320 Die Friihjahrssession des Reichstages 1884.
auf seine Kraft und seine Verbindungen, um dem künf-tigen Kabinett Haltung zu geben.
Dann die vorliegende Sache betreffend muß ich nocheine Bemerkung des Herrn Abgeordneten Richter rele-vieren- Er sagte, er habe nicht den deutschen Landwehr-mann gegenüber dem afrikanischen Namaqua vorher imSinne gehabt, obschon ich das nach dem Zusammenhängeseiner Rede glauben mußte; denn er knüpfte es an Gar-nisonen in Kolonien; ich halte also seine Berichtigungauf die Gegend von Metz hin für etwas, was ihmspäter eingefallen ist, daß er das hat sagen wollen; aberursprünglich knüpfte er es an Garnisonen in Kolonien,indem er meine Ablehnung solcher utilisierte, um etwazu sagen, das märe ja noch besser, wenn wir dazu kommensollten, daß in solchen Gegenden —; aber wenn er soweit geht, daß der deutsche Landwehrmann auch dazunicht berufen sein soll, — um in der Sprache des HerrnBamberger zu bleiben, — Nasenstüber, die wir irgend-wo empfangen, unmittelbar an unserer Grenze zu ver-treten und abzuwehren, ja, dann weiß ich nicht: wozuhaben wir Landwehr und Armee? Dann können wirsie einfach abschaffen (sehr wahr! rechts), wenn wir soängstlich damit sein wollen, daß wir jedem Konflikt,in fernen Meeren sowohl wie in der Nähe, unbedingtaus dem Wege gehen müssen. Wenn auf dem Kontinenthier unsere Truppen sich schlagen müssen, so ist die Un-annehmlichkeit, die daraus hervorgeht, nicht minder groß;— denn jeder Krieg, auch der siegreiche Krieg, ist immerein großes Unglück für das Land, das ihn führt; fürdas Land ist die Ursache ziemlich gleichgiltig, aus derer entsteht, — so ist die Unannehmlichkeit für den Land-wehrmann, bei Metz erschossen zu werden, gerade so groß