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Missclsucht -
«ngsgeschichte ein wesentl. Hilfsmittelzur Erkenntnißder Organisation der Pflanzen. Kunze. Engkr.
Miffelsucht, so v. w. Aussatz.
Mißgeburt, s. Mißbildungen.
Mißhandlung, die an Anderen rechtswidrigverübte Gewaltthätigkeit, wodurch schmerzliche Ge-fühle erregt werden, die Ehre gekränkt od. auch Ge-sundheit und Leben bedroht wird. S. Körperverletz-ung u. Injurie.
Mißheirath (Llesalllanoe), eine Ehe zwischenPersonen, welche einander nicht ebenbürtig sind; vgl.Ebenbürtigkeit u. Ehe.
Misst äomimoi, Al. regii, Sendgrafen.
Missinippi, Fluß, so v. w. Churchill 1).
Mission (v. Lat., so v. w. Sendung) wird diegestimmte, auf Verbreitung ihrer Religion gerichteteThatigkeit der christlichen Kirche genannt, und zwarvorzugsweise diejenige, welche seit der Zeit der Re-formation von katholischeru. protestantischer SeiteindenseitherneuausgeschlossenenLändernentfaltelwird.
1) Die katholische M. Die Entdeckung Ame-rikas u. die Besitznahme Westindiens, Mejicos, Pe-rus, Brasiliens durch Spanien u. Portugal führtevon selbst zur Christianisirnng dieser Länder theilsmittels äußeren Zwanges, theils mit Hilse der älte-ren Orden, Benedictiner, Cistercienjer, Prämon-stratenser, bes. aber der Bettelorden. Aber baldwurde die M-sthätigkeit dieser Orden durch die Je-suiten weit überflügelt. Der Mitbegründer des Je-suitenordens, Franz Taver, machte 1542—52 inOstindien, China, Japan Len Anfang mit einer großeErfolge ausweisenden M-, die in den beiden letzterenLändernspäter blutig unterdrückt wurde, indemerstendurch Robert de' Nobili ihren Höhepunkt erreichte(1650) u. im sndamerikan. Paraguay gelang den Je-suiten sogar die Errichtung eines theokrat. Muster-staatcs unter den Eingeborenen. Die katholische M.erhielt einen Mittelpunkt in der LanArsAatro äspropaAsnän käs, zu Rom 1622 durch Papst Gre-gor XV. gegründet, von Urban VIII. 1627 durchdas Collegium der Propaganda erweitert. DiesePropaganda suchte bes. durch Stiftung von Semi-narien geeignete M-spriester zu gewinne», und Las17. u. 18. Jahrh. sind reich an Ordens- u. Vereins-siiftnngcn, die alle den Zwecken der Heiden-M. sichdienstbar machten. Die wichtigsten unter diesen sind:die Lazaristen, od. Priester der M., gestiftet 1624 vonVincenz von Paula; die Priester des Oratoriumsin Frankreich, gestiftet 1611 zu Paris von Peterv. Berulle, in Ceylon thätig; die Mechitaristen, Re-demptoristen, Theatiner, Barnabiten, Somasker,Eudisten u. a. In neuerer Zeit ist der katholischenM. eine neue Hilfe entstanden in den M-svereinenmit weit verzweigter Verbreitung in der Laienwelt,auch unter den Frauen und Kindern, wobei haupt-sächlich Lurch Sammlung kleiner Gaben (Sous-collecte) große Geldmittel zusammen gebracht wer-den; soderLaveriusverein, 1822 in Lyon entstanden,die Leopoldinenstiftnng in Österreich, 1829 gegrün-det zur Unterstützung der nordamerikanischen M., derLudwigs-M-Sverein in Bayern, der Verein derHeil. Kindheit (seit 1845), der Bonifaciusverein,vonGrafJosephvonStolberg gegründet u. a. Vgl.Mejcr, Die Propaganda, ihre Provinzen und ihrRecht, Gotting. 1852, 1853; Hahn, Geschichte derkathol. M-en, Köln 1858.
— Mission.
2) Die M. der Protestanten konnte, so langees sich noch um die Existenz des Protestantismushandelte und die dogmatischen Streitigkeiten vor-herrschend die Geister beschäftigten, zu keinem neu-nenswerthen Anfang kommen. Erst als mit demAnfang des 18. Jahrh. das dogmatische Interessehinter dem praktischen christlichen zurücktrat und inDeutschland der Pietismus, in England u.NAmerikader Methodismus die Aufmerksamkeit auf dieses Ge-biet christlicher Liebesthätigkeit hinrichteten, beginntüberalldieprotestantischeM-sthätigkeitsich zu regen.Durch König Friedrich IV. von Dänemark wurdeunter Mitwirkung seines Hospredigers u. Franckesin Halle seit 1704 eine M. für die dänische Nieder-lassung zu Tranqnebar in Ostindien begründet; hierwirkte bes. Ziegcnbalg, während Hans Egede die M.in Grönland leitete. Namentlich dieHerrnhuter be-trachteten bald in Berührung mit der dänischen M.'die Bekehrung der Heidenwelt als eine ihrerHaupt,anfgaben, wie denn schon 1732 vonZinzcndorsDa-vid Nitschmann und Leonhard Dobcr nach Jamaicaals Missionare geschickt wurden. In England bestandschon seit 1647 eine durch eine Parlamentsacte be-stätigte Gesellschaft zur Ausbreitung des Christen-thums im Anslande, Rob. Boyle an der Spitze,welche den Missionär Joh. Elliot in ihren Dienstenhatte. Im Jahre 1701 entstand in England dieGesellschaft zur Fortpflanzung des Evangeliums infremden Welttheilen, von Wilhelm III. bestätigt,1792 die Baptisten-M-sgesellschast in London und1796 die Große LondonerM-sgesellschast für Prote-stanten ohne Unterschied des Bekenntnisses. Außerdiesen sind gegenwärtig die wichtigsten M-sgesell-schasten in Edinburg (1796), Boston (1810), Basel(1816), New-Iork (1820), Berlin (1823), Barmen(1828), Dresden (1836) u. Leipzig (1847). Dieverschiedenen Vereine, durch welche die M-en geleitetwurden, waren zwar von einander unabhängig undarbeiteten ans ihren Gebieten nach ihrem eigenenPlane, standen aber doch mit einander in einer ge-wissen Verbindung, welche durch M<sfeste, Conferen-zen, M-sblätter rc. befestigt wurde. Die Hanptver-cine haben nicht allein ihre M-sstationen erweitert,sondern auch die von ihnen zur Bildung ihrer Mis-sionäre gegründeten M-sschulen vervollkommnet.Die wichtigsten von diesen M-°institulen sind außerden englischen: die zu Basel, Halle, Berlin, Barmen,Leipzig, Hamburg rc. Was LasM-sgebiet u. dieErfolgedaselbst anlangt, so ist a)inden asiatischenLändern bes. Ostindien von den Missionären insAuge gefaßt worden. Anknüpsend an die alten Spu-ren des Christenthnms auf der OKllste des Dekhansind zahlreiche Missionäre verschiedener Gesellschaftenunter den niederen Bevölkerungsclassen der Präsi-dentschaft Madras thätig und haben bei diesen, bes.den Tamilen, namhafte Erfolge erzielt; dagegen denhöher stehenden indischen Kasten überhaupt demBrahmanismus und Buddhismus gegenüber, sindihre Bestrebungen bis jetzt so gut wie erfolglos ge-wesen. In Hinterindien hat sich die Thätigkeitauf die britischen Besitzungen u. Siam beschränkt;im Archipel, für den Singapur die Hauptstationist, ist sie durch die gleichgiltige, zeitweise auch feind-selige Haltung der holländ. Regierung aufgehaltenworden. In China haben seit 1807 von Englandaus Morrison und seit 1831 Gutzlafs aus Pommern