296 Die Frühjahrssession des Reichstages 1884.
wir bei dem kait aoeompli, das wir machten, uns ineinem Widerspruche mit befreundeten Mächten, wie Eng-land, befinden würden, dessen Lebhaftigkeit und Trag-weite sich vorher gar nicht berechnen ließ. (Hört! hört!rechts.) Deshalb habe ich mit großer Sorgfalt undVorsicht über diese Sache kein Wort geäußert, bis ichdie volle Sicherheit hatte, daß die englische Regierungsich überzeugt hatte, daß weder ihr noch ihrer Kapkolonieirgend ein den deutschen Bestrebungen entgegenstehendesRecht zur Seite stände, und daß sie kein Interesse dabeihätte, unsere Bestrebungen zu hindern. Von dem Augen-blicke an — ich glaube, nicht 24 Stunden, nachdem ichdie telegraphischen Mitteilungen von diesem mir erwünsch-ten Abschlüsse erhalten hatte — habe ich nicht mehr ge-schwiegen. Sie können von einem auswärtigen Ministerüberhaupt nicht verlangen — es wird das in keinemLande der Welt verlangt —, daß er über alle schweben-den Verhandlungen mit Ihnen oartW sin- tadle spieltund Ihnen die innersten Winkel seines Herzens, alleseine Pläne hier offen darlegt. Ich erlaubte mir in derKommission schon zu bemerken, wenn Sie überhauptauswärtige Politik treiben wollen oder Politik, die Siemit dem Auslande auch nur in Beziehung bringt, wiedie Kolonialpolitik, so ist ein gewisses Maß von Ver-trauen zu denl Leiter der auswärtigen Politik, zu denVorschlägen, .die er macht, ganz unentbehrlich, (sehr richtig!rechts) und Sie sagen. Sie hätten das zu mir; nur imInnern, nur in der inneren Politik sei ich der Gegen-stand Ihres Mißtrauens und Ihres Widerspruches. Sooft ich aber in der äußeren Politik etwas Außergewöhn-liches unterstütze, wie diese Dampfervorlage, so habe ichimmer noch gefunden, daß auch dort dieses Vertrauen