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Neu-Kalifornien
von den Deportieren colonisirt, zieht sich von SO.nach NW. (von 22°—20° sitdl. Br., 150°—147° östl.L. von Ferro), durchaus vulcanisch, mit bedeutendenBergen, wie Mt. Humboldt (1610 m), ist zum Theilaut bewässert u. fruchtbar, namentlich im Hügelland,zum Theil auch steril; Klima gesund; Fauna sehrarm, namentlich an größeren Thicren; Flora nichtso üppig, wie aus den nördl. Inseln, doch gedeihenalle Palmen, Zuckerrohr rc., von den Mineralpro-ducten sind Kupfer u. Nickel von Bedeutung. DieKüsten sind durch Sand- u. Korallenbänke schwer zu-gänzlich. Die Eingeborenen (Melanesier) zeigen sichder Christianirnng sowie der Civilisation unzugäng-lich, sind wild u. grausam, der Caunibalismus sollnoch bei ihnen Vorkommen. Hanptort: Port deFrance (Numea), Sitz des Gouverneurs u. der Be-hörden an der SKüste. N.-C. wurde 1774 von Cookentdeckt u. 1853 (24. Sept.) von Frankreich in Besitzgenommen. 2) S) Dronle.
Neu-Kalifornien, s. u. Californien 8).
Neu-Kastilien, s. Castilieu.
Ncuchätel , so v. w. Neuenburg.
Neudamm, Stadt im Kreise Königsberg despreuß. Regbez. Frankfurt, an der Darre; Tnchma-nufactur; 1875: 3380 Ew. — N. wurde 1540 vonKatharina, der Gemahlin Johanns von der Nen-mark, angelegt.
Ncudeck, Bergstadt im Löhm. Bez. Graslitz, imErzgebirge am Nohlabache; neues Schloß mit gro-ßem Park; großes Eisenwerk, Wollenwäscherei, Spi-tzenklöppelei, Fabrikation von Stickereien, Hand-schuhen u. Eßlöffeln; Bierbrauerei; Mühlen; 1869:2865 Ew.
Ncudcnan, Stadt im bad. Kreise n. Ämtsbez.Mosbach, an der Jagst; Station der Württemberg.Staats-Eisenbahnen; Residenz des Grafen von Lei-ningcn-N.; alte Burg, Eisenhammer, Weinbau;1875: 1265 Ew. — N. gehörte ehemals zu Kur-mainz.
Nen-Dcntschland, Ansiedelung dentscherFami-lien der Grafschaft d'Urban in der brit. Colonie Na-tal im südöstl. Afrika.
Neu-Dictendorf, s. Dietendorf.
Neu-Dongola, s. Dongola 4).
Neue Hebriden , so viel wie Heiligen Geists-Archipel.
Neuenahr, Bad unweit Ahrweiler im KreiseAhrweiler des preuß. Regbez. Koblenz, im Ahrthale,am Fuße des 328 in hohen Basaltkegels N., durchHöhenzüge gegen N- u. NO-Winde geschützt. N. be-sitzt 5 kohlensäurereiche, erdig-alkalische Thermen von-i- 17bis -s- 32"L. Temperatur,deren Hanptbestand-theile Soda, Kalkerde, Magnesia, Glaubersalz, Koch-salz, Kieselerde, etwas Eisenoxyd und daneben einereichliche Menge Kohlensäure bilden. Die Thermenhaben sich bes. bei chronischen Katarrhen der Brust-u. Unterlcibsschleimhäute, Harn- u. Nierenleiden,Menstruations-Störungen, Eierstocks-Entzündung,Gicht, Rheumatismus, Hautkrankheiten rc. als Heil-mittel einen Ruf erworben. Das Wasser wird ge-trunken, aber auch zu Bädern, Douchen u. Inhala-tionen benutzt. Das Klima von N. ist sehr mild,weshalb der Ort auch als klimatischer Kurort gilt.Das Bad, welches erst seit 1859 besteht, hat einenschnellen Aufschwung genommen; die jährliche Fre-quenz beträgt schon ca. 3000 Personen. Die Saison
— Ncuenburg.
dauert vom 1. Mai bis Ende October. Vgl. Prässar,Das Miueralbad N., Ahrweil. 1867. H- Berus.
Nencnbnrg, 1) Stadt im Kreise Schwetz despreuß. Regbez.Marienwerder, amEinflnßderMon-tau indie Weichsel; altes Schloß; Eisengießerei, Acker-bau; 1875: 4712 Ew. — N., angeblich 1185 ge-gründet, kam 1308 au den Deutschen Orden, der es1465 als letzten Punkt an der Weichsel wieder ver-lor 2 ) Stadt im Amtsbez. Mllllheim des badischenKreises Lörrach, am Rhein, 3 Icm westlich von derStation Müllheim der Bad. Staatsbahn; Obstbau,Fischerei, Schifffahrt; 1875:1286 Ew. — N. ge-hörte ehemals zum Bisthum Basel; hier st. 16. Juli1639 Bernhard von Weimar. H- Berus.
Ncuenburg (Nenfchütel, Neuchatel), ein Kantonder Schweiz, grenzt nördl. an den Kanton Bern, östl.andenNencnburgerSee, welcher ihn vonBeru,Frei-burg n. Waadt trennt, südlich an denKanton Waadtu. westl. an das frauz. Dep. Donbs; 807„z Hjicm(14,a7^M)unt(1870)97,284Ew.(auf1sIsicm120,inderganzenSchweiz64);84,334Rcformirte,11,345Katholiken, 931 andere Christen, 674 Inden. DerKanton liegt innerhalb dreier Ketten des Jura-Ge-birges, deren östliche, die des Chanmont mit denSpitzen Chanmont (1172 na), Creux du Vent (1465m) u. der Großen Robeila(1449 m), von dem Seyonu. der Reuse durchbrochen, sich längs des Sees hin-zieht; die knittlere mit dem San Märtel (1326 m),Tbte de Rang (1423 na), la Tonrne (1286 m), lesGrands Joux (1292 na), Cret de l'Onrs (1280 na),les FontanelleS (1245 na), die Thäler von Chauxde Fonds bis Brevine von la Sagne und Val deTravers thcilt u. sich bis zum Felsenringwalle vonSt. Snlpice hinzieht; die westliche endlich mit lePonillercl (1276 m), les Saguottes (1201 na) undMont du Cerf (1300 m), welche theilweise Frank-reich angehört u. die Grenzscheide bildet, im Kantonbis zum Grand Taureau (1326 m) sich erstreckt.Die Gebirge, welche ans dem an Versteinerungenreichen grauen Jurakalk bestehen, haben viele Höh-len, wie die Grottes aux Fees, chez le Brand, Tof-fiere u. a. Mehrere Passe führen über jene 3 Ket-ten. Die bedeutendsten, von letzteren gebildetenTHL-ler (sämmtlich Längenthäler) sind: Val de Ruz, Valde Travers, la Sagne, Chaux de Fonds und Locle,Brevine und Verrieres. Das flache Gebiet am Seewird vom Volke gewöhnlich le Bas (das Unterland)oder le Vignoble (das Weinland) genannt. Ge-wässer: der Neuenbnrger See (s. d.), welchen dieschifsbareZihl mit dem Bielersee verbindet, dieRense,der Seyon und viele kleine Bäche, Bieds genannt.Das Klima ist in den Landstrichen am See mild,in den Gebirgsgegenden rauh; im Sommer verdor-ren alle Gräser und die Bäche versiegen, im Winterfällt das Thermometer in manchen Gegenden auf
— 32° R. Von der Gesammtoberfläche sind etwa14°/o Ackerland, 46°/g Wiesen und Weiden, nahezu2°/o Weinberge und 15 °/» Waldungen und Gehölze.Prodnctc: Vieh, Bienen, wenig Wild, Fische (bes.Welse); Getreide (deckt nur ein Drittel des Bedarfs),Kartoffeln, Gemüse, Obst (nur wenig, wird noch ein-gcführt), Wein (am See, die besten Weine wachsen beiCortaillod, Bondry, N. u. Faverge); Eisenerz, cisen-haltigerMergel(znFarben benutzt), Steinkohlen,vielTorf, Asphalt, vorzüglicheBausteine. MineralquellensindzuLocle,Brevine, beiChatagne u.les Pouts. Die