Der Sinn der erbetenen Vollmacht. 209
Millionen vollständig zu überlassen, ist in so allgemeinenAusdrücken gefaßt, daß diese meine Version eben so gutwie jede andere Platz greift, und wenn Sie von Hanseaus die einseitige Erklärung der Sache gegeben haben,als müsse die Vorlage dahin führen, wenn sie angenommenwürde, die bestehenden Linien durch die Konkurrenz zuruinieren, so ist das Ihre Sache. Es ist wieder derMangel an Vertrauen, über den ich vorher zu klagenhatte, daß Sie jederzeit das Gemeinschädlichste undThörichtste den Intentionen zu Grunde legen, die derReichskanzler haben könnte, wenn er einer Vollmacht be-darf. Ich habe nie eine andere Absicht gehabt, als mitden bestehenden Firmen zuerst zu verhandeln über dieAufbesserung ihrer Verhältnisse, über die Bedingungen,welche man ihnen zu stellen hätte, wenn sie sich diese Vor-lage verdienen wollten. Ich glaube nicht, daß ich denMut gehabt hätte, wenn ich es beabsichtigte, auf eigeneVerantwortung zur Schöpfung einer vollständig selbst-ständigen, gewissermaßen fiskalischen Konkurrenz vor-zuschreiten, ohne von neuem die Zustimmung des Reichs-tages dafür zu gewinnen.
Wenn Sie den Text der Vorlage genau lesen, sokönnen Sie ineine Behauptung nicht bestreiten, daß dieVollmacht, die mir durch dieselbe erteilt wird, so all-gemein ist, daß sie weder diese, noch eine andere Versionausschließt; sie geht so weit, daß ich mich nie unter-standen haben würde, sie in voller Ausdehnung zu be-nutzen, ohne durch Kontrole mich zu versichern, daß ichim Einverständnis mit denjenigen Körperschaften bliebe- nämlich mit dem Bundesrat und Reichstag —, diemir diese weitgehende Vollmacht anvertraut haben. Ichweiß, daß ich in dem, was ich thue, eine wohlwollende