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Michael Obrenowitsch — Michaud.
Autorität auf dem Gebiete der national-ökouomiicheuFragen, eine eifrige u. einflußreiche Thätigkeit auffreiere Entfaltung des Gewerbebetriebs in Deutsch-land entwickelte. Seit 1867 ist er Vortragender Rathim norddeutschen Bundeskanzleramt, seit 1871 imReichskanzleramt und später zum Geheimen Ober-regierungsrath ernannt, in welcher Stellung er le-gislätorisch, unter Hinneigung an die Grundsätze derManchester-Schule, sehr thätig war. Eine Samm-lung seiner Volkswirthschaftlichen Schriften hat er1873zuBerlinin2Bdn.herausgegeben. 5) AdolfTheodor Friedrich, Archäolog, geb. 22. Juni1835 in Kiel; studirte in Leipzig, Berlin, Kiel, habi-litirte sich nach einer ital. Reise in Kiel, wurde 1862außerordentl.ProsessorinGreifswalde, 1865 Ordina-rius in Tübingen, 1872 in Straßburg. Schr.: DerParthenon, Lpz. 1870 f.; gab heraus: Jahns Griech.Bilderchroniken, Bonn 1873; ferner: Nueitus, äsorut., Lpz. 1868 u. a. Löffler. 2> G. Zimmermann.
S) Lagai. 4) Schramm-Macdonald. s) Brambach.
Michael Obrenowitsch, s. Obrenowitsch.
Michaelsorden, 1) ursprünglichNitterordenderBeschützer der göttlichen Ehre unter dem Schutze desSt. Michael, jetzt Verdienstorden von St. Michael,gestiftet 1721, ursprünglich 29. Sept. 1693, vonJoseph Clemens, Herzog von Bayern und Kurfürstvon Köln, zu Aufrechthaltung des katholischen Glau-bens, Schutz der christlichen Ehre und Unterstützungder Vaterlandsvertheidiger, seit 1837 für Vater-landsliebe und nützliches Wirken. 1777 kam dieserM. an Bayern; 1812 bestätigte ihn der König vonBayern; 1837 wurde er zu einem Verdienstordenerhoben. Der M. besteht aus Großkreuzen, welchezugleich das Capitel bilden, Comthuren u. Rittern.Ordenszeicheu: blau emaillirtes goldenes Kreuz, aufdessen vier Seiten die goldenen Buchstaben: D. (Dis-bas) D. (Diäsiitas) D. (Dorbibuäo) D. (Dsrsevsrau-bia), dazwischen goldene Flammen u. Donnerkeile.Auf der Vorderseite des runden Mittelschildes derErzengel Michael, wie er den Drachen unter dieFüße tritt; auf seinem Schilde: Huis ub Dsus. DieRitterkreuze haben statt des Engels bloß den Schildunt derDevise u. auf dem Revers: Dominus potsnsiu xrosiio. Band blau gewässert mit rosafarbenerbreiter Einfassung. Ordenskette: vier Hauptglieder,deren jedes aus fünf Donnerkeilen u. vier Waffen-trophäen besteht u. durch ein goldenes, blauemaillir-tes Schild bezeichnet ist, worauf die fünf Ordens-buchstaben in getriebener Arbeit ausgedrückt sind.3) (Orärs äs Lainb-LIiellsi, Doräon noir) gestiftet1. Aug. 1469 von König Ludwig XI. von Frank-reich, 1831 aufgehoben. Lagai.
Michaelsstadt, so v. w. Archangel.
Michailow, Kreisstadt im russ. Gouv. Rjäsan(Großrußland), ander Pronja; Handel mit Getreide,Vieh (Pferden) u. Holz; 3309 Ew.
Michailowskaja, Staniza in der Provinz desDorischen Heeres, am Choper; von den drei Jahr-märkten, die hier stattfinden, ist der Kreschtschenskische(25.Dec.bis12. Jan.)derbedeutendste; 17,850 Ew.
Michailowski - Danilewski, AlexanderJwanowitsch, russ. Geschichtschreiber, geb. 1790;studirte >v Güttingen Cameralwissenschaften, warrS12—13 Adjutant Kutusows, 1813—14 Wolchomskis Kanzleiches, war 1815 beim Wiener Cougreß ubegleitete dann den Kaiser Alexander I. auf dessen
Reisen. 1829 commandirte er im Türkischen Feld-zug als Generalmajor unter Diebitsch, wurde 1839Mitglied des Kriegsraths, später Senator u. Gene-rallieutenant und st. 21. Sept. 1848 in Petersburg.Seine kriegsgeschichtlichen Schriften (Der Türken-krieg von 1806—1812, Denkwürdigkeitens über dieFeldzüge von 1799 (übersetzt von Schmidt 1856 bis1858, 5 Bde.s, 1812, 1813, 1814 u. 1815, letzteredeutsch von Goldhammer, Dorpat 1837 u. 1838)gesammelt, PeterSb. 1849 f., 7 Bde. Lagai.
Michalcni, Stadt im Kreise Dorohoi des Für-stenthums Rumänien (Obere Moldau), Sitz einesCriminal- u. Landgerichts u. früher auch der Kreis-Behörde; ehedem ein ansehnlicher Handelsplatz.
Michaud, 1) Joseph FranyoiS, sranz. Ge-schichtschreiber u. Pnblicist, geb. 19. Juni 1767 zuAlbens in Savoyen; kam 1791 nach Paris, schriebfür Journale, die von den Feuillants inspirirt wur-den und später für die (royalistische) Huobiäisnns,wurde nach dem 13. Vendemiaire zum Tode verur-theilt, entkam aber mit Hilfe eines Freundes, flohnach dem Jura und kehrte 1799 nach Paris zurück,wo er eine durch ihre royalistischen Publicationenberühmte Druckerei gründete und eine DisAraxbismoäsrns, das erste Unternehmen dieser Art , 1806erscheinen ließ. Trotz seines Royalismus feierte erin Gedichten die Heirath Napoleons und die Geburtdes Königs von Rom. 1814 wurde erMitglied derAkademie und Censor der Journale und (bis 1827)Vorleser des Königs, während der Hundert Tageversteckt, wurde 1815 Deputirter, u. bekämpfte nunin der Huobiäisnns das Ministerium Villele. Erunternahm 1830 — 31 eine Reisenach Palästina, Sy-rien u. Ägypten und st. 30. Sept. 1839 in Passy.Von seinen Gedichten ist das bedeutendste: Ds prin-tsmps ä'un xrosorib, 1803. SeinHanptwerk ist dieberühmte Distoirs äss oroisaäss, Par. 1811 — 22,
5 Bde. (illustr. von Dore, ebd. 1877), nebst Diblio-bllsgus äss oroisaäss; die letzte und vollständigsteBearbeitungistvonHuillard-Breholles 1856,4Bde., -herausgegeben. Ferner: XäisuxäDonaparts, 1799,u. Dsrnisrs aäisux a Lonaparts vietorieur, 1800;llistüirg äss gmn 2 s ssmaiuss, 1816, wovon iueinigen Monaten 27 Auflagen erschienen; mit Pou«joulat Oorrssponäanoo ä'Orisnt, ebd. 1830—38,
7 Bde., und Oolisobion äss msmoirss pour ssrvirä 1'llist. äs Dranos äspuis Is 13s sisols susgu'au18s, 1836—44, 32 Bde. rc. Vgl. Villeneuve, Xa-bios ttistorigus sur Niodauä, 1839. 3) LouisGabriel, Bruder des Vor., geb. 1773 in Bourg-en-Bresse; diente mehrere Jahre als Offizier in denrepublikanischen Armeen u. wurde dann Buchdruckerund Buchhändler in Paris. Hier zeigte er sich alsstrenger Royalist u. hatte mehrfache Einkerkerungendeshalb unter der Republik u. Napoleon zu erdulden.Er empfing 1814 den Titel als königlicher Buch-drucker, welcher ihm aber bald wieder entzogen wurde,und st. 20. März 1858 in Ternes bei Paris. Ambekanntesten machte er sich als Verleger u. Heraus-geber der DivAraxlris univsrssils, 1811—33, 55Bde., 2. A. 1844 ff., 1.-15. Bd., Suppl. 1834bis 1854, 30 Bde., 3.A.1870 ff. 3) Abbe, franz.Altkatholik, geb.um 1840; wurde Psarrvicar an derMadeleinekirche in Paris und Ehrencanonicus vonChälons, erhob sich gegen das Jnfallibilitätsdogmaund richtete an den Erzbischof von Paris 5. Febr.