Die Politik ist Kunst, nicht Wissenschaft. 175
ich bin nur unter der Bedingung dauernd gesund, daßich dem Beruf, den ich bisher vertrete, Valet sage.Aber ich kann das nicht ungesagt lassen.
Der Herr Abgeordnete von Vollmar hat auch seiner-seits beklagt, daß wir recht gefährliche Betriebe, derenAufnahmen er dringend wünscht, nicht in diese Vorlageausgenommen haben- Ich habe nun die Gründe aus-einandergesetzt, die uns zu dieser Beschränkung veran-laßt haben. Ich will aber die Zusage für die Zukunftgeben, daß, soweit ich auf das Geschäft Einfluß habe,wir sofort nach Annahme dieses Gesetzes, ohne Sie miteiner Sommersitzung zu belästigen, aber sofort nach An-nahme von irgend einer haltbaren Substanz dieses Ge-setzes, mit der Erweiterung und mit der Ausdehnungdesselben auf andere, und zwar in erster Linie auf dieBaugewerbe und auch, wenn die Interessenten sich nichtentschieden dagegen wehren, auf das landwirtschaftlicheGewerbe kommen und ihnen Vorlagen in dieser Be-ziehung machen werden- (Bravo! rechts.) Das ist eineZusage, die, wenn ich noch im Dienste bin, jedenfallseingelöst werden wird, sobald diese unsere jetzige Vor-lage nur eine entgegenkommendere und fruchtbarere Auf-nahme bei Ihnen findet, als die bisherigen. Wenn siesie nicht findet, nun, dann bleibt nichts anderes übrig,als dasselbe Spiel einer erneuten Vorlage, vielleicht ineiner anderen Gestalt, zu wiederholen. Ich würde michnicht ermüden lassen dadurch, daß wir hier nur Kritikfinden. Die Kritik ist bekanntlich leicht, und die Kunstist schwer. Die Politik ist keine Wissenschaft, wie vieleder Herren Professoren sich einbilden, sie ist eben eineKunst. Sie ist ebensowenig eine Wissenschaft, wie dasBildhauen und das Malen. Man kann sehr scharfer