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Mineralwässer.
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gau), Lavey (Kant. Waadt); in Galizien-Ungarn:Lubien, Sklo, Großwardein, Mehadia, Pystjan,Teplitz, Waresdin in Kroatien; in Frankreich: Aix-les-Bains (Savoyen), Amelies-les-BaiuS (Pyre-nees-orientales),Luchon(Haute-Garonne), St.Sau-veur (Hautes-Pyrenees), Vernet (Pyrenecs-orien-tales), Barbges (Hautes-Pyrenees), Eanx-Bounes(Basses-Pyrenecs); die Euganeischen Thermen beiPadua. IV. Kalkwässer (erdigeQuellen), charak-terisiren sich durch vorwiegenden Gehalt an Kalksal-zen; daneben enthalten sie Magucsiasalze u. Kohlen-säure. Sie werden angewandt bei Katarrhen derBlase, bei Gries- n. Cvncrementbildung, bei Gicht,Katarrhen des Magens u. der Athemorgane. Wil-dlingen im Fürstenthum Waldeck, Lippspringe inWestfalen, Jnsclbad bei Paderborn, Weißenbnrgim Kanton Bern, Lenk im Kanton Wallis, Bag-ncres-de-Bigorre (Hautes-Pyrenbes), Contrexe-ville (Vosges), Pougues (Nibvre). V. Bitter-wässer, mit schwefelsaurer Magnesia (5 —16 proMille) u. schwefelsaurem Natron (5—18 pro Mille);Nebenbestaudtheile sind Chlornatrium n. Chlormag-nesium; zuweilen geringer Gehalt an Kohlensäure.Sie wirken stark abführend, weshalb sie sehr seltenzu anhaltenden Kuren benutzt werden. Die Bitter-qnellen sind daher kaum als Kurorte zu bezeichnen,sondern werden hauptsächlich nur versandt. Sie fin-den Anwendung bei Stuhlverstopfung, allgemeinerVollblütigkeit, Blutandrang zum Gehirn und zurLunge: Friedrichshall in Thüringen, Kissingen undMergentheim besitzen außer den Kochsalzquellen einBitterwasser, Birmenstorfs im Kant. Aargau, Ofe-ner Bitterquellen (besond. Hnnyadi-Jänos, Gran,Jvanda u. Ober-Alap in Ungarn), Saidschlltz undPüllna in Böhmen, Kis Czeg in Siebenbürgen.
VI. Eisenwässer (Stahlwässer), deren wirksamerund Hauptbestandtheil in kohlensaurem Eisenoxydulbesteht u. die daneben freie Kohlensäure, kohlensau-res Natron, Chlornatrinm, schwefelsaure Salze ent-halten, wirken tonisirend. Anwendung: 1) bei Chlo-rose; 2) bei acuter Anämie infolge vonBlutnngen;
3) bei Krankheiten des Nervensystems (Neuralgie);
4 ) bei Krankheiten des weiblichen Sexualsystems.Langenschwalbach in Nassau,Steben inOberfranken,Brückenau u. Bocklet in Uutersranken, die Knicbis-bäder im Schwarzwald (Rippoldsau u.Petersthal),Liebenstein in Thüringen, Alexisbad im Harz, Pyr-mont in Waldeck, Jmnau inHohenzollern, Elster inSachsen, Kudowa, Reiuerz, Flinsberg in Schlesien,Driburg im Teutoburger Walde, Schandau in dersächsischen Schweiz, Franzensbad u. Königswart inBöhmen, St. Moritz u. Tarasp im Engadin, Spain Belgien, Buziäs in Ungarn, Levico in STirol.
VII. Indifferente Thermen (Wildbäder), füh-ren ein klares warmes Wasser, dessen Gehalt an imBade wirksamen Stoffen gleich Null zu setzen ist.Wirkung: In erster Linie beruht dieselbe auf Anreg-ung der absondernden Thätigkeit der Haut, indemdie Epidermisschnppen rascher entfernt u. die Aus-sührungsgänge der Hautdrüsen ofsen gehalten wer-den. Anwendung: schwierige Reconvalescenz, Gicht,Rheumatismus, besonders chronischer Gelenkrheu-matismus, Exsudate, Neuralgien, Lähmungen. Ba-denweiler u. Wildbad im Schwarzwald, Schlangen-bad im Taunus, Warmbrnnn in Schlesien, Jo-hannisbad u. Teplitz in Böhmen, Gastein bei Salz-
burg, Ragatz-Pfäfers bei Zürich, Nömerbad inSteiermark, Plombiöres, Lnxenil, Neris in Frank-reich, Bath in England.
Künstliche M. sind schon in frühen Zeiten be-reitet worden, doch hat erst Struve in Dresden dieNachbildung natürlicher M. auf wissenschaftlichenGrundlagen im Großen begonnen u. künstliche M.dargestellt, welche nicht nur m Bezug auf ihre qua-litative und quantitative Zusammensetzung, sondernauch in Geruch, Geschmack u. anderen Eigenschaftenmit den natürlichen M-n übereinstimmen. Struveerrichtete dazu im 1.1818 eine Anstalt, mit welcher1821 eine Trinkaustalt verbunden wurde, u. seitdemsind in vielen größeren Städten ähnliche Etablisse-ments , z. Th. unter Struves Leitung, entstanden,so in Leipzig, Berlin, Hamburg, Königsberg, Pe-tersburg rc., und werden künstliche M. jetzt an un-zähligen Orten fabricirt. Eine ausführliche Be-schreibung der ganzen Fabrikation und der nöthigenChemikalien für die einzelnenM. findet man im 4. Bd.von Muspratts Chemie, 3. A., Braunschw. 1876.
Die M. sind in allen, bes. gebirgigen Erdgegendensehr verbreitet; häufig kommen aber, wo einzelnekräftige M. hervorbrecheu, deren mehrere in derNähe von gleicher oder geringer Stärke vor. Überdis Entstehung der M. s. Quellen. Die Heilwirk-ung der M. war schon den Römern bekannt, wenig-stens als Bäder; aber erst die Chemie hat durch Un-tersuchung derselben auf ihre Bestandtheile ihrenGebrauch einigermaßen wenigstens wissenschaftlichbegründet. Bei der Auswahl der dem einzelnenKrankheitsfalls entsprechenden Quelle ist nicht nurauf das vorliegende Leiden, sondern auch auf dieganze Constitution des Kranken Rücksicht zu nehmen.Durch den Gebrauch der M. werden vorzüglich Ver-dauungsapparat, Nieren, Haut und Lungen in An-spruch genommen, und es ist wol zu erwägen, obetwa bestehende krankhafte Zustände den Gebrauchdes einen oder des anderen Wassers widerrathen.Zuweilen kann es sogar nothwendig werden, eineBorbereitungskur einzuleiten, theils um be-stehende, einerM-kur hinderliche Zustände zu heben,theils um die Wirkung des Wassers rascher u. sichererzu gewinnen. Jedoch sind bei der Wahl der Quellenauch manche andere Punkte zu berücksichtigen, so z.B.die Verpflegung und das gesellschaftliche Leben imBadeorte. Die M. werden getrunken (Trinkkur) od.zu Bädern (Badekur) od. gleichzeitig in beider Weisebenutzt. Regel ist bei Badekuren, anfänglich nur kurzeZeit im Wasser zu verweilen, zumal wenn dasselbekühl od. sehr warm ist, bei Trinkkuren nur mit kleinenMengen anzufangen, aber methodisch sortzufahren u.allmählich zu steigen. Gewöhnlich wird Morgensnüchtern getrunken (nur ausnahmsweise bei schwa-chem Magen erst nach einem leichten Frühstück). Sehrkälte Wasser werden zuweilen mit warmem vermischtoder auch andere Stoffe (z. B. Milch) u. andere M.zugesetzt. Nach dem Trinken folgt mäßige Bewegung,zuweilen auch Ruhe, nach dem Frühstück wol auchein Bad, u. häufig wird Abends noch einmal ge-trunken, immer mit Beobachtung einer gewissen Diät.Gegen Ende der Kur werden die Mengen des zutrinkenden Wassers allmählich wieder vermindert.Sonst unterschied man je nach der Länge des Ge-brauchs kleine Kuren (von 2—4 Wochen) undgroße Kuren (5—10 Wochen). Im Allgemeinen