Ncukirchen — Neumann.
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ferei, Weberei, Stellmacherei, Rohrflechterei, Ver«! Trümmern der etwa Mitte des 5. Jahrh. durch die
fertigmig von Pfeifenköpfen, Bleichen; 1875: 4259Ew. (Ober-N. 2373 u. Nieder-N. 1886).
Ncukirchen, I) Kirchdorf in der Amtshaupt-mannschaft Chemnitz der königl. sächs. Kreishaupt-mannschaft Zwickau, unweit der Würschnitz; Schloß,Strumpfwirkern,Weberei,Steinbrüche; 1875:3345Ew. 2) (N. beim heiligen Blut) Marktflecken imBez.-AmtKötztingdes bayer. Regbez. Niederbayern,am Freibach; 2 Kirchen, darunter die stark besuchteWallfahrtskirche zum heiligen Blute (dieses soll nachder Sage 1450 aus einem hölzernen Marienbildegequollen sein, das die Husiten zerspalteten); Flachs-bau; 1875: 1649 Ew. 3) Stadt im Kreise Ziegen-hain des preuß.Regbez. Kassel, an der Grcnf; schönealte Kirche; Spitzenklöppelei; 1875: 1572 Ew. 4)Stadt im Kreise Solingen des preuß. Regbez. Düs-seldorf, 2 km nordöstlich von Opladen; Obstbau;1875: 2030 Ew. H. Berns.
Neukloster, Kirchdorf in der Herrschaft Wismardes Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin, amgleichnam.See; Schullehrerseminar, Präparandenanstatt, Blindeninstitut; etwa 1000 Ew. Das ehemalige 1219 gegründete Benedictinernonnenklosterwurde 1555 aufgehoben.
Neukomm, Sigismund Ritter von, bedeutender Komponist, geb. l0.Juli1778 in Salzburg;erhielt eine sorgfältige wissenschaftliche Bildung, ab-solvirte auch später die philosophischen u. mathema-tischen Studien u. erhielt musikalischen Unterricht vonMichaelHaydn, wurde schon 1793Organist in Salz-burg, 1796 Korrepetitor der borkigen Oper u. ging1798 nach Wien, wo erJos.Haydns Schüler wurde.1804 wendete er sich nach St. Petersburg, wo erKapellmeister u. Director der Deutschen Oper wurde,gab aber diese Stelle nach dem Tode seines Vaterswieder auf und lebte abwechselnd in St. Petersburgu. Moskau. Später ging er nach Paris, wurde hiermit Talleyrand bekannt, 1815 von Ludwig XVIII.geadelt und begab sich 1816 im Gefolge des Herzogsvon Luxemburg an den Hof Dom Pedros in Rio deJaneiro, mit welchem er 1821 nach Lissabon zurllck-kehrte. Dann lebte er wieder mit dem Fürsten Tal-leyrand in Paris, ging 1830 mit ihm nach London,durchreiste später den größten Theil Europas undging auch nach Afrika. Seine letzten Jahre verlebteer in London u. Paris, wo er 3. April 1858 starb.Er schrieb eine ungeheuere Anzahl von Kompositio-nen, darunter die Oper: Alexander; die Oratorien:Das Gesetz des alten Bundes, Der Berg Sinai,David re., eine Musik zu Schillers Braut von Mes-sina rc., und versuchte in seinen kirchlichen Werken,den großen Meistern des 16. Jahrh. nachzustreben,ohne sich jedoch auf deren erhabenen Standpunktschwingen zu können. Siebenrock.
Ne»kreuzer,nachdemösterreichischen45-Gulden'fuße der 100. Theil eines Guldens.
Neukuhren, Dorf im Kreise Fischhausen desPreuß. Regbez. Königsberg, an der Ostsee; Seebad.In der Nähe ansehnliche Bernsteingräberei.
Neu-Lcon, s. Nuevo Leon.
Nenmagen (Noviomagns der Römer), Markt,flecken im Kreise Bernkastel des preuß. Regbez. Trier,an der Mosel; alte Kirche (1190 erbaut), Weinbau,Kalksteinbrüche, Kalkbrennerei, Schifffahrt; etwa1500 Ew. N. ist römischen Ursprungs. Von den
Franken zerstörten Burg des Kaisers Constantin wur-den in der Folge mehrere andere Burgbauten ausge-führt, die jedoch ebenfalls der Zerstörung anheim-fielen. Seit 1877 finden wieder Ausgrabungen statt,sdie schöbe Resultate ergeben.
Neumann, 1) Joh. Balthasar, namhafterArchitekt, geb. in Eger(Böhmen, 168 7), st. 1753, standin fürstbischöflich-würzburgischen Diensten und hatte,vomFürstbischofJoh.Philipp vonSchönborn unter-stützt, Italien, Frankreich u. die Niederlande bereist.Er gehört zu den Wenigen, welche durch ihr gutesBeispiel einem geläuterten Geschmack im BauwesenEingang zu verschaffen bemüht waren. N. war zu-letzt Oberst der fränkischen Kreisartillerie. Haupt-werke: Das imposante Schloß in Würzburg, DieResidenzen in Bruchsal und Werneck, Das Schön-bornische Lustschloß in Koblenz, Die Deutschordens-kirchezuMergentheim.DieAbteikirchezuSchönthalrc.2) Franz Ernst, bedeutender Physiker, geb. 11.Sept. 1798 in der Ukermark, wurde 1826 Docent,dann Professor der Physik u. Mineralogie zu Königs-berg, wo er seitdem als Lehrer von der größten Be-deutung ist. Seine wissenschaftlichen Forschungensind in zahlreichen Abhaudlungenniedergelegt, welchevorwiegend thermische, optische u. krystallographischeThemata behandeln u. meist in den Abhandlungender Berliner Akademie u. in Poggendorffs Annalenenthalten sind. 3) Karl Friedrich, hervorragen-der Orientalist, geb. 22. Dec. 1798 in Reichmauns-dorf, unweit Bamberg, von jüdischen Eltern; wurdeerst Kaufmann, studirte aber seit 1816 in Heidelbergund München, wo er zur Evangelischen Kirche über-ging; er wurde 1822 Gymnasiallehrer in Speyer;1825 wegen freier Äußerungen im Geschichtsunter-richt seines Amtes entsetzt, privatisirte er in Mün-chen, ging 1827 nach Venedig n. von da nach Parisu. London, reiste 1830 nach China, kaufte dort eineChinesische Büchersammlung von 10,000 Bdn. an,wurde nach seiner Rückkehr 1831 Conservator dervonihman den Staat verkauften Chinesischen Biblio-thek und Professor in München; 1848 betheiligte ersich an den liberalen Bestrebungen in Bayern undwar Mitglied des Vorparlaments. Seit 1852 quies-cirt, zog er 1864 von München nach Berlin über,wo er 17. März 1870 starb. Der ebenso vielseitigeals gründliche Gelehrte schr. u. A.: Über die Staats-verfassung der Florentiner von Leonardus Aretinus,Franks. 1822; Llömoirss 8ur 1a vis st lea ouvragssäs Oavick pttilosoptte armsrüsu, Par. 1829; Pil-gerfahrten buddhistischer Prediger aus China undIndien, Lpz. 1833; Versuch einer Geschichte der Ar-menischen Literatur (nach dem Italienischen bear-beitet), ebd. 1833; Asiatische Studien, ebd. 1837;GeschichtedesEnglisch-chinesischenKriegcs, ebd. 1846,2. A. 1855; Die Völker des südl. Rußlands, ebd.1847,2. A. 1855; Beiträge zur Armenischen Lite-ratur, ebd. 1849; Geschichte des Englischen Reichesin Asien, ebd. 1857, 2 Thle.; Ostasiatische Geschichtevom ersten Chinesischen Kriege bis zu den Verträgenvon Peking, Lpz. 1861; Geschichte der VereinigtenStaaten NAmerikas, Berl. 1865 f-, 3 Bds.; ver-öffentlichte mehrere Übersetzungen armenischer (81-8bor^ okVartan, Lond. 1830; Vattram'8 Ciironiolsok ttts armsnian KInAäom in Oiliois, ebd. 1830) u.chines. Werke (Catsettiom ob tlro 8Iiaman8, ebd. 1831,