Druckschrift 
13 (1891) Bis an die Schwelle der Kolonialpolitik
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

Die Reichstagssessio» von 1882—83.

Seite zumeist, die im Widerspruch mit den Dynastienden deutschen Gedanken lebendig erhielten." Ja, meineHerren, lebendig erhielten wie im Käfig, wie man einen sVogel, einen Spatz im Käfig hält oder einen Papagei.

Man hat darüber gesungen, Schützen- und Turnfeste ge-halten, so war der Gedanke lebendig. Wer aber hat 'für den Gedanken gewirkt und gearbeitet, wer hat denEntschluß gehabt so wie ich — ich habe es schon ein-mal auf dieser Stelle gesagt — so wie ich es im Jahre1862 gethan habe, daß ich meine ganze Lebensexistenz -und nach den Behauptungen der damaligen sortschritt- !

lichen Blätter vielleicht meinen Kopf — es gingen die !

Redensarten von Strafford und Polignac — einsetzte,um die Möglichkeit zu haben, die Zustimmung des Königsvon Preußen zu einer nationalen deutschen Politik zugewinnen? Und auf der andern Seite wollte ich mei-nem Herrn, der sagte: ich weiß niemand, wollen Siemir auf jede Gefahr hin dienen? — meine Dienste nichtversagen. Ich habe damals Mitwirkung gesucht, ich habeVertreter gesucht, ich fand keine. Warum haben dieHerren, die den deutschen Gedanken so tief im Herzentragen und von Geburt an gepflegt und gehegt haben,aber heimlich, recht heimlich, ohne etwas dafür zu ris-kieren (Zuruf links), warum sind Sie damals nicht her-vorgetreten? Was haben Sie riskiert? (Ruf: Gefäng-nis, alles!) — Das war wohl nicht für den nationalenGedanken, das wird wohl andre Gründe gehabt haben.(Heiterkeit.) Ich will niemand unrecht thun, ich weißsolche, die wirklich für den nationalen Gedanken gelittenhaben; man braucht nur an die Burschenschaft zu denken,und an einige, die in irrtümlicher Auffassung der Mittel,weil ihnen das Verständnis für die politische Situation