, Öl; 14,789 Ew., welche den lombar-dischen Dialekt der Italien. Sprache reden.
Nicot, Jean Ät. de Villemain, geb. 1530 inNimes; war Gesandter des Königs Franz II. amportugiesischen Hose, brachte 1560 die Tabakpflanze(nach ihm Iliootiana genannt) mit nach Frankreichund führte 1564 daselbst das Rauchen ein. Er istauch der Verfasser des ersten bekannten franz. Wör-terbuches und st. 1600.
Nicotera, Stadt in der italien. Prov. Catan-zaro, am Mittelmeer; Schloß, Kathedrale, Bischof,Gymnasium; Sardellenfang;470lEw.(Gem.6347).
kiicotiana L., Pflanzengatt, aus der Fam. 8ola-naosas-Hiootiansns (V., 1., benannt nach JeanNicot); Blüthen in end- und achselständigen, rispigangeordneten Wickeln, deren Hochblätter bisweilenfehlen; Kelch cylindrisch-glockenförmig; Blumenkronetrichterförmig od. stieltellerförmig, mit 5lappigem,in der Knospe gedrehten Saum; Kapsel an der Schei-dewand aufspringend, 2klappig, die Klappen 2spal-tig. H. tabaonm L. (Virginischer Tabak), aufrechte,1—IHm hohe, in SAmerika heimische, inNAmerika,Europa, Asien häufig angebaute Pflanze, mit herab-laufenden, eilanzettförmigen, spitzigen Blättern, blaß-rothen, rispenständigen, trichterförmigen Blüthen;aus den Blättern wird der Tabak (s. d.) bereitet, zudem aber auch die folgenden dienen. II. latissirnaIIMk. (Maryland-Tabak), mit breit-elliptischen odereiförmig-lanzettlichen, am Grunde geöhrten Blätternn. rosafarbenen Blüthen, sonst wie vorige; in Thü-ringen unter dem Namen Baumknaster gebaut.H. rnstioa L. (Bauerntabak), mit gestielten, eiför-migen, klebrig-haarigen Blättern u. grünlich gelbenBlüthen; in Mejico heimisch, vorzugsweise im Orientgebaut und den türkischen Tabak liefernd. H. §ln-tinasaL. (Soldatentabak), mit klebrigen, gestielten,herzförmigen Blättern, purpurrothen, einseitig inEndtrauben stehenden, fast rachcnförmigen Blüthen,durch bes. starke, giftige Wirksamkeit ausgezeichnet;in Südamerika Arzneipflanze. H. panienlata L.(Jungferntabak), mtt gestielten, herzförmigen Blät-tern u. grüngelblichen, rispenständigen Blüthen. H.olnnsnsis Mse/t., in China, daselbst Hun genannt,n. seit alten Zeiten als Bonckos (Cigarren) gerolltund in Pisangblätter gewickelt zum Rauchen u. auchzum Schnupfen gebraucht. H. persieg, Drnckl. gibtden Schirastabak. H. snavoolsns L. mit weißen,wohlriechenden Blüthen, wie die vorigen als Zier-pflanze cultivirt; in Australien. Engter.
Nicotianin, eineim Tabak enthaltene, fettartigeSubstanz, welche den angenehmen Geruch des Tabak-dampses und einen bitteren aromatischen Geschmackbesitzt. Der Ansicht der Tabakfabrikanten zufolge solldie Tabaksorte die beste sein, welche das meiste N. ent-hält. Das N. ist noch höchst unvollständig untersucht.
Nicotin, , das Alkaloid der Tabaks-
arten. Feiner Havannatabak enthält etwa 2 "/„,während schlechte Tabaksorten bis zu 7"/» N. ent-halten. Der Tabakrauch enthält N. Es bildet imreinen Zustande ein farbloses Öl von betäubendemTabaksgeruch und brennendem Geschmack, das inWasser, Alkohol und Äther leicht löslich ist. Platin-chlorid erzeugt einen gelben Niederschlag, welcher bes.in salzsaurem Sk. charakteristisch krystallisirt und inWasser schwer, in Weingeist u. Äther gar nicht lös-;lich ist. Das N. ist eines der gefährlichsten Gifte;
Niebuhr.
schon in sehr geringer Menge wirkt es heftig auf dieBewegungsnerven, erzeugt Convulsionen, spä,»Lähmung u. den Tod. Broglie.
Nicoya, 1) Halbinsel auf der Westseite des cen-tralamerikan. Staates Costarica, bildet mit demFestland den gleichnam. Meerbusen. 2) Stadtdaselbst
Nicntowski, Arthur, deutscher Genre- undSchlachtenmaler, geb. 1830 zu Salwarschinen beiKönigsberg; bildete sich an der Königsberg» Ala-demie und lebte von 1847—51 in Düsseldorf, gj„adann nach Karlsruhe, um dort wieder unter Lessmazu studiren und kehrte 1856 nach Düsseldorf zurückSeine Schlachtenbilder zeigen lebendige Auffassung'glückliche Vertheilnng der Massen u. brillante Tech.'nik, nicht minder feine Beobachtung, aber etwashartes Colorit. Hauptwerke: Übergang über dieBeresina; Ende der Schlacht bei Leipzig (issz)-Heimkehr der Krieger. R-gm.
Nidda, 1) ein 98 km langer, rechter Nebenflußdes Main in der großherzogl.hess. Prov.Oberheffenu. der preuß. Prov. Hessen-Nassau, entspringt aufdemVogelsgebirge, nimmt links die Nidder u. rechtsdie Horloff und Wetter auf und mündet bei Höchst.2) Stadt im Kreise Büdingen der großherzogl. Hess.Prov.Oberheffen, am gleichnam. Flusse, Stationder Oberhess. Eisenbahn; Schloß, alter Thurm derJohanniterkirche, Papier-u. Blechwaarensabrikation,
Holzschnitzerei; 1871: 1753 Ew. N. kam 1434 vonden Grafen von Ziegenhain an Hessen. Dabei dasunbedeutende Soolbad Salzhausen.
Nidelbad, Bad im Bez. Horgen des schweizer.Kantons Zürich, unweit Rüschlikon am ZüricherSee; mit erdig-alkalischer Stahlquelle, deren Wassergegen Nervenleiden,Rheumatismus, chronischeHaut-krankheiten rc. empfohlen wird; ist neuerdings, daes auch zugleich ein hübscher Aussichtspunkt ist, wie-der mehr in Aufnahme gekommen.
Nid-Elv, 1) ein 180 km langes Flüßchen aufder SKüste Norwegens, im Amt Nedenäs, bildeteinige Seen u. Wasserfälle u. mündet bei der StadtArendal. 2) Flüßchen im norwegischen Amte Siid-Dronthcim, 116 km lang, bildet ebenfalls einigeSeen u. mehrere prächtige Wasserfälle und mündetbei der Stadt Drontheim in den Drontheimer Fjord.
Nidwalden, s. u. Unterwalden.
Niebuhr, 1) Karstens, berühmter Reisender,geb. 17. März 1733 in Lüdingworth im Lande Ha-Leln; wurde 1760 Jngenieurlieutenant in dänischenDiensten, bereiste im Aufträge des Königs Fried-rich V. von Dänemark von 1761—67 mit einer Ge-sellschaft Gelehrter für das geographische Fach denOrient und namentlich Arabien, Syrien und Klein-asien, wurde 1768 Capitän, 1778 Justizrath undLandschreiber in Meldorf, 1808 Etatsrath und starb26. April 1815. N. schrieb: Beschreibung von Ara-bien, Kopenhagen 1772, 2 Thle.; Reisebeschreib-ung von Arabien und den angrenzenden Ländern,ebd. 1774 ff., 2 Bde., S. Bd. herausgegeben vonOlshauscn 1837; Osseriptionss anirnallnin, guasin Itinsrs oriental! obssrvavit, Kopenh. 1775;lRoraaog^ptiaoo-aralnoa, ebd. 1776; loonesrorumnaturalinm, guas in itinore orisntaliäopillZioum-vit, ebd. 1776. Vgl. K.N-sLeben, Jena1817 vomFolgenden. 2) Barthold Geopg, einer der be-deutendsten Geschichtsforscher, Kritiker u. Philologen,Sohn des Vor., geb. 27.Aug. 1776 in Kopenhagen,