318 Die Frühjahrssession des Reichstages 1884.
Sachkunde, wie ich sie in ähnlicher Weise selbst von HerrnBamberger bisher kaum gehört habe. Als ob es hin-reichend märe, daß ein abenteuernder Lump an michschreibt, damit ich sofort mit der ganzen Schwerfälligkeitder deutschen Rasse für den Mann mich engagieren würde!Wenn Sie jemals einen solchen Narren von Reichskanzlerhaben, auf den diese Voraussetzungen des Herrn Bam-berger passen, dann streichen Sie ihn und jagen ihn weg;das ist das Beste, was Sie thun könnten.
In eine ähnliche Kategorie, obgleich nicht so scharfund verletzend für mich, gehört die Aeußerung des HerrnAbgeordneten Richter, der sagt, die Herren würden diesemMinisterium jeden Groschen bewilligen. Ja, meine Herren,darin liegt die Voraussetzung, daß dieses Ministerium,das aus mir allein besteht, jeden Groschen fordern würde.Das ist doch ebenso, als ob wir in unseren maßlosenForderungen an die Steuerpflichtigen für das Wohl desLandes kein Herz hätten, sondern daß mir jeden Tagbedacht wären, zu nehmen, was wir kriegen können, zunehmen, was irgendwie bewilligt würde, und das wärekaum anders möglich, als daß durch Lug und Trug undFiktionen nicht vorhandene Bedürfnisse in den Vorder-grund gestellt würden, deren Bewilligung unvernünftigwäre. Das alles, die Möglichkeit, daß die jetzige Re-gierung dergleichen unvernünftige Forderungen machenkönnte, liegt, vielleicht im Hinblick auf die Wahlen, an-gedeutet in dem: diesem Ministerium jeden Groschen,mag er noch so ungerecht gefordert werden.
Ja, meine Herren, wenn Sie, nachdem ich nun seit1862 unter schweren Zeiten an der Spitze Preußens unddes Reichs gestanden habe, nicht das Vertrauen zu mirgewonnen haben, daß ich überhaupt auf Albernheiten,