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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
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Z6 Milchsäure —

finden, infolge von Einschnitten ansfließen n, an derLust z» gelb od. brann gefärbten Staffen einttocknen.Dieselben sind Desorganisationsprodukte; sie enthal-ten bes.Schleiinharze.äthcrifcheÖle, Wachs, Balsame,Extractivstoffe, Alkaloide, Salze, so wie Kautschuk,Albumin, Gummi, Zucker n. Amylum u. zwar oftin der mannigfaltigstenVereinigung neben- u. durch-einander, wodurch der Milchsaft bald von milder,bald von scharfer u. narkotischer, gistiger Beschaffen-heit wird. Es gibt Pflanzenartcn einer Gattung,welche milde, und andere derselben Gattung, welchescharfe und narkotische Milchsäfte haben, so z. B.llupdordiabalsamifsra u. D. oanarisrwis, Imotnoasativau.I,. virosa, Lnbiarisinnoenan. 4. boxiearia.Der Milchsaft vieler Pflanzen ist heilkräftig od. findettechnische Anwendung. Der Milchsaft des von Hum-boldt beschriebenen Kuhbaumes aus SAmerika hatgroße Ähnlichkeit mit der thierischen Milch und wirdvon den Eingeborenen auch statt solcher getrunken;er enthält ein butterähnliches Fett, Zucker u. einenProte'i'nkörper, welcher dem Käsestofs ähnlich sein soll.Uber Milchsaftgefäße vgl. Gewebe. Engter.

Milchsäure, Lz 0-,, eine zweiwerthige (zwei-atomige), einfäurige u. einbasische Säure, d. h. sicenthält zwei Hydroxylgruppen, von denen die einemit (Oll), die andere mit dem Nadical derKohlensäure 60 verbunden ist und hiermit die Car-boylgruppe 600II bildet, deren Wasserstoffatom ansdem gewöhnlichen Wege der Salzbildnng durch Me-talle oder metallähnliche Körper substituirt werdenkann. Das mit dem Kohlenwasserstoff verbundeneHydroxyl verhält sich wie das eines eigentlichen Al-kohols, sein Wasscrstoffatom läßt sich auf dem ge-wöhnlichen Wege der Salzbildung nicht durch Metallevertreten, kann aber durch stark positive Alkalimetalle,durch einwerthige Alkohol- u. Säurcradicale ersetztwerden. Die Milchsäure ist daher halb Alkohol, halbSäure und gibt infolge dessen, je nachdem das Was-serstofsatom im Alkoholhydroxyl oder im Säurehydr-oxyl oder beide zugleich durch Atome oder Atom-gruppeu ersetzt werden, zu höchst zahlreichen Deri-vaten Veranlassung. Die den zweiwerthigcu Alkoho-len der Formel Ünll^-j-sOz entsprechenden zwei-werthigeu einbasischen Säuren bildendie sogen. Milch-säurereihe. DieMilchfäureu (es existiren vier isomereMilchsäuren) sind starke Säuren, welche die Kohlen-säure aus ihren Salzen austreiben, sich aber beimErhitzen zersetzen und daher nicht destillirbar sind:1)Gewöh nliche Milchsäure, optisch inactiveÄthylideumilchsäure, 6llg.6ll0ll.000ll, istin geringen Mengen im thierischen Organismus, be-sonders im Magensafte aufgefunden worden u. bildetsich bei einer besonderen Art vou Gährung verschiede-ner Zuckerarteu (s. Gährnug); sie ist daher in dersauren Milch, im Sauerkraut, in den sauren Gurken,im gegoltenen Rnnkelrübensafte und in der Gerber-lohe enthalten. Synthetisch kann die M. durch Ein-wirkung von concentrirter Salzsäure auf Aldehyd u.wasserfreie Blausäure dargestellt werden. Ihr Zink-salz wird in klinorhombischen Prismen erhalten, wennman Zucker mit faulem Käse, Zinkoxyd und Wasserbei SO" 6 gähren läßt. Das Eisenoxydulsalzwird als Arzneimittel benutzt n. ans sauren Molkenund Eisenfeile gewonnen. 2) Paramilchsäure,optisch active Äthylidcnmilchsänre kommtneben Äthylenmilchsänre in der Flüssigkeit des Mus-

- Milchstraße.

kelfleisches vor und zwar in bedeutenderen Mengennach größeren MnSkelanstrengnngen n. mit Eintrittder Todesstarre. Wird zweckmäßig aus käuflichemFlcischextract dargestellt. Die Salze unterscheiden sichvon denen der gewöhnlichen Milchsäure durch andereLöslichkeits-Verhältnisse u. anderen Krystallwasserge-halt. 3) Äthylenmilchsäure, Fleisch Milch-säure, Oll? Oll. 6 II 2 OOOll. Ihre annähernd voll-kommene Reindarstellnng ans der Fleischflüssigkeit istmit Schwierigkeiten verknüpft. Sie ist synthetischdargestcllt. 4) Hydracry lsäure. Die Constitutiondieser Säure ist noch nicht genügend aufgeklärt. Broglie.

Milchschorf (Milchborke, Ansprnng der Kinder,Freisam, Ornsba laobsa, ein älterer Name für einennässenden u. mchrod. wenigerdicke Krusten bildenden,meist bei verfutterten Kindern im Gesicht», auf dembehaarten Kopfe vorkommenden Hantausschlag. Inseinem Beginn bilden sich kleine Bläschen, deren In-halt sehr bald eitrig wird und eintrocknet, währendzugleich unter den dadurch gebildeten Borken dieAusschwitzung einer wässerig schwach eiweißhaltigenFlüssigkeit fortdanert u. noch Weiteres znrVerdicknngder Krusten beiträgt. Die Behandlung besteht inRegelung der Diät n. namentlich thut ausschließlicheMilchdiät vortreffliche Dienste u. in Ableitungen ausden Darm durch Rhabarber rc. Zugleich tränkt mandie Krusten mit Provenceröl, um sie zu erweichen u.läßt Zinksalbe zur Austrocknung der nässenden Flä- fchcn einreiben. Kmize. I

Milchstraße (Via laetea, Oironlus laatsus, gr. iA stron.), der am Sternenhimmel in steril- IHellen Nächten sich darstellende Lichtstreifen, wel- !cher fast nach Art eines größten Kreises mit einerHälfte über demHorizonte sichtbar, inunnnterbroche-nem Zusammenhänge, jedoch in einer zwischen 4 u.22° wechselnden Breite, einfach (nur zwischen Anti-nous und Schlangenträger getheilt) über das ganzejcheinbareHimmelsgewölbesich hinzieht. DieserLicht-gürtel ist schon in den ältesten Zeiten nicht unbeachtetgeblieben. Die Dichter und Philosophen des Alter-thums erblickten die Spuren einer mythischen Götter-wclt darin. Doch schrieb schon Demokrit das Lichtder M. dem vereinten Scheine einer großen MengeFixsterne zu, die nur zu klein seien, um einzelnvom Auge unterschieden zu werden. Nach Entdeck-ung der Fernröhre wurde diese Erklärung zur Ge-wißheit. Die Zahl der durch große Teleskope in derM. unterschiedenen Sterne schlägt Herschel ans 2»Mill. an; spätere Beobachter aber schätzen sie auf 7bMill. Unverkennbar ist in der Zusammenstellung derdie M. bildenden Myriaden von Sternen eine ge-wisse Ordnung. Die neueren Astronomen habenüberwiegende Gründe für folgende Annahmen hier-über: Die M. ist eine ungefähr linsensörmige Schichtvon Fixsternen, von der sich theilweise Nebenschichtenunter geringen Neigungswinkeln abzweigen, und inder die Fixsterne theils einzeln, theils zu Stern-haufen gruppirt vertheilt sind. Unser Sonnensystembefindet sich ungefähr in der Mitte dieser Schicht,etwas genähert der einen großen Leitenfläche, dahererblicken wir in der Richtung nach der scharfen Kantedieser Linse ringsum unzählige Sterne dicht neben-einander bis zu großen Entfernungen, während wirin der Richtung nach den großen Seitenflächen nurwenigen zerstreuten Sternen begegnen. Könnten wirdie M. aus einer großen Entfernung, z. B. aus der