Memau — Meurthe-ct-Mvselle. 7
Napoleon I. restaurirtes Schloß ist von herrlichenGartenanlagen (nachLenvtre'sPlänenangelegt) um-geben u. war von 1851—60 Soimnerresidenz von Je-röme Napoleon, dann von seinem Sohne, dem Prin-zen Napoleon. Während des deutsch-franz. Krieges1870/71 waren ans den Höhen von M. Batterien zurBeschießung des Forts Jssy sowie des Pont du Jourerrichtet. In der Nacht vom 12/13. Jau. 1871 be-deutendesAnssallgefecht,nachtheiligsllrdieFranzosen.
Meulan , Stadt im Arr. Versailles des franz.Dep. Seine-et-Oise, an der Seine, Station der West-bahn; Fricdeusgericht, öffentliche Bibliothek, Spar-kasse, Hospiz; Fabrikation von Wollenkratzen, Wirk-waareu, Lichtenu. Chemikalien, Gerberei, Getreide-halle,Steinbrüche,Gipshandel,3Jahrmärkte; 1872:2340 Ew.
Meulebeke,Marktfl. in der belg.Prov. WFlan-dern; Spitzenfabrikation, Flachsspinnerei; 8402 Ew.
Mculen, Antoine Franyais van der, be-rühmter Schlachtenmaler, geb. 1634 inBrüssel, gest.15. Oct. 1600 ich Paris; bildete sich unter PeterSnayers, war ein Günstling Colberts und LudwigsXIV., welch Letzteren er auf seinen Feldzügen be-gleitete, um später dessen bedeutendste Kriegsthatenzu malen. Er liebte es, seinen Schlachtcnbildern einengroßenlandschaftlichenHintergrund zu geben, aus demer seine zahlreichen Figuren in lebendigen Gruppenentwickelte. Bei allem Talent war M. doch ein echtesKind seiner Zeit u. lag darum in den Banden des Con-ventionellen, das sie charakterisirt. Er war Vorstandder Gobelinmaunfactur u. Mitglied der Akademie.
>1/1 sum Pflanzengatt, aus der Fam. der
IlMbsIlikeras-LsssIinsas (V. 2.); Kelchrand ver-wischt, Blumenblätter ganz, elliptisch, an beiden En-den spitz; Frucht säst stielrnnd oder etwas von denSeiten zusammengedrllckt; Früchtchen mit 5 scharfen,etwas geflügelten, gleichen Riesen, die an der Seiteden Rand bilden; Thälchen vielstriemig; Fruchthal-ter 2theilig; Blüthen weißlich oder ins Pnrpurröth-liche. Arten: LI. atliamanlionm -Icrcg;. (Bärendill,Bärenwurz, Bärenfenchel), auf den Alpen u. Bor-alpen. Die bitterliche, gewllrzhafte Wurzel wurdebei Verdannngsschwäche gebraucht; N. ÄintollinaSaeri-r. (Mpenbärwnrzel), der vorigen ähnlich, aberkleiner, mit blaßrothen, wohlriechenden Blüthen u.doppeltgefiederten Blättern; ans Alpenwiesen, gutesFutterkraut; die Wurzel war als Raäix rnnioUinasonst officinell.
Menrig, Stadt im Arr. Orleans des franz. Dep.Loiret, an der Loire, StatiouderOrleansbahn; altesSchloß, Friedensgericht, Sparkasse, Hospiz, Essig-sabrikation,Gerbereien, Mühlen, Stcinbrüche, Kalk-brennerei, 6 Jahrmärkte, Weinbau; 1872: 3159EW.(Gem. 3520). Hier 7. Der. 1870 siegreiches Gefechtder Armee des Großherzogs von Mecklenburg überdie Franzosen unter Chancy.
Meurs, Stadt, so v. w. Mörs.
Meurstus (de Meurs), 1) Johann, Philologu. Historiker, geb. 9. Febr. 1579 in Loosduinen beimHaag; bereiste als Führer der Söhne des Großpen-sionärs Barneveldt einen großen Theil Europas,wurde Professor der Geschichte und griech. Sprachezu Leyden u. 1610 Historiograph vonHolland, späterauch königlich dänischer Historiograph, und lehrte zuSoroe Geschichte und Politik, wo er auch 20. Sept.1639 starb. Er schrieb: Glossarium Arasoobarba-
rnm, Leyd. 1614; Xtlrsnas datavas, ebd. 1625;Rss l>öl§ieas, ebend. 1612 ; Hist, äanioa, Kopenh.1630, u. mehrere Werke, heransgegeben von Lami,Flor. 1741—63,12 Bde.,Fol. 2) Johann, SohndesVorigen, geb. 1613 in Leyden n. gest. 1654; erschrieb Mehreres über Antiquitäten, hat aber keinenAntheil au den unter seinen Namen erschienenen lAs-Mntias lingnas latinao, beste Ausgabe Leyd. 1757,von Charter ans Grenoble. Brambach.
Meurthe, 1) 16llcmlangerNebenfluß derMoselin Frankreich; entspringt in zwei Quellen am WAb-hange der Vogesen, an der elsässischen Grenze; wirdunterhalb Nancy schiffbar, ist indeß fast nur zumHolzflößen geeignet u. mündet bei Frouard. Neben-flüsse: Vezouse (rechts) n.Mortagne u.Sanon (links).2) Ehemals Dep. in Frankreich (Lothringen), nachdemFlusseM.benannt;umsaßte6090 ,04 HZüm ( 110 ,güls M) mit (1866) 428,387 Ew. Von demselbenwurden durch den Frankfurter Frieden vom 10 . Mai1871 die Arr. Chateau-salins u. Sarrebourg (fastganz) an das DentscheReich abgetreten u.die übrigenArrondissements mitdembeiFrankreich verbliebenenReste des Dep. Moselle, dem Arr. Bricy, zu einemneuen Dep. Meurthe-et-Moselle vereinigt. H. Berns.
Meurthc-et-Moselle, Depart. in Frankreich,grenzt im N. an Belgien u. Luxemburg, im O. anElsaß-Lothringen, im S. an das Dep. Vosges undim W. an Meuse; 5244„s siZIcm (95,^ siZM) mit(1876) 404,609 Ew. (auf 1fDüm70, in ganzFrank-reich 68 ,g). Das Dep. ist säst ganz hügelig; im N.wird es von niedrigen Höhen, Verzweigungen derArdennen, u. im S. von niedrigen Ausläufern desWasgaugebirges (Cöte d'Essay, 427 m, und Montd'Anon, 439 m), durchzogen; die Höhen sind zumTheil bewaldet, zum Theil auch mit Weinreben be-pflanzt. Flüsse: Mosel mit Enron , Meurthe (mitMortagne und Vezouse), Seille, Madon und Orne,ferner Chiers. Das Dep. wird vom Rhein-Marne-Kanal, sowie von zahlreichen Linien der franz. Ost-Bahn (zusammen 396 Lm) durchschnitten. Von derGesammt-Oberfläche werden 2143 H>Irm als Acker-land benutzt u. 204 dj ÜIL sind mit Weinreben be-pflanzt. Der Boden ist durchgängig fruchtbar. Pro-ducts: Getreide (bes. Weizen u. Hafer), Kartoffeln,Hülsensrllchte, Runkel- und Zuckerrüben, Raps, Ho-pfen, Obst, Wein (1874: 337,267 lü), Tabak, Gar-tengewächse rc.; Rindvieh (57,330 Stück), Pferde(56,440), Schweine(98,800), Schafe (120,300), Zie-gen (17,350), Bienen(24,900 Bienenstöcke),viel Wild(auch noch Wölfe), Fische; Eisenerz, Sandsteine, Kalk-steine, Salz rc. Die Bewohner treiben Acker- undWeinbau, Viehzucht (bedeutende Pferdezucht), Berg-bau(namentl. anfEisenerz,l873wurdenca. 7,5 Will,metr. Ctr. gefördert), Industrie und einen lebhaftenHandel. Die wichtigsten Industriezweige sind:Production vonRoh- u. Stabeisen, sowie von Stahl,Eisengießerei, Fabrikation von Glas-, Krystall-,Fayence- und Thonwaaren, Wollen- und Baum-Wollenspinnerei, Wollen - und Banmwollenweberei,Fabrikation von künstlichen Blumen, Spitzen, Pa-pier, Kerzen, Zucker, musikalischen Instrumenten,landwirthschaftl. Maschinen, Handschuhen rc.; Säge-mühlenbetrieb, Kalk-und Ziegelbrennerei rc. DieHanptgegenstände des Handels sind neben den in-dustriellen Prodncten Steinkohlen, Getreide, Vieh,Wolle n. Salz. Volksbildung: 1872 gab es in