Mond.
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eine dunkle Scheibe von W. nach O. über den M.hinziehen. Die M - fiusterniß ist total, wenn derganze M-, partial, wenn nur ein Theil desM-es! verfinstert ist, central, wenn der Mittelpunkt desErdschattens auf den Mittelpunkt der M-scheibe fällt.
" Daß der M. selbst bei totalen Verfinsterungen nichtganz verschwindet, sondern noch braunroth erscheint,hat seinen Grund in der Brechung, welche die an derErdoberfläche vorllberstreisenden Sonnenstrahlenbeim Durchgänge durch die Atmosphäre erleiden, u.zwar gelangen hauptsächlich die rochen Strahlen inLen geometrischen Schattenranin, während die blauenmehrzurückgeworfen werden. Da in der Gegend desM-es der kegelförmige Raum, den der Erdschatten er-füllt u. der von der Erde aus, als seiner Basis, bisf zu seiner Spitze etwa 217 Erdhalbmesser weit sich er-streckt, fast noch dreimal so groß ist, als die M-scheibe,so ist eine centrale M-finstcrniß immer auch total, u.dieselbe kann dann etwa 1K Stunden, die ganze Ver-t sinsternng vom Anfang bis zu Ende aber 4 Stunden38 Minuten betragen (vgl. Sonnenfinsternisse).
Die sichtbare Oberfläche des M-cs stellt sichals eine Scheibe, ungefähr von gleichem Durchmesserwie die Sonnenscheibe, d. i. von etwa H Grad (imPerigäum 33^ 31", im Apogäum 2iü 22") dar.Das Licht des Vollmondes ist nach Zöllner 618,000-mal schwächer als das Sonnenlicht. Das aschgraueLicht, in welchem kurz vor und nach Neu-M. nebender strahlenden Sichel die nicht direct von der Sonnebeschienene M-scheibe leuchtet, ist Folge der Beleucht-ungdes M-es durch die Erde, welche um dieseZeitdemM-e ihre beleuchtete Seite znwendet. Die Wärmen des M-es ist ganz gering. Stach Buys-Ballot beträgti die Differenz der größten u. geringsten Erwärmungt für Voll-M. undNen-M., Perigäum und Apogäum» in unserer atmosphärischen Luft etwa F., alsot nur R. Melloni hat durch sehr empfindliche Jn-! strmnente ermittelt, daß der M. zugleich mit dem: Lichte auch einige Wärme reflectirt, ohne jedoch die
Quantität derselben angeben zu können. Anderunssichtbaren M-esscheibe,sind hellere u. dunklere Stel-len(M-flccken) bemerkbar, welche in Fernröhren sichnoch weit deutlicher zeigen u. meist eine unveränder-liche Form haben. Manuimmthierans ab,daß,wäh-rend der M. einmal sich um die Erde bewegt, er auchzugleich einmal sich um seine Achse dreht. Indessens findet hierbei eine geringe Abweichung Statt, indemsiimmtliche M-flecken zusammen während derselbenZeit sich sowol oft- u. westwärts, als auch nord- n.südwärts um etwas verrücken. Man nennt diese,z von Galilei zuerst bemerkte, von Hevel, Cassini und, Tobias Mayer aber genauer bestimmte ErscheinungSchwanken od. Libration desM-es,u. nuter-scheidetdieOrtsänderung desM-es ost-u.westwärtsals Schwanken in der Länge, die nord- u. südwärtsaber als Schwanken in der Breite. Elfteres kommtdaher, daß die Umwälzung des M-es um seine Achsemit gleichsörmiger, sein Umlauf um die Erde abermit ungleichförmiger Bewegung geschieht; Letzteresdaher, daß die Ebene der M-bahn mit derjenigender Erdbahn (Ekliptik) nicht zusammeufällt, so daßwir also bald den Nordpol, bald den Südpol desM-es zu Gesicht bekommen. Das Schwanken desM-es in der Länge geht bis auf 8", das in der Breiteauf 6A° eines größten Kreises der M-kugel. ZurPhysischen Erklärung der M-flecken selbst Lachte man
sich ehemals (u. noch Kepler) die dunkleren Fleckenals Meere, die lichteren als Landstrecken. Obgleichdiese Meinung falsch ist, nennen die M-karten diedunkleren Flächen heute noch Llaro. Der M. besitztkeine Atmosphäre, mithin auch kein Wasser. Beigenauer Betrachtung zeigen sich die dunkleren Stel-len in der Regel als ebene, die helleren als ge-birgige, daher auch in den helleren Theilen der M-scheibe sich die Grenzlinie der Erleuchtung durchFernröhre immer höckerig u. ans verschiedene Art ge-bogen darstellt. Auch neben der Grenzlinie der Er-leuchtung nimmt man häufig Helle Punkte wahr,welche nichts Anderes sind, als hohe Spitzen in demunerleuchtetenTheile der M-scheibe, welche hier alleinvon der Sonne beschienen werden. Die Jelenogra-phie (M-beschre!bnng) hat in der neuesten Zeit großeFortschritte gemacht. Die uns zugekehrte Oberflächedes M-es ist, im Ganzen genommen, mehr durch-forscht als die Oberfläche der Erde. Die Oberflächedes M-es ist weit unebener als die der Erde. DieUnebenheiten des M-es bestehen ganz vorherrschenoaus erloschenen Vulkanen mit kraterförmigen Ring-wällen und centralen Eruptionskegelu, welche nichtnur viel häufiger, sondern znm Theil auch weit grö-ßer sind als die der irdischen Vulkane. Während diegrößten Krater unserer irdischen Vulkane höchstensetwa eine Viertemeile im Durchmesser erreichen,hat man ans dem M. solche bis 17 Meilen im Durch-messer erkannt. Von diesen riesigen Dimensionenabwärts nimmt man durch gute Fernrohre auf deruns sichtbaren Mondoberfläche noch viele Tausendein verschiedenstenGrößenabstufungenwahr, bis herabzur geringsten, durch unsere optischen Hilfsmittelüberhaupt noch erkennbaren Größe, welche auf ca.300 Fuß Durchmesser anzunehmen ist. Jedenfallsgibt es außer den durch die Größe wahrnehmbarennoch viel mehr kleinere u. deshalb nicht erkennbare,da die Zahl der sichtbaren mit ihrer Kleinheit starkzunimmt. Die kleinsten sichtbaren erscheinen über-haupt nur noch wie kleine runde Löcher, etwa wieausgeplatzte Blasen ohne centralen Eruptionskegel,während die von mehr als 3000 in Durchmesser inder Regel einen solchen enthalten. Nicht selten er-heben sich im Innern eines großen Kraters außerdem centralen Kegel auch noch einige kleinere, znmTheil sogar mit Gipfelkratern. Wo zwei Krater vonungleicher Größe einander berühren, da dringt stetsder kleinere seitlich in den größer» ein, woraus sichals wahrscheinlich ergibt, daß durchschnittlich diegrößeren früher entstanden sind als die kleineren,vielleicht infolge einer stetigen Abnahme der Energieder vulkanischen Thätigkeit. An die deutlichen Kra-ter mit centralen Eruptionskegelu schließen sich alssehr formverwandt die großen zuweilen iülaro oderWallebenen genannten Ringgebirge an, welche vielgrößere Durchmesser erreichen; so hatdas Llaro 6ri-sum etwa die Größe des Böhmischen Beckens. Ein-zelne Berge ohne Krater und Bergketten (Gebirge)sind auf dem M. weit seltener als die erloschenenVulkane u. zeigen ebensowenig wie diese irgendeinegesetzmäßige Vertheilung. Einige Gipfel in demApennin genannten, gegen 120 Meilen laugen M-gebirge steigen sehr schroff bis zu mehr als 17,000Fuß über die mittlere M-oberfläche auf, sind alsorelativ, d. h. im Verhältnis) zum Halbmesser der bei-den Himmelskörper, weit höher als irgend ein Berg