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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mingolsheim Mmyo.

dm Nuf als Volkswirth u. Freihändler schuf. Hier-auf unternahm er eine Reise nach dem Orient, kehrtejedoch bei Ausbruch des Krieges gegen Österreich. zurück u. ward durch seinen Freund Cavonr als Ge-neralsecretär ins Auswärtige berufen. Nach demFrieden von Villafranca ward er in seiner Vater-stadt Präsident der Assembler der Nomagna, unter-stützte die Annexion dieser Provinzen an Piemont,ward Deputirter für Bologna in das erste ital. Par-lament, u. von da ab stets wiedergewählt. Als Mi-nister des Innern im letzten Cabinct Cavour (Oct.1860), offenbarte M. ein solches Nednertalent, daßer sogen. Sprechminister wurde. Nach dem Tode Ca-vours behielt er im CabinetNicasoli sein Portefeuilledes Innern. Sein Hauptwerk als Minister war 1861der Gesetzentwurf zur Gemeinde- u. Provinzialord-unng auf der Basis ausgedehnter Decentralisation.Da jedoch die Kammer sein Negionalsystem verwarf,so nahm er seinen Abschied, machte eine kurze Reisedurch England, n. ward, in die Kammer zurückge-kehrt, zum Viccpräsidcntcn derselben ernannt. Nachdem Fall des Cabinets Ratazzi erhielt M. 8. Dec.1862 das Portefeuille der Finanzen, u. März 1863,nach dem Rücktritt von Farini, auch den Vorsitz imCabinet. Um diese Zeit legte er den ikal. Kammerneinen umfassenden Reorganisationsplan der Finan-zen vor, dessen Ausführung bereits 186364 be-gann. Unter seiner Verwaltung kam gleichfalls einHandelsvertrag Italiens mir Frankreich zu Stande.

M. behielt die Leitung des Ministeriums u. der Fi-nanzen bis IS.Sept. 1864, wo er sanunt seinen Col-legen infolge der mit Frankreich abgeschlossenen, aufdie römische Frage bezüglichen Convention abtrctenmußte. EineZeitlang zurückgezogen lebend, erschiener auf der parlamentarischen Tribüne erst im April1865mit einer glänzendenVertheidigungsrede seinerVerwaltung. 1868 ging er als Gesandter nach London, übernahm aber im Mai 1869 das Portefeuillefür Ackerbau in dem Menabreaschen Cabinct. Am13.Nov. reichte er mit dem gesammten Cabinet seineEntlassung ein. M., als liberaler skatholik, istHanptder Partei der Neo-Katholiken, welche eine den mo-dernen Anforderungen entsprechende Umwandlungder geistlichen Institutionen Italiens erstreben, abergegen gänzliche Aufhebung derselben, wie es die Libe-ralen verlangen opponiren. Als Anfang Juli 1873das Cabinet Lanza-Sella zurücktrat, ward Nt. vomKönig mit der Bildung eines neuen Ministeriumsbeauftragt. In dieser ministeriellen Combinationvom 5. Juli übernahm er mit dem Vorsitz im Ca-binet das Portefeuille der Finanzen und bildete dassogen. Versöhnnngsministeriuin. Im Sept. d. I.begleitete er seinen König ans dessen Reise nach Ber-lin, die als sein Werk angesehen werden darf. SeineFinanzplänejedoch trafen vielfach auf großenWider-stand in den Kammern u. trieben ihn schon 24. Mai1874, nachdem seine Steuervorschläge schwere Nie-derlagen erlitten, zur Einreichung seiner Demission,die aber vom Könige nicht angenommen wurde. M.gabderöffentlichenMeiuungnachu.änderte seinBud«gct. Dagegen wnrdenihm wegen seiner nachsichtigen u.etwaswankelmüthigenPolitikgegenüberdemVaticanund wegen des päpstlichen Garantiegesetzes von1871 währendderKammersessionvon 1875diehestig-sten Vorwürfe gemacht und er einer doppelzüngigenPolitik beschuldigt. M-s Stellung war schwer erschüt-

tert n. 22. März 1876 erlag er mit seinem Ministe,rium den Angriffen derLiberalen bei der Berathungüber die Mahlsteuer; ihm folgte das lib. Cabinet De-pretis. M-s kleinereSchrifteu erschienen gesammelt alsOfmsonlilitorati stooonomiesiFlor. 1872. Bartling.

Mingolsheim,MarktfleckcnimAmtsbez.Bruch-sal des bad. Kreises Karlsruhe, Station der Bad.Staatseisenbahnen; Cigarrenfabrikation, Tabak- u.Hopfenbau, Schwefelquelle mit Badeanstalt; 1871:1820 Ew. Das nahe Schlößchen Kißlau, sonst Residenzder Bischöfe von Speyer, ist jetzt Staatsgcsängniß.

Mingrelien (Mingreul), ehemals selbständigesFürstenthum, am Schwarzen Meere zwischen Abcha-sien im stk. und dem Flusse Rion im S., welches seit1804 unter russ. Herrschaft steht u. einen Theil desruss. Gonv. Kutais in Transkaukasten bildet. DieEinwohner, Mingrelier (in ihrer eigenen SpracheKadzariai), sind in Abstammung, Lebensart u. Bild-ung den Georgiern gleich, haben dieselbe Sprache,theilen sich in drei streng geschiedene Kasten (Fürsten,Edelleute u. Gemeine) u. bekennen sich zur griech.-kathol. Kirche. Ihre Fürsten mit dem Titel Dadian,waren bis 1866 eine souveräne Familie u. die stän-digen Statthalter des Landes mit der Residenz inJskuriah (Diosknrias); in diesem Jahre verzichteteFürst Nikolaus (gcb. 23. Dec. 1846) auf die Sou-veränetätsrcchte u. wurde dem vornehmen russischenAdel zngesellt. Das Land ist zum Theil gebirgig (imJnnerensogarHochgebirge) n.zumTheilmorastig,imAllgemeinen aber fruchtbar. Es liefert Getreide, Wein,Öl, Hirse (Hanptnahrnngsmittel der Mingrelier),Pferde,Holz,Seide,Honig», m. Es zersällt indiedreiBezirkeSngdidi/Senaku.Letschgum, zus.6926^ZIcm(125,g UM) »lit (1871) 237,688 Elv. M. ist dasKolchis der Alten, gehörte später zu Georgien undwurde in der Theilung dieses Landes 1242 zu Jme-rethi geschlagen. Die Könige von Georgien hattenGouverneure daselbst. Einer derselben, Dadian,machte sich unabhängig und ward der Stammvaterder nachherigcn Fürsten von M. Später verlor M.seine Selbständigkeit an die Perser und wurde vondiesen auf das Härteste bedrückt. Seit 1804 endlichist es Rußland untcrthan und in der Folge (1867)mit dem Gonvern. Kutais vereinigt worden. Vgl.Radde, Reisen im mingrelischen Hochgebirge, Tiflis1866; Globus,Bd.20, Braunschw. 1871. H- Berns.

MtNho (Mino), 1) Fluß, entspringt auf derSierra de Meyra in der span. Provinz Lugo (Ga-licien), tritt in die Prov. Orense, bildet auf einer -Strecke die Grenze zwischen Portugal und Spanienund mündet nach einem Laufe von 260 Icm bei Ca-minha ins Atlantische Meer; er nimmt rechts dieNarla, Ferreyra, Avia, Tea, links den Neira, Sil,Arnoya u. a. auf. Erst bei Salvatierra, 381cm ober-halb seiner Mündung, wird der M. schiffbar, u. auchnur für kleinere Fahrzeuge; die Mündung ist sehrversandet. Stromgebiet 40,758 Hjkm (740,2 (UM).Der M. hieß bei den Alten Bänis,u. weil er vieleMennige mit sich führte und sein Wasser daher einerothe Farbe hatte, auch Miuins, woraus derName

M. wurde. 2) (Entre Minho e Douro), Prov. inPortugal, grenzt im W. an das Atlantische Meer, im

N. an Spanien (Prov. Pontevedra u. Orense), im

O. anBeira (davondurch denDouro getrennt); 7306

Hstcm(132,s»ssHM)mitetwalMill.(1864:915,430)Ew, (auf 1 139, in ganzPortugal 48). Die Prov.