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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Milseburg

Münzen, 1) vormaligeportugies. Goldmünze, welcheseit 1722 nicht mehr geprägt, und deren Werth auf! 1200 Reis erhöht wurde. Seit 1722 ist sie Rech-

- nungsmünze; das Gold war 22 Karat fein, 86^

auf die rauhe, 94^ auf die feine Mark. Sie hatte^ an Gehalt 22j Karat, an Werth etwas über einespanische Pistole; halbe M. mit einem kleinen Kreuze,

! » Karat feiner als die ganze u. fast H spanische Pi-

stole an Werth. 3) Nach dem Gesetz vom 29. Juli^ 185-1 rechnet man seit Anfang 1855 in Goldwähr-

ung 1000 Reis 1 M., 1000 M. 1 Conto,1000 Contos 1 Conto de Contos. Ausgeprägtsind in Gold Stücke zu 1, 2, 5 und 10 M., letztereheißen Kronen (Ooröas) und wiegen 17,^ A. In, Brasilien ist die Währung viel geringer, nämlich1 brasilian.M.O, gogjggg portugies. M. Brambach.

Milseburg (Gangolphsberg), Bergspitze derRhön bei Kleinsassen im Kreise Gersfeld des preuß.Regbez. Kassel, 833 m hoch, mit der Wallfahrts-kapelle des St. Gangolph, einem mächtigen Crucifixu. weiter Rundsicht. Hier findet jährlich am 11. Maiund am ersten Sonntag im September ein Gottes-dienst statt, dem ein Volksfest folgt,l Miltenberg, Bezirksamtstadt im bayer. Reg.-! Bez. Unterfranken u. Aschaffenbnrg, am Main und! an der Bayer. Staatsbahn; Latein- und Handels-schule, Schiffbau und Schifffahrt; Wein-, Obstbau,Mühlsteinbruch; 3561 Ew. Nahebei Schloß (Mil-tenburg) mit Bildergalerie, Münzsammlung undBibliothek; das Sachsengrab mit Denkmal, wo> II.Apr. 1814 62 sächs. Freiwillige ertranken. Vielel römische Alterthümer wurden in der Umgegend ge-s funden (Hennensäulen re.).

Milticides , Sohn des Kimon, wurde von denPisistratiden nach seines Bruders, Stesagoras, Tode518 v. Chr. zu den Dolonkern im thrakischen Cher-sonnes als deren Oberhaupt (Tyrannos) gesandt,heirathcte dort Hegesipyle, Tochter des thrakischenKönigs Oloros; eroberte Lemnos um 500 v. Chr.und mußte mit Darios gegen die Skythen ziehen;seinen Plan, die Brücke über den Jster abzubrecheuund so durch Vernichtung der Perser die Griechen inKleinasicn zu befreien, vereitelteHistiäus. Deuphö-nikischeu Schiffen, welche nach Unterdrückung desAusstandes der klcinasiatischenGriechen auch die In-seln unterwarfen, entging M. und begab sich nachAthen (493 v. Chr.), wo er aber, weil er in Thra-kien Tyrannos gewesen, angeklagt, indessen sreige-sprochcn wurde; 490 zu einem der 10 Stratege» fürden Krieg gegen die Perser gewählt u. von den übri-gen Strategen mit dem alleinigen Oberbefehl be-traut, schlug er im Sept. 490 die Perser bei Mara-thon u. wurde deshalb in einem in der Stoa Poikilezum Andenken au den Sieg aufgehäugten Gemäldeu. anderen Denkmälern verherrlicht. Ein Rachezuggegen die Inseln, welche sich den Persern angeschlosseuhaben, insbesondere Paros, zu welchem er die Athe-ner bewog, mißlang; M., selbst verwundet, kehrtel nach Athen zurück, wurde von Lanthippos deshalbangeklagt, zu einer Geldstrafe verurtheilt und, da erdiese nicht entrichten konnte, ins Gefängnis) gcwor-f fen, wo er bald daraus starb, nach Anderen starb er>l schon, ehe die Strafe au ihm vollzogen wurde, auseinen Wunden. Eichhoff.

Miltitz, Karl von, geb. um 1490, erhielt seineVorbildung in Köln, wurde dann Canonicus inPiercrL Umversal-Coiwersations-Lexilon. L. Ausl. XII

Milton. 49

Mainz, Trier u. Meißen, kam um 1515 nach Nomu. wurde dort päpstlicher Notar u. Kämmerer; alspäpstlicher Nuntius wurde er 1518 von Leo X. nachSachsen geschickt, um dem Kurfürsten Friedrich III.dem Weisen die gewcihete goldene Rose zu überbrin-gen u. ihndadurch derSache Luthers zu entziehen, zu-gleich um Luther festzuuehmeu und nach Rom zubringen; er verhandelte, als er die Luther günstigeStimmuug im ganzen deutschen Volke kennen lernte,sehr milde im Jan. 1519 mit Luther in Altenburg,wogegen er den Tetzel hart auließ. Doch fand M-sVorschlag, Luthers Sache dem Erzbischof von Trierzum Austrag vorzulegcn, nicht Beifall bei der Curie,weshalb auch weitere Verhandlungen des M. mitLuther in Liebeuwerda u. Lichtenberg sich zerschlugen.M. crtrank1529 im Main beiSteinaubeieincrllber-sahrt (nach Anderen im Rhein bei Mainz). Löffler.

Milton, John, einer der größten Dichter Eng-lands, geb. 9.Dec. 1608 inLondon, derSohu einesdortigen Notars, studirte seit 1624 in Cambridge;ging 1638, nach einem kurzen Aufenthalte iuParis,»ach Italien, wo er die Bekanntschaft von Grotiusu. Galilei »rächte; nach London zurückgekchrt, nahmer au den, in seinem Vaterlande ausgebrocheneuReligionSstrcitigkeiteuTheil,wurdedurchseineSchrif-teu den Republikanern bekannt und von Cromwell1649 zum Secretär des Staatsrathes erwählt, er-hielt auch vom Parlament für seine vsksnsio propopuIoA.nAlioano(1651) eine Belohnung von 1000Pfd.Sterl. Nach Cromwells Tode bekämpfte er nochfortwährend die königlich Gesinnten u. als mit KarlII.das Königthum wiederhergestellt ward, wurde seinevsksnsia vom Henker verbrannt; er selbst aber bliebwol uugekränkt n. wandte sich nun wieder ganz derPoesie zu, vollendete 1665 seine berühmte Epopöe:Urs I?araäiss losb (1. A. Lond. 1667, deutsch vonBodiner, Zürich 1732, Kottrukamp, 2. A. Stuttg.1817, Schumann, ebd. 1856, Eitner, Hilburgh.1867), für welche er 10 Pfd. Sterl. Honorar er-hielt. Dieses Meisterwerk, mehr dramatisch als epischangelegt, steht durch die edle Schönheit, Kraft u. demAdel der Sprache u. durch seine unübertrefflichenSchilderungen in der engl. Literatur einzig da; das Ge-dicht stelltdeu Sündenfall von Adam u. Eva dar, indemes der Darstellung die Idee des tragischen Kampfeszwischen dem Himmel und dem Satan zu Grundelegt. Das 1671 folgende Ilaraäiss rsAuinsä, deutschvon Schumann, 2. A. Stuttg. 1877, kann bei allenSchönheiten sich nicht mit ersterem messen. DreiJahre später (8. Nov. 1674) st. M., in den letztenJahren gänzlich erblindet und erhielt in der Wcst-miusterabtei ein Denkmal, Von seinen vielen anderenSchriften seien erwähnt: A.rsoxaAitiea, a spssslrkor iüs libsrtz- ok unliasnseck printinA, 1644; Rs-marüs on tüs artielss ok psaes bstuvson Ormonclanä Isis Irislr rsbsls; Oiseonrss ok trug reliZion,1674 rcl; als poetisches Werk noch: das nicht ganzgeglückte Trauerspiel: Lanwon ^.Mnialss; I'iropos-tioal rvorics, vonHawkius herausgeg., Ediub. 1824,4 Bde., von Todd, Lond. 1826 , 2.A. 1842 (deutschvon Böttger, 1843 f.); Counnentare dazu vouBent-lcy, Newton, Pearce, Th. Warton u. A.; die besteAusgabe der poetische» Werke M-s ist die von Picke-ring mit einer Lebensbeschreibung von Mitford, Lond.1851, 8 Bde., n. A. 1873, 2 Bde.; krosaio rvorks,gesammelt von Fletcher, ebd. 1833; (lomplebs rvorüs,: Band. 4