85
Mission.
viel gewirkt, u. nach dem Frieden zwischen Englandu. China 1842 sind die M-en durch Engländer undNAmerikaner, neuerlich auch durch Deutsche in Ma-! cao, Kantonu. Hongkong, wo seil 1843 eine chinesisch-s europ. Erziehungsanstalt besteht, erweitert worden.? Allein bei der Beschießung von Kanton 1856 mußtens sämmtliche Missionäre ihre Stationen verlassen und' nach Hongkong fliehen, n. erst der Junivertrag 1857
- gewährte ihnen freien Zutritt. 1875wirkteninChina^ 436 Missionäre, davon 210 nordamerikanische, 194
engl, u.32 deutsche. In Japan hat seit den neuestenReformversuchen des Mikado das Christenthum diebesten Aussichten; 1875 wirkten dort schon 100 Mist^ sionäre (76 aus NAmerika, 24 aus England). Da-, gegen widerstrebte in Vorder- und Mittelasien deri Islam wie der Judaismus bis jetzt durchgängig den, ihnen zugewendeten Bekehrungsversuchen, b) In' Afrika gibttes an den Küsten des Südens zahlreicheM-enu.sürdieBekehrungderHottentotten n.Kaffern
- bildet dieCapstadtdeuMittelpunkt. NächstdenHerrn-; Hütern, Methodistenu. engl.Missionärenhatdie Rhei-
nischeM-sgesellschast einWnpperthal gegründet, zu-ll gleich gab die Regierung 1839 dem Unterrichtswesenfc inderColonie eine neue Einrichtung. AnfderWest-/ kllste ist der Erfolg der englischen, amerikanischen u.. deutschen M-en in fortwährendem Zunehmen ge-wesen, obschondasgefährlicheKlima u. die politischen^ Verwickelungen mit den dortigen Ncgerreichen, wie8 1869 u. in den folgenden Jahren mit den Aschanti,k auch die M-en bedrohen. Auf der OKüste, nament-i sich in Ägypten u. Habesch, sucht die Eifersucht derkoptischen und römischen Priester die evangelischeM-sthätigkeit zu hindern und durch die Verwirrungin jenen Ländern seit dem Sturz u. Tod des KönigsI Theodoros 1868 ist vollends die dortige M. aus«I sichtsloS. In Madagascar erhielt sich trotz der Ver-I solgungen 1836 u. 1849 eine Schaar von Christen, u.I die Königin Ranovala Majonka II. (seit 21. Febr.1869)ließ sich miteiuem großenTyeildes Adels taufen(s. Madagascar, Gesch.). v) In Amerika hat sichim N. ein Theil der heidnischenUreinwohner immertieser in die Urwälder zurückgezogen, ohne demChristenthum Eingang zu gestatten, während einanderer Theil der herrnhutischen und der englisch-amerikanischen Secten-M. sich zugänglich gezeigt hat.Um die Negersklaven haben sich des. die Quäker undMethodisten verdient gemacht. In Westindien, wodie Missionäre anfangs mit der Ungunst der Regier-ung und später mit den Sklavenhaltern zu kämpfenhatten, ist das M-swesen durch die Sklavenemanci-8 Pation ans den englischen Besitzungen sehr gefördert8 worden, ä) In Australien war der westl. Theil,8 Neuholland, Neubritannien, Vandiemensland, den8 M-en abgeneigl und ihre Bemühungen scheiterten«meist anLemNomadenlebenderEingeborenen. Da-8 gegen hat das M-swesen auf den nordöstl. Inseln,8 des. auf den Gesellschafts-, Sandwich-, FreundschastS-und Markesasinfeln, die größten Siege gefeiert undauf den meisten dieser Inseln ist der Götzendienstvöllig verschwunden. Unter den protestantischenM-sgesellschaften hat es mehrfache Differenzen ge-geben, bes. über die Frage, ob die M. vom Stand-punkt der allgemeinen Evangelischen Kirche od. vondem der Confessionskirche aus zu betreiben sei. Jaselbst unter den lutherischen M-en entstanden überdie Accommodation u. das Kastenwesen in Ostindien
Streitigkeiten. Im evangelischen M-swesenwaren nach der Allgemeinen Missionszeitschrift 1876auf 1559 Stationen 2132 Missionäre thätig, die sichauf ein M-sgebict vertheilt finden, das überhaupt1,537,074 Christen n. 389,059 Schüler zählt. Diejährliche Gesammtansgabe wird auf 22,146,281 2lveranschlagt. Von den Missionären hat England1060, Deutschland mit der Schweiz 502, Amerika460, die Niederlande 43, Frankreich 22 und derNorden 45 ausgeseudet. Für evangelische M-szweckeverausgabt England rund 12,301,000, Amerika7,120,000, Deutschland mit der Schweiz 2,140,000,die Niederlande 375,000, Frankreich 175,000 u. derNorden 34,000 Ai. Von den Bekehrten kommen aufAsien 449,170, aus Afrika 472,052, auf Amerika352,033, auf Australien 263,556 Seelen. Die Artdes M-sbetriebs hat in neuerer Zeit vonM-sfreun-den selbst, von Naturforschern und Reisenden, sowievon Theologen freier Richtung mancherleiKritik er-fahren: Die M. könne keine zu ihren Anstrengungenund ihrem Aufwand im Verhältniß stehenden Erfolgeaufweisen, schade sich selbst durch Rivalität der Ge-sellschaften, durch ungenügende Bildung der Missio-näre, durch confessionalistische Einseitigkeiten, gewalt-same Unterdrückung u. Nichtbeachtung der Eigenartder zu bekehrenden Völker rc. Doch wird wol nichtbestritten werden könueu, daß der M-sbetrieb wesent -lich zum Christenthum gehört und daß die M., indemsie die christliche Cnltur verbreitet und an die Stelleabgestorbener Naturreligionen die wesentlich ethischeReligion eiuführt, eine hohe, zukunftsreiche Aufgabevor sich hat. Vgl. Steger, Geschichte der evangeli-schen M., Hof 1838—42, 2 Bde.; I. Wiggers, Ge-schichte der evangelischenM.,Hamb. 1845f., 2 Bde.;Basler Missionsmagazin seit 1816; Vormbaum, DieM-sgeschichte in Biographien, Elberf. 1864; Lang-haus , Pietismus u. Christenthum im Spiegel deräußeren M., Lpz. 1864; Buß, Die christliche M.,ihre principielle Berechtigung und praktische Durch-führung, Leyd. 1876; Grundemann,M-satlas, Gotha1871; Äypke,M-sgeschichte, Berl. 1875; Liesmeyer,Deutsche M-sgeschichte auf Neuseeland, Brem. 1875;Rohden, Geschichte der Rhein. M-sgesellschaft, Brem.1871; Wangemann, Geschichte der Berliner M-sge-sellschaft, Berl. 1873; Zeitschrift für M., herausgeg.von Christlieb, Grundemann u. Warneck, Gütersloh.
3) Die Innere M. hat ihren Namen nicht vonder engl. Homo misoion, Heimath-M., die eine aufdie nächsten Kreise des Hauses, der Gemeinde, derProvinz beschränkte M.bedeutet,sonderndieser Namewurde zuerst von Professor Lücke und gleichzeitig vonWichern aufgebracht u. seit dem Wittenberger Kir-chentage (1848) allgemein angenommen. Er sollnach den Thesen des zweiten Stuttgarter Kirchen-tages (1857) bezeichnen: die Fortsetzung od. Wieder-aufnahme der ursprünglichen M-sarbeit in der christ-lichen Welt zur Überwindung des in demselben nochungebrochen gebliebenen, od. wieder mächtig gewor-denen Juden- u. Heidenthums. Die Bestrebungen,die unter dem Namen Innere M. zusammengefaßtwerden, wurzeln im Pietismus, im religiösen Auf-schwung der Freiheitskriege u. der dadurch getrage-nen Restaurationstheologie; es war aber auch vonEinfluß darauf der nach Deutschland herllberwirkendeMethodismus und der erneute Eiser der katholischenPropaganda in den ihren Zwecken dienenden Orden