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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Min?.

dem hauptsächlichsten Felde für die kriegerische Thä-tigkeit des Mineurs, s. Festungskrieg I. 5), a. u. b.Jede M. besteht aus der von der Erdoberfläche aus-gehenden Galerie (Stollen, Schleppschacht, oder,wenn der Stollen senkrecht in die Erde getrieben ist,Schacht) und der Kam m er, am Ende der elfteren,in welcher die Sprengladung angebracht wird. DieLadung verlegt man bei trockenem Boden in offenenSäcken oder Holzkasten, bei nassem in wasserdichtenBlechkasten. In die Mitte der Ladung wird die anelektrischen Drähten befestigte M-nzundpatronegelegt. Die Drähte werden Lurch die Galerie au dieErdoberfläche geführt u. bis an denZündapparat(Zünd-Jndnctor, dynamo-elektrischer Zündapparat,Zellenapparat rc., s. Zündapparate) verlängert. An-statt der elektrischen Leitungen verwendet man auchdirecte Zündleitungeu aus Pulver, Zündwurst,Momentanzündschnur, -Bickfordsche Zünd-schnür rc., die elfteren beiden schnell durchschlagend,letztere langsam brennend, in ca. einer Minute 1 m.Man verwendet oft beide gemeinschaftlich, damit derdie Bickfordsche Zündschnur anzündende Mineur Zeithat, sich von der M. zu entfernen. Die Entzündungder M. erfolgt am Ende der Leitung, dem M-nherd.Die Galerie, die zur Leitung führt, wird mit Holz,Steinen, Nasen od. Erde zugesetzt (verdammt). Diebei der Explosion, dem Spielen der M., sich ent-wickelnden Gase üben nach allen Seiten hin einenfast plötzlichen n. gleichmäßigen Druck aus, welchervon dem Mittelpunkte der Ladung in geometrischerProgression abnimmt u. seine stärkste Wirkung dahinäußert, in welcher er den geringsten Widerstand fin-det, also entweder nach der Erdoberfläche oder nacheinem von dem Mittelpunkte der Ladung wenigerentfernten hohlen Raum unterderselben. Die Strecke,über welche sich dieWirkung derM. verbreitet, nenntmau ihre Wirkungssphäre; den Theil der letzte-ren, innerhalb dessen die Gase noch Spannung genugbesitzen, um Galerien, Mauern rc. zu zerstören, dieTrennnugssphäre; die kürzeste Entfernung vomMittelpunkte der Ladung nach der Erdoberfläche od.bis zum nächsten hohlen Raume heißt die kürzesteWiderstandslinie derM. Erhebt sich die Trenn-ungssphäre über die Erdoberfläche, so wird je nachder Größe der Ladung die über letzterer lagernde Bo-denmasse durch dieExplosionin die Höhe geschleudert.Diese ansfliegenden Erdm assen nenntman M- garbe,die in der Erde erzeugte Aushöhlung M-trichter,dessen Grenzlinie an der Oberfläche der Erde Umfangod. Rand des Trichters.DieLinieu,welchePunktedes Trichterrandes mit dem Mittelpunkte der Ladungverbinden, heißenSprengnngs-od. Explosions-radien, die rechtwinkligen Entfernungen des Trich-terrandes von der kürzesten Widerstandslinie Trich-terradien. Bei gewöhnlich geladensnM-nistder Trichterradins gleich der kürzesten Widerstands-linie; bei überladenen (Druckkugeln) ist elfterergrößer, bei schwach geladenen kleiner als letztere.M-n mit oberirdischer Wirkung heißen im Gegensatzzu den Quetsch- M-n od. Quetschern, bei wel-chen keine Garbe ausgeworfen wird, Trichter-M-n.Die Länge der Verdämmung hängt von der Größeder Ladung ab; bei gewöhnlich geladenen M-n be-trägt sie das Doppelte ver kürzesten Widerstands-linie. Die Galerien werden entweder in Mauerbauoder mitHolzbekleidung ausgesührt, wenn sie in Erde

liegen, im Fels bedürfen sie keiner Bekleidung. Der !Angreifer legt seine Galerien stets in Holzbau an, ^der Vertheidiger, der sie im Frieden erbaut und siedaher lange Zeit erhalten muß, wendet Mauerwerkau u. verlängert dieselben im Kriege in Holz. Das !M-nsystem des Vertheidigers heißt Contre-M-n-system. DenGebrauchunterirdischerGängebeiBe- !lagerungen kannten schon die Römer; sie suchten mit-tels derselben (ollnlüiili) an die Stadtmauer zu kom-men, um diese zu untergraben. Der Vertheidigerlegte dagegen unterirdische Ring-Galerien an, umden Belagerer abzusangen, od. ging auch wohl demAngreifer zur Untergrabung der Belagerungsma-schinen entgegen (Belagerung von Fidenä 664 v. Ehr.und Veji 393 v. Ehr). Die erste Verwendung desPulvers zur M°nsprengung fand 1487 gegen dasSchloß Sarezanella in Italien statt, schlug aber fehl; -dagegen warf Petro Ncverra, ein Spanier, 1500eine Mauer durch eine M. ein. Nun verbreitete sich ^der Gebrauch der M-n weiter; die Türken wandtensie sowol zur Vertheidiguug wie zum Angriff bela-gerter Städte, z. B. 1688 vor Wien, an. Im 18. >Jahrh. schrieb man der Vertheidiguug der Festungen !durch M-n eine große Bedeutung zu und legte die ^complicirtesten Coutre-M-systeme an, in denensich zurecht zu finden eine Kunst ist. Im Allgemei- !neu trieb man Haupt-Galerien gerade aus in jdas Vorterrain u. meist senkrecht zur Längsrichtung >der Festungsgräben vor u. verband dieselben durch -mehrere parallel der Coutre-Escarpe laufende sogen. ^Parallel-Galerien. Von beiden bogeubesondere -Zweige (Nameaux, Branchen) senkrecht oder unterWinkeln von 4560" ab, an deren Enden sich wie-der kleinere Horch gänge (Ecouten) nach verschie-denen Richtungen abzweigten. Erst dem preußischenGenerallieutenant von der Lahr gebührt das Ver-dienst, die Vor- u. Nachtheile der verschiedenen Sy-steme klar beleuchtet u. in seinem Werke über die An-wendung der M-n im Belagerungskriegev. I. 1798 ein System aufgestellt zu haben, das imWesentlichen noch heute gilt. Danach soll das M-n-system aus einzelnen, nicht direct miteinander ver-bundenenHanpt-Galerien paralleldenCapitalen derFestungswerke bestehen, die von hinter der Contre-escarpeliegendenM-uvorhäusern ansgehen, dieHaupt-Galerien 3540 m auseinander, 6075 wlang, 1 m breit, 1,75 in hoch. Rechts u. links ausden Haupt-Galerien sollen alle 1520 in unter 60°Nameaux von 10 15 in Länge und 1 in Höheabgehen und diese mit gleichfalls unter 60° abgehen-den Ecouten von etwa 10 in Länge n. 1,^ in Höheversehen werden. DieSohlentiefederEcoutenwurdeauf 610 in unter der Erdoberfläche bestimmt unddie Entfernung derselben von einander auf 915mangenommen. Im Laufe der Belagerung würdendann die vordersten Ecouten in Schurzrahmen weitervorzutreiben sein u. nach Bedarf in derselben Weiseauch der weitereAnsbau der Hinteren Treffen bewirktwerden müssen. Zum Galeriebau mitSchurzrah-men gehören 1 Unteroffizier, 2 Mineure u. 1 Hilfs-arbeiter, die pro Stunde je nach der Bodenart 12 ^Rahmen setzen, also 0 , 25 0,50 m vorschreiten.Die ^Galerie wird dabei 0,^ in breit, 1, m hoch. ÜberM-nkrieg, M-nkrankheit, Respiratoren u.Athmungsapparate s. Festnngskrieg 1.5), a. u.b. Der letzte großartige M-nkrieg wurde bei der Ver- >