50 Die Reichstagssession von 1882-83. ,
Bremen mit dem Tabak gehen, daß es in ein paarJahren überwunden sein wird.
Aber den Vorwurf des Sozialismus möchte ich nocherwähnen. Sozialistisch sind viele Maßregeln, die wir !
getroffen haben, die wir zum großen Heile des Landes j
getroffen haben, und etwas mehr Sozialismus wird sich j
der Staat bei unsrem Reiche überhaupt angewöhneu ,
müssen. (Sehr richtig!) Wir werden den Bedürfnissenauf dem Gebiete des Sozialismus reformierend entgegen-kommen müssen, wenn wir dieselbe Weisheit beobachtenwollen, die in Preußen die Stein- und HardenbergscheGesetzgebung bezüglich der Emanzipation der Bauernbeobachtet hat. Auch das war Sozialismus, dem einendas Gut zu nehmen, dem andern zu geben, ein sehr viel !
stärkerer Sozialismus als ein Monopol. Ich freue mich, !
daß es so gekommen ist, daß man diesen Sozialismus !
geübt hat; wir haben dadurch einen sehr wohlhabenden, ^
freien Bauernstand erhalten, und ich hoffe, wir werden jmit der Zeit ähnliches für die Arbeiter erreichen, — ob !ich es erlebe, kann ich bei dem allgemeinen, prinzipiellenWiderstande, der niir auf allen Seiten entgegentritt undmich ermüdet, nicht wissen. — Aber Sie werden genötigtsein, dem Staate ein paar Tropfen sozialen Oels imRezepte beizusetzen, wie viel, weiß ich nicht, aber es märe ^meines Erachtens eine große Vernachlässigung der Pflichten ^der Gesetzgebung, wenn sie die Reform auf dem Gebiete !
der Arbeiterfrage nicht erstreben würde, von der wir den !
Anfang Ihnen jetzt gebracht haben, wenn wir auch zur ^unbequemen Sommerzeit kaum erwarten können, daß Sie !sofort bis zum Ende durchberaten. Sozialistisch war "die Herstellung der Freiheit des Bauernstandes; sozia-listisch ist jede Expropriation zu gunsten der Eisenbahnen;