Die Furcht mir Nasenstüber».
2!N
dann würden wir nichts erreichen und besser thnn, auf jede über-seeische Entwicklung zu verzichten." —
Diese streng sachliche Darlegung wird durch fernere Mit-teilungen über die mehr persönlich gefärbten Aeußerungen desFürsten B ismarck, wie sie im dramatisch bewegten Verlauf jenerwichtigen Kommissionssitzung fielen, willkommen ergänzt. Dem Ab-geordneten Richter gegenüber betonte er den Zusammenhang derDampfervorlage mit diesen kolonialpolitischen Ideen; wolle manbei jeder Ausgabe ähnlicher Art, welche den nationalen Handelund Verkehr fördern solle, zuerst fragen, wie viele Schullehrer undPostsekretäre davon Zulagen bekommen könnten, so sei allerdingseine Großstaatspolitik unmöglich. Man scheine den früheren Zu-stand für einen idealen anzusehen, wo der Deutsche mit dem Hutin der einen und einem guten Stück Geld in der anderen Handsich im Auslande bei fremden Behörden demütig um Schutz be-werben mußte. Herrn Bamberg er, der selbst dann, wenn wirnur da und dort auf einer Felseninsel oder an einem steilen Küsten-strich die deutsche Flagge aufhißten, von anderen großen SeemächtenNasenstüber für uns befürchtete, die wir nicht erwidern könnten,entgegnete der Reichskanzler: das heiße die politischen BeziehungenDeutschlands doch von einem sehr beschränkten und kleinlichen Stand-punkte aus ansehen. Um solche Nasenstüber zu erwidern, brauchedie deutsche Flotte nicht größer zu sein. Frankreich z. B. liegebekanntlich vor den Ausfallthoren von Metz; England lege schonjetzt in der verhältnismäßig unbedeutenden ägyptischen Frage aufdie Unterstützung und Freundschaft Deutschlands das größte Ge-wicht. —
So dringend auch der Reichskanzler dazu aufforderte, dieDampservorlage noch in dieser Session zur namentlichen Abstimmungim Plenum zu bringen, damit man im Lande genau wisse, werdiese nationale Sache zu Falle gebracht, so nahm die Mehrheit derKommission doch einen die Entscheidung absichtlich hinausschiebendenAntrag Windthorst an. Nur auf einem Umwege kam es wenig-stens noch zu einer Plenarberatung. Auf der Tagesordnung der42. Sitzung, der viertletzten der Session, am 2li. Juni, stand einim November 1883 mit dem Königreich Korea geschlossener Handels-,Freundschafts- und Schiffahrtsvertrag. Abgeordneter v. Maltzahn-Gültz lenkte die Diskussion über denselben von Anfang an auf die