14
MLze -
Meze, Stadt im Arr. Montpellier des franz. Dep.Heranlt, am Etang-Than, Station der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn; Salzgewinnung (jährlich ca.25,000Tonnen), Branntweinbrennerei, Fabrikation vonFässern (zur Ausfuhr), Kalkbrennerei, Ansternfische-rei, bed. Weinhandel; 1872: 0319 Ew.(Gcni.6821).
Mezcral), Franyois Endes de, franz. Histo-riker, geb. 1610 in Ry bei Argcntan, widmete sicherst der Dichtkunst, dann der Geschichte und Politik,mußte 1635—36 als Kricgscommissar in Flanderndienen, wurde, nachdem er eine Zeitlang Lehrer imCollegeSt.-Barbe gewesen, begünstigt von demHer-zog von Richelieu, Historiograph von Frankreich u.immerwährender Secretär der Akademie. Er st. 10.Juli 1683. Berühmt ist seine Histoirs äs i?rsuos,Paris 1643—51, 3 Bde., mit Fortsetzung von Li-miers u. A., cbd. 1838—39; ^brsxs äs Ulrist. äsUranos, ebd. 1663 f., 7 Bde., beste A. ebd. 1775,14Bde.; vsl'oriZsiusässb'rsiiyaisMmsterd. 1682;angeblich auch viotionnsirs äs Kranes in CamnsatsLlsmoirss, 1732. Volchert.
Mezieres, Stadt u. Hauptort des franz. Dep.Ardenues, sowie des 7 Cautone und 106 Gem. mit83,600 Ew. umfassenden gleichnam. Arr., Festungerster Klasse, an der Maas, über die eine Brücke nachdemgegenüberliegenden, ehemals befestigten Charle-ville (s. d.) führt, ist Station u. Knotenpunkt an derOstbahn, ein schlecht gebauter Ort, Sitz der Deports-mcntalbehörden und hat: GerichtshofersterJnstanz,Assisenhof, Friedensgericht, sehenswerthe alte Kirche(in derselben fand 1570 die Vermählung Karls IX.statt), Ingenieurschule, Ackerbauschnle, Normalschulefür Lehrerinnen, öffentliche Bibliothek von 3500Bänden, Ackerbankammer, unbedeutende Industrie,Gießereien, Schmieden, Gerbereien, 5 Jahrmärkte;1872:4185Ew.(Gem.4312). M.istznerst581 durchdas dasige Concil (auch Brenacensisches Concil ge-nannt) bekannt, galt im Mittelalter für einen der feste-stenPlatzeinFrankreich».wurde 1525durch Bayardgegen die Kaiserlichen vertheidigt. 1815 wurde M.durch dasnorddentscheArmeecorpsbelagert u.capitu-lirte erst den 13.Aug.(die Citadellc 5. Sept.). Wäh-rend des deutsch-französ. Krieges 1870—71 wurdeM. von den deutschen Truppen einige Tage langbombardirt.worauses 2. Jan. 1871 capitulirte. Vgl.Götze, Die Thätigkeit der deutschen Ingenieure rc.,Berl. 1872. H. Berns.
Mezö (ungar.), Feld.
Mezöhegyes, Pußta im ungar. Com. CsanLd,mit 443 Ew. u. einem ber., von Joseph II. 1788 er-richteten Pferdegestüte, welches anf17,000 Pferde an-gelegt ist u. jährlich über 1000 Remontepferde liefert.
Mezö-Tur, Marktfl. im ungar. Comitatc Heves,am Berettyo, Station der Theißbahn; Gymnasium,Dampsmühle, Töpferei, Weinbau; 1869: 20,447E.
Meers (ital.), d. i. halb: N. sorbs, die halbe CorbaA. lirs, die halbe Lira; U. msnios (d. i. mit derHand in der halben Lage des Halses bei der Violinen. Viola), so v. w. halbe Applicatur oder erste Lage.
Meers voce (ital., abgekürzt m. v. od. mev.), mithalber (gedämpfter) Stimme; dagegen mssssvoos,m sasa äi voos (ital.), miss äs voir (frz.), das allmäh-liche Verstärken u. Abnehmen des Tons beim Gesang.
Meere (ital.), so v. w. halb, häufig zu Bezeich-nungen in der Musik, dann bei Namen von Mün-zen, Maßen u. Gewichten.
- Miani.
Mezzofanti, Ginsepps Gasparo, hervor-ragender italienischer Linguist, geb. 19. Sept. 1771in Bologna; wurde für den geistlichen Stand er-zogen, erhielt 1797 die Priesterweihen, trat 1804 alsProfessor des Arabischen an der Universität seinerVaterstadt auf, verlor jedoch diese Stellung unterder französischcnHerrschaftn.ertheilte seitdem Sprach-unterricht. 1833 ernannte ihn der Papst bei Gele-genheit der Anwesenheit einer Deputation in Romznm ersten Cnstos an der Vaticanischen Bibliothek,1838 zum Cardinal u. Stndiendirector an der Con-gregation der Propaganda. Hier entwickelte M. diestauncnswertheste Vertrautheit und Sicherheit imGebrauche der alten und der neueren Sprachen; erverstand sich mit jedem der zahlreichen fremden Zög-linge der Propaganda geläufig zu unterhalten, kanntesogar die verschiedenen Dialekte der meisten lebendenSprachen und redigirte alljährlich bei dem großenSprachfest in Rom die Arbeiten u. Vorträge der Pro-pagandisten in 58 Sprachen. Er hat keine Aufzeich-nung über seine Methode, sich dieses Sprachen-Chaosso glänzend anzneignen, hinterlasscn; auch entbehrteer, wie man sagte, der tieferen philologischen Be-gründung. Es ist somit lediglich eine ungemein um-fangreich entwickelte Gcdächtnißkraft bei ihni anzu-nehmen. M.st. 14. März 1349 in Rom. Vgl. Russell,Inks ok Osräinsi N., Lond. 1858. Booch-Artossy.*
Merro roliovo (ital., so v. w. Halbrelief), in derSculptur ein zwischen dem Flach- od. Basrelief undHoch- oder Hautrelief in der Mitte stehendes, alsohalberhabenes Relief (s. Relief).
Merrotinto (ital., so v. w. Mittel- oder Halbton),
1) in der Malerei die Übergangstöne einer Localfarbe;
2) in der Graphischen Kunst, s.d. Art., 12) die durchdasschabcisen in der Schwarzkunstmanier hervor-gebrachten Mittellinien zwischen den vollen Licht- u.den tiefsten Schattenpartien.
Mczzöwo (Metsovon), Stadt im türk. VilajetJanina, am Zygos-Gebirge u. am Kreuzungspunktder Hauptstraßen nach SAlbanien, Thessalien undMakedonien, mit 6000 sehr betriebsamen Einwoh-nern, meist Walachen u. Zinzaren.
Mg., chemisches Zeichen für Magnesium.
Mgambo (Muoni, Sidschi), Fluß in Ostafrika,welcher von den Schneegebirgen, südl. des Äguators,kommt und in die Tangabai, nördl. von Zansibar,mündet.
Mglin, Kreisstadt im rufs. Gonv. Tschernigow(Kleinrußland), an der Ssudinka; Kreisschule, Han-del, bes. mit Hanf u. Vieh; 6165 Ew.
Mhau(Mhow), Stadt in dem indobrit. Vasallen-staat Jndor, unweit der Stadt Jndor, in 600 mHöhe gelegen, britische Militärstation, 10,000 Ew.
Miäko (Mijako), s. Kioto.
Miami, 1) ein nur noch mehrere hundert See-len zählender Jndianerstamm in den nordamerikan.Unionsstaaten. 2) Counties daselbst, s) in Indiana,41°n. Br., 86° w. L.; 21,052 Ew.; Hauptort: Peru,b) in Kansas, 38° n. Br., 95° w. L.; 11,725 Ew.;Hauptort: Paola. o) in Ohio, 40° n. Br., 84° w.L.; 32,740 Ew.; Hauptort: Troy. 3) 2621cm lan-ger Nebenfluß des Ohio im Staate Ohio, wird 113icm weit vom Miamitänal begleitet u. mündet westl.von Cincinnati.
Miani, Ort am Fuleli-Arme des Indus in derindobrit. Prov. Sindh. Hier 17. Febr. 1843 ent»