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Mistkäfer -
Mistkäfer, tloxropliaFa Laü'., Gruppe der'Käferfam. der Blatthörner. Dunkel gefärbte, zuwei- ^len metallisch glänzende Käfer von gedrungenem Kör- jperbau, kräftigem Bruststück und stark entwickeltenGrabbcinen; Fühler kurz, blätterig geknöpft; Tarsenschwach, bisweilen verkümmert; die breiten Schienenaußen gedornt. Zierralhen, alsHörnerzacken, Spitzenn. dergl. finden sich oft beim Männchen vollständigausgeprägt, beim Weibchen nur angedeutet. Käferund Larven leben im Mist der Sängethiere, bes. derHufthiere, u. werden durch Aufräumen des sich zer-setzenden Mistes nützlich. 1500 Arten aller Erd-theile. Gatt. lUonelms ICsber, Mistpillenkäfer,große, dunkel gefärbte, metallschimmernde Arten derTropen der alten Welt, von plattem, breitem, kräf-tigem Körperbau; Vorderrand des Kopfschildes sechs-zähnig; Vorderbeine ohne Tarsen, mit nach außenlang gezähnten Schienen; Hinterbeine einfach mit sei-nen Tarsen; drehen Kugeln bis zur Größe einer Bil-lardkugel ans Dünger, zur Nahrung der aus demeingeschlossenen Ei entschlüpfenden Larve. Die Ku-geln werden vergraben. saeor L., HeiligerKäser, bis 30 cm lang, schwarz, wenig glänzend;Flügeldecken, schwach gerippt; NÄfrika, auch SEn-ropa; den Ägyptern geheiligt, von ihnen auf Bau-denkmälern und Cameen abgebildet. Gatt, 6oxrisMondhornkäser, Körper gewölbt; Kopf-schild halbmondartig, beim Männchen mit einem nachhinten gekrümmten Horn geziert; Bruststück senkrechtansteigend, beim Männchen mit seitlichen Zacken undSpitzen; schwarz oder goldig. 0. lunaris D., gem.M., 2 ein lang, unter Kuhmist; Deutschland. Diekleinen zahlreichen Kothkäfer, OntiwpLaAusLakn.,sindgedrungen,flach gewölbt,ihrKopfflach,schildartignach vorn gezogen; Färbung nie grell, aber doch man-nigfaltig; überall verbreitet; Mistbewohner. O.tau-rus L., 1 om lang, schwarz, weit grauer gesprenkeltMännchen mit 2 vom Scheitel ausgehenden Hörnern.Die ebenfalls kleinen Dungkäfer, LMockins IttrA.,besitzen mehr gestreckten, walzlichen Körper, wan-dern im Fluge bei Hellem Tage von einer Dungstättezur anderen, sind vorzugsweise auf die gemäßigteZone beschränkt. L.kossorD.,lcwlang, schwarz.limslarins L., Vmmlang,schwarz, mitrothen Decken,n.a.m. Durch ihre Größe u. den sehr gedrungenen,gewölbten Körper fallen auf die eigentlichen M.,üvotrupss Lakr., schwarz, glänzend blau od. grün.Hierher: 6. steroorarius M., 24 mm lang; O. vor-ualis L., 1b mm lang, violettblan od. grün; meistim Schafmist; 0. silvations M., Larve in faulendenPilzen; 0.1'z püoeus M, d r e i h ö r ui g e r M., l 7 mmlang; Brust desMännchens mit3 nach vorn gerichte-ten Hörnern; in Sandgegenden in Schafmist. DieKäser der genannten Gattung fliegen des Abendsdes. im Herbst unter starkem Summen umher. Farwick.
Mistra (Misitra), Stadt und Hauptort in dergleichuam. Eparchie der griech. Nomarchie Lakonien,auf der Halbinsel Morea, am OAbhange des Tay-getos; Sitz eines griechischen Erzbischofs und einesgriechischen Collegiums; verfallene Citadelle; hattevor den Freiheitskriegen 20,000,jetzt kaum 1000 Ew.M. ist ans den Trümmern des alten Sparta gebaut,welche beim Dorfe Magoula 4 km von M. am En-rotas liegen. M. war anfangs eine Veste, welche iml 3. Jahrh. von fränkischen Rittern erbaut wurde u.Messire Guillaume(Messiriori) hieß. Die dabei
— Mitau.
' angebante Stadt Misitra wurde wegen der ungesun-^den Luft verlassen u. die jetzige Stadt etwas weiter^am Abhange desBerges herunter angelegt. Zur Zeitder Frankenherrschaft in Morea war M. bie Haupt-stadt des Thals, ging aber zuerst von allen Theilender Halbinsel den Franken wieder verloren u. wurdeder Sitz ihrer byzantinischen Gegenfürsten, unter de-nen später ein eigenes Despotat von M. , bestehendaus einem großen Theile der Halbinsel, errichtetwurde. 1460 wurde M. von Malatesta von Riminiverbrannt, kam unter die Herrschaft der Türken, inderen Besitz es mit geringen Unterbrechungen bis1687 blieb. Unter der Herrschaft Venetiens wurdees die Hauptstadt des Braccio di Maina; auch später,nachdem es wieder türkisch geworden, war es einblühender Ort. Im Befreiungskriege 1825 wurdees von Ibrahim Pascha erobert u. verwüstet. 1836ist von der griech. Regierung befohlen worden, daßdie Einwohner von M. von den Bergen herab insThal übersiedeln sollen, um das alte Sparta wie- >der anfzubauen; doch ohne großen Erfolg. 1870hatte dieses Neu-Sparta (Sparti) erst 2699 Ew.
Mistral, kalter NWWind auf dem Mittelmeere;im unteren Rhonethal bes. im Frühlinge wehend u.wegen der Nachtheile, welche er der Gesundheit undder Vegetation bringt, sehr gefürchtet.
Mistress (engl., abbreviirt Llrs.), Herrin, Frau !vomHanse, dem französischenMadame entsprechend; )derTitelverheiratheterFrauenbürgerlichcn Standes ((wenn sie nicht adeliger Abstammung, in welchem )Falle sie Lady bleiben); wird ohne Hinznsügung des -sNamens nur von Untergebenen derselben gebraucht. (
Mistretta (das alte Amestratus), Bezirkshanpt-ort in der ital. Prov. Messina (Sicilien); Gymna- Usium; lebhafter Handel u. bedeutende Gewerbthätig-keit; 11,218 Ew. A
Mita» (lettisch Jelgawa, russ. Mitawa), Haupt- kstadt des russ. Gonv. Kurland, gelegen an der Drixe lu. nahe der Aa, Station der nach Riga führenden !!Eisenbahn; hat regelmäßige Straßen mit meistnied- !rigen hölzernen Häusern; kaiserl. Schloß, Sitz desGouverneurs».derKronbehörden; 6Kirchen(Haupt- ikirche ist die Ende des 16. Jahrh. erbaute deutsche iKirche St. Trinitatis) und 3 Synagogen, Waisen- ^u.Armenhaus, Gymnasium (mit Bibliothek, Physika- ! (lischem Cabinet, Sternwarte), Kreis- n. Realschule;Kurläudisches Provinzial-Museum mit Sammlungen Ävon Gemälden, Naturalien, Alterthllmern, Münzen,Bibliothek; Kurländische Gesellschaft für Literatur u. 4Kunst (seit 1815); Adeliges Katharinenstist, 1775 ) >von Frau Katharina v. Bismarck gegründet; Diako-nissenanstalt, verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten; .
großer Markt zu Johannis (Johanniszeit). Die ^
Stadt treibt etwas Handel, hat aber wenig Fabrik- >betrieb. Über 23,000 Ew., davon mehr als die Hälft! ;Deutsche. Auf der Stelle des jetzigen Schlosses grün- ldete der Hochmeister Konrad v. Mandern 1265 eine >Ordensburg; daneben entstand ein Flecken, der 1435 !
Stadtgerechtigkeit erhielt. 1526—56 wurde die Re- Iformation eingeführt. 1621, 1625 u. 1658 erober-tcn die Schweden M., gaben es aber im Friedenvon Oliva (1660) zurück. 1642—95 war es Rest- Ddenz der Herzoge von Kurland. 1657 u. 1710 wü- sthete hier die Pest. Herzog Ernst Johann ließ 1738die alte Burg sprengen u. das neue Schloß bauen. , (Dasselbe diente vom Febr. 1798 bis 10. Jan. 1800 u. ^