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Milch — Milchsäfte.
Nahrungsmittel gebraucht wird, theils weildieMol-ken und des. auch die abgelasscne M. ein sehr gutesSchweiuefutter sind. Die Beschaffenheit der M. istverschieden nach Race, Alter, Gesundheit, Zeit derM-absonderuug, Futter rc. Gleich nach der Geburtist die M- weit wässeriger als die spätere (frisch- u.altmelkend); die beste M. geben die Kühe vom 4. bis10. Jahre und im Herbst; die zuerst gemolkene M.enthält gewöhnlich weniger Rahm als die zuletzt ge-molkene; die Morgen-M. ist reichlicher, aber auchwässeriger als die Abend-M., crstere enthält mehrCasein, letztere mehr Rahm; grünes Futter, bes.Klee oder Körnerfntter, bewirkt, daß die Kühe vieleund gute M. geben. Durch starke Bohncnschrotfüt-terung wird die M. hitter, durch Haserschrotfütternngj, durch starke Ölfütterung übelschmcckend. DieM. wird durch das Melken gewonnen. Ans derM'gelte, in welche die M. gemolken wird, gießtman dieselbe in eine größere M-kanne, deren Aus-flußöfsnuug mit einem leinenen Tuch (M-tuch, Seihe-tuch) od. mit feinein Geflecht von verzinntem Drahtod. Roßhaaren verschlossen ist, das Haare n. anderebeim Melken in die M. gelangte Unreinigkeiten zu-rückhält. Alsdann wird die M.inM-äs che(M-näpfe,M-satten) aus Holz, verzinntem Blech, emaillirtemEisen, gebranntem Ton, Steingut od. Glas gegossen.Diese Äsche setzt man in einem hohen lustigen, Hel-len, geruchfreien, trockenen, nicht tief unter der Erdeliegenden, mit Steinen gepflasterten Gewölbe (M-gewölbe) ans den Boden n. auf die an den Wändenhinlansenden Bänke. M-gewölbe n. sämmtliche M-geräthe müssen sehr rein gehalten werden, weil da-von Haltbarkeit und Wohlgeschmack der M. und derdaraus bereiteten Producte abhängt. Gegen dasSäuren der M. wendet man mit Erfolg Borsäureoder Chloroform an. Auch Zusatz von Meerrettig-wasser soll die M. süß erhallen. Gegen Käsigwer-deu des Rahms u. blaue Flecken auf demselben em-pfiehlt man, die M-satten mit kaltem Wasser aus-zuspülen n. dann einen Augenblick über brennendenSchwefel zu halten. Selten wird die M. durch Bei-Mischungen von Mehl, Dextrin, Gummi rc., häufigaber durch Zusatz von Wasser verfälscht. Um dieRahmmcuge zu bestimmen, bedient man sich cylin-drischerGefäßesKremometer, Galaktometer),welchemCubikmetcr eingetheiltsind; manläßt die M. 12—24Stunden in demselben stehen u. kann dann den Rahmgehalt nach Volumprocenten ablcsen. Häufiger nochbedient man sich der Senkwagen (Aräometer), welcheaus dem spec. Gewicht ein, obwol unsicheres, UrtheilüberdieQualitätderM.ermöglichen. Diebekanntesteu sind: das Galaktometer von Cadet de Vaux,das Laktodensimeter von Qnevenne und das LactoMeter von Davy, welche im Wesentlichen mit demdeutschen M-prober von Greiner n.der M-wagevonMollenkopf, Dörfsler u. a.übercinstimmen. Für denpolizeilichen Gebrauch empfiehlt Wagner das Ga-loktoskop (Laktoskop) von Douue. Es ist dies ein In-strument, welches gestattet, durch eine M-schicht hinurch zu sehen, deren Länge mittels einer Schraube»ändert u. gemessen werden kann. Durch die M-chicht beobachtet man ein Kerzenlicht, bis dessenSpitze unsichtbar zu werden beginnt. Je durchsich-'iger die M. ist, desto weniger M-lügelcheu u. destonehr Wasser hat sie. Vgl. Martiny, Die M., ihresen und ihre Verwerthnng, Danzig 1871—72,
2 Vde.; Müller, Anleitung zur Prüfung der Knh-M.,3.A., Bern 1872; Petersen, Boysen, Fleischmann,Studien über das Molkereiwesen, Reisekizzen ausSchweden, Dänemark, Finnland, Danzig 1875;Fleischmann, Das Molkereiwesen, Brannschw. 1876;Freitag, Fleischern, a., Die Knh-M., ihre Erzeugungn. Verwerthnng,Bonn 1877; M-zeitnng (Petersen),Bremen. v. Mering. Rhode.'
Milch, Samen der Fische, s. d.
Milch, eondeusirte(Milchcxtract),Milch, welchenach der Angabe von Professor Horsford im luftver-dünnten Raume (Vacunm) unter Zusatz von etwasRohrzucker, welcher die Währung verhindern soll,möglichst condensirt, d. h. von dem in ihr enthaltenenWasser, das ihre Versendung verthcuert n. ihre Auf-bewahrung (durch Sauerwerden) verhindert, befreitist. SieenthältnochsämmtlicheBestandthcilcderMilchunverändert, aber nur 23—28 Wasser, so daß siemit 4-^—5 Thcilen Wasser verdünnt alle Eigenschaf-ten einer versüßten Milch besitzt. Die c. M. wird bes. inder Schweiz (Cham bei Zug, Luxbnrg bei Thurgau)im Algäu u. in Holstein aus sehr guter Milch dar-gestellt u. meist in luftdicht verschlossenen Blechbüch-sen, auch wol in Gläsern od. Steingut, versandt.Jungck.Milchextrakt, s. Milch, condensirte.Milchbaum, 1) 6a1aotocisuclrou utilü; 2) 1a-bornasmon1a.ua. ulilia.
Atilchblattcr«, so v. w. Kuhpocken.Milchblume ist I'olz'Aals. vulgaris.Milchborke, so v. w. Milchschorf.Milchbruder, Milchschwester, zugleich, oderkurz nach einander von einer u. derselben Amme ge-säugte Kinder von verschiedenen Eltern. Die Milch -brnderschaft gilt als Art von entfernter Verwandt-schaft u. wird bes. in Frankreich, auch noch in späte-ren Jahren beachtet.
Milchbrustgaug, s. Lymphatisches System.Milchdrüsen, s. Brüste.
Milchgäuge, die Ansführungsgange der dieMilch absondernden Brüste (s. d.).
Milchgefäste, 1) so v. w. Chylusgesäße; 3) sov. w. Milchgänge; 3) s. u. Milch.
Milchgcschwulst, Anschwellung der Brüste beiSäugenden, von zu reichlicher, stockender oder aus-getretener Milch, s. auch Milchknoten.
Milchglas (Beinglas), s. Glas, S. 265.
Milchknotcu, umschriebene, hart anzufühlendeAnschwellungen in der Brustdrüse infolge von Milch-anstauung, die entweder nach reichlicherer Entleer-ung der Brustdrüse verschwinden, od. in chronischerWeise sich mit entzündlichen Verhärtungen durchBindegewebsvermehrung verbinden, jahrelang be-stehen bleiben können u. nicht selten zu Verwechsel-ungen mit Brustkrebs Veranlassung geben.
Milchmesser, ?. Milch.
Milchpumpe, ein aus Kautschuk verfertigtes,kleines, einem Schröpskopf ähnliches Instrument,welches durch Zusammendrücken luftleer gemacht u.nun auf die Brustwarze aufgesetzt, zum Herausziehcnder Milch benutzt wird.
Milchquarz, Varietät des Quarzes von milch-weißer Farbe, findet sich zu Hohnstein bei Pirna inSachsen und in Grönland.
Milchsaft, so v. w. Chylus.
Milchsäfte (Pflanzenmilch), schleimige, milch.
I artige Flüssigkeiten, welche sich in vielen Pflanzen
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