Hänelsche Sentimentalitäten. 16.1.
leicht habe ich mich darüber getäuscht. Verläßt mich davielleicht mein Gedächtnis? Ich berufe mich auf dasder Versammlung. Wenn aber der Herr Abgeordnetesagt, ich hätte ein Totengericht über Lasker hier auf-gerufen, so ist das doch eine Uebertreibung, die eigent-lich gar nicht hierher gehört, wo wir nüchtern die Geschäftebehandeln. Ich habe das nicht ausgerufen, sondern die-jenigen, die den toten Lasker mir gegenüber ausgespielthaben. (Sehr richtig! rechts.)
Meine Herren, ich bin ein Christ, aber doch alsReichskanzler nicht so, daß, wenn ich eine Ohrfeige aufdie eine Backe bekomme, ich die andere hinhalte undsage: ist dir nicht die zweite gefällig? Wenn man michangreift, so wehre ich mich; aber das ehrliche Recht derSelbstverteidigung bei dem ersten Beamten des Reichs,wenn er in seiner Politik mit gewandten aber nicht ganzritterlichen Waffen angegriffen wird auf diese Weise,indem die Toten gegen ihn ins Feld geführt werden undZeugnisse des Auslandes gegen seine inländische Politikaufgesührt werden, — wenn man das als die Heraus-forderung eines Totengerichts, wenn man das als eineArt von unmenschlicher Rücksichtslosigkeit auf Grab undTod hier bezeichnen will: ja, meine Herren, dann seheich gar nicht ein, wozu ich hier nötig bin. Ich bin hier,um die Geschäfte zu besprechen, aber nicht um Senti-mentalitäten auszutauschen. (Bravo! rechts.)
Der Herr Abgeordnete hat bedauert und mir ge-wissermaßen vorgeworfen, daß ich in meiner Herzens-härtigkeit für die Anhänglichkeit des Abgeordneten Laskergar keinen Sinn gehabt hätte und keine Erwiderungdes Dankes. Meine Herren, für eine solche Anhänglich-keit danke ich, die mich öffentlich lobt und anerkennt,
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