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Mcwar -
Strafe ist auch hier der DeutschenSeemannsordnnng(Z 9t) zufolge eure Erhöhung der auf das fraglicheReal au sich gedrohten Strafe, e) M. der Straf-gefangenen wird dadurch begangen, daß sich Ge-fangene zusammenrotten u. gemeinsam die An-staltsbeamten n. Aufseher angreifen, ihnen Wider-stand leisten oder sie zu Handlungen oder Unterlas-sungen nöthigen. Das Rcichsstrafgesetzbnch drohrda-rauf Gefängnis; von OMonaten bis »Jahren. Wah-rend an sich die Selbstbefreinng von Gefangenenstraflos ist, wird eineZnsammenrottung derselben be-hufs eines gewaltsamen Ansbruchs mit der obener-wähnten Strafe belegt. Haben Meuterer Gewaltthä-tigkeit an den Beamten oder Aufsehern verübt, sotritt Zuchthaus von 1 Jahr bis 10 Jahren ein.Vgl. im Allgemeinen den Art. Aufruhr. Bezold.
Mcwar (Meywar, auch Mayrwara), Agentur-bezirk der indobrttifchen Provinz Radschpntana, demeine Anzahl Vasallenstaaten, darunter M. oderlldey-störe (s. unter dem Art.Udaipnr), Dnngarpnr,Bans-warra, Dschawnd, Pratabgarh, die bedeutendsten,unterstellt sind.
Meine (Gniew), Stadt im Kreise u. prenß. Reg.-Bez. Marienwerder, an der Mündung der Ferse indie Weichsel; Strafanstalt (im ehemaligen Ordens-schloß), Maschinenfabrikation, große Mühle; 1875:4071 Ew. — Der deutsche Orden erhielt das Ge-biet von M. als erstes Besitzthum auf dem linkenWeichelufer 1276 vom Fürsten Sambor III. vonPomerellen zum Geschenk; von ihm wurde 1283 dieBurg u. 1297 die Stadt gegründet.
Mcwlewi, moham. Mönchsorden, s. Derwisch.
Mewlud (arab.), Zeit der Geburt, Geburtstag,specicll Geburtsfcst Mohammeds.
Mexikanisch :c., s. Mejicanisch rc.
Metien, Franz Julius Ferdinand, bedeu-tender Botaniker und Zoolog, geb. 1804 in Tilsit,machte die Reise um die Welt 1830—32 unter Ca-pitän Weudt mit u. st. 1840 in Berlin als Professorder Zoologie u. Naturgeschichte. Er hat große Ver-dienste um die Pflanzenanatomie u. Pflanzenphysio-logie; auch war er der erste, der die Ähnlichkeit derInfusorien mit Pflanzenzellen erkannte. Unter seinenzahlreichen Werken seien erwähnt: Anatomisch-phy-siologische Untersuchungen über den Inhalt der Pflan-zenzellen, Berl.1828; Phytotomie, ebd. 1830; Reiseum die Welt, ebd. 1834, 2 Thle.; Über die Beweg-ung der Säfte in den Pflanzen, ebd. 1834; Pflan-zengeographie, ebd. 1836; Über die neuesten Fort-schritte der Anatomie und Physiologie der Pflanzen,gekrönte Preisschrift mit 22 sehr gut gezeichnetenÄupfertaseln, Haarlem 1837; Neues System derPflauzenphysiologie, ebd. 1837—39, 3 Bde.; Überdie Secretionsorgane der Pflanzen, ebd. 1837 (Preis-schrist); Jahresbericht über die Resultate der Arbei-ten im Felde der physiologischen Botanik, ebd. 1838bis 1840; Über den Besrnchtnngsact rc. der Pflan-zen, ebd. 1840; Pflanzenpatholoqie, herausqeq. vonNees von Esenbeck, ebd. 1841.
Meyenburg, Stadt im Kreise Ostpriegnitz desprenß. Regbez. Potsdam, an der Stepenitz; 1875:1588 Ew. — M. war ehemals eine starke Grenz-fcstung. Dabei daS Dorf Marienfließ oder Kloster-Stepenitz mit einem adeligen Fräuleinstift im ehe-maligen, 1230 gestifteten Nonnenkloster.
Meyendorff, ein in Livland n. Kurland ansäs-
- Mcycr.
siges, ursprünglich sächsisches Adelsgeschlecht: 1)Konrad von, kam 1200 mit den Schwertritternnach Livland n. erwarb dort großen Grundbesitz. 2)Freiherr Georg, geb. 1790, Sohn des rnss. Ge-nerals Kasimir v. M.; widmete sich dem Militär-stande, war 1820 Hanptmaun im Generalstabe undmachte dann eine wissenschaftliche Reise von Oren-burg nach Bokhara, beschrieben in: VoxuAvii'Oron-bonrZ; ä Uonichg.ra kalt en 1820, Par. 1826 (deutschvvnScheidler, Jena 1826). Während des poln.Re-volntionskrieges 1831 commandirte er das Cürassier-regiment Prinz Albrecht, welches sich in der Schlachtbei Grochow des. auszeichncte. Nach der EroberungWarschaus wurde er Generalmajor, hierauf General-adjutant des Kaisers Nikolaus, 1843 Generallieute-nant, 1852 mit den Marstallangelegenhciten des kai-serlichen Hofes beauftragt und im Dec. 1855 Ober-stallmeister ».Präsident des Hofstallamtes. Er starbl2.Oct.l863. 3) FreiherrAlexander, Bruderdes Vorigen, geb. 1792, bereiste zu wissenschaftlichenZwecken Deutschland, Frankreich n. Italien u. wurde
1839 wirklicherStaarsrath. Er begleitete 1840 und1841 den Engländer Mnrchison auf seiner großenwissenschaftlichen Reise imR. des europäischen Ruß-land und wurde später Präsident der Handelskam-mer in Moskau. Zur Hebung des Gewerbs- n. Fa-brikswesens fertigte er mit Paul Sinowjew eine in-dustrielle Karte von Rußland an (Pctersb. 1842);1851 ging er im Aufträge der rnss. Regierung nachden eroberten Districten des Kaukasus, um hier in-dustrielle Unternehmungen zu befördern ».Handels-verbindungen zwischen Transkankasien, Odessa undMoskau einzuleiten, und st. 25. Jan. 1865 als Geh.Rath u. Reichsrath. Er schrieb Verschiedenes überFinanzwesen, namentlich Iws tinunes8 llo In Iluasis,Par.1864. 4)FreiherrPeter, Bruder des Bor.,geb. 5. Aug. 1796, diente in den Feldzügen von1812—13 gegen Napoleon, betrat dann die diplo-matischeLansbahn u. kam 1832 als außerordentlicherGesandter nach Stuttgart. Hierauf zum wirklichenStaatsrath ernannt, wurde er 1839 rnss. Gesandterin Berlin. Im August 1850 ging er als Gesandternach Wien u. nahm an den Olmützer Conferenzenvon 1851 u. 1853Theil. Im Juni 1854 vonWienabbernfen, wurde er Reichsrath im Departement fürStaatswirthschaft u. 1857 zugleich Obersthofmeisteru. Direktor des Cabinets des Kaisers; er starb, eingroßer Geolog, 19. März 1863. Kkmschmidt.
Meyer, 1) Friedrich Ludwig Wilhelm,deutscher Schriftsteller, geb. 28. Jan. 1759 in Har-burg; wurde erstRegiernngsauditor in Stade, hier-auf Professor der Philosophie in Göttingen, priva-tisirte dann in Berlin, Paris, Hamburg, st. I.Sept.
1840 auf seinem Gute Groß-Bramstedt in Holstein.Von ihm: Biographie des Schanspieldirectors F.L-Schröder, Hamb. 1819, 2 Bde., 2. A. 1823, n. a.Schriften. 2) Johann Heinrich, Maler undKunsthistoriker (der Kunst°M. gen.), geb. 16. März1759inZürich, st. 14.Oct. 1832inWeimar. ErwarSchüler des Malers Füßli d. Älteren in Zürich, ging1784 nach Rom (wo er Goethe kennen lernte), Nea-pel, Venedig u. a. O., kehrte Ende 1787 nach derSchweiz zurück, zog 1792 zu Goethe nach Weimarund wurde Professor der Zeichenichnle daselbst; 1795reiste er wieder nach Italien, kehrte 1797 nach derSchweiz zurück, ging dann wieder irach Weimar und