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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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813
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Quecksilbersalbe

vorzugsweise zu Heilzwecken hervorzurufen wünscht.(Vgl. übrigens de» Artikel Quecksilbervergiftung).Die ersten Grade der allgemeinen Quecksilberwirkuugwerden zuHeilzweckeu benutzt: bei verschiedenen acu-ten u. chronischen Entzündungen der innere» Organe,der Haut, der Drüsen rc., vorzugsweise aber bei all-gemeinen, constitntionellen Erkrankungen, ganz bes.bei Syphilis (s. b.), n. zwar zur Bekämpfung dersog. secundären Erscheinungen derselben. Die früherüblichen Onecksilberräuchcrnngen,mit Zinnober rc.,sind verlassen. Neuerdings ist man vielfach bemüht,Q. herznstellen, welche leicht ins Blut anfgenonmicnwerden können, ohne die bei den Mercnrialcnren sostörenden örtlichen Wirkungen an der Einführungs-stelle hervorznrnfen. Mit Len sogen. Doppelfalzendes Quecksilbers, die man versucht hat, wird dieserZweck nicht erreicht, wol aber voraussichtlich mit ge-wissen metallorganischen Verbindungen des Queck-silbers, mit deren Herstellung n. Prüfung die Wissen-schaft zur Zeit sich beschäftigt. Vgl. Hermann, Überdie Wirkungen des Quecksilbers ans den menschlichenOrganismus, 2. A. Berl. 1878.

Quecksilbersalbe, s. n. Qnecksilberpräparate.

Quccksilbcrsnlzc, gemeinschaftlicher Name derQnecksilberoxyd- u. Qnccksilberoxydnlsalze.

Quccksilbcrsiiblinmt, so v.w. Quecksilberchlorid.

Qnccksilbcrsulftd,Schwefelgnecksilbcr,Mercnri-snlfid, Berbindnng von Quecksilber und Schwefel,11^8. Als amorphes, schwarzes Pulver erhält manes beim Zusammenreiben von Quecksilber n. Schwe-fel, sowie durch Fällung eines Qnccksilberoxydsalzesmit Schwefelwasserstoff. In kristallinischem Zustandebildet es den durch seine schöne rothe Farbe ausge-zeichneten Zinnober (s. d.), derselbe findet sich in derNatur in hexagonalen, Hochrothen, stark glänzendenKrystallen u. wird künstlich dargestellt, indem manQuecksilber und Schwefel in geeignetem Berhältniß(6:1) mischt u. snbliinirt, od. die schwarze Modifi-cation mir Kalinmpentasnlfid erwärmt. Der Zinn-ober färbt sich am Lichte allmählich braun, zuletztschwarz, eine Folge thcilweiser Zersetzung. Sein spec.Gew. ist — 8,i. Erhitzt man ihn bei Luftabschluß,so wird er erst bräunlich, endlich schwarz, nimmt aberbeim Erkalten seine rothe Farbe wieder an. BeiLuftzutritt erhitzt, verbrennt er mit blauer Flammezu schwefliger Säure, indem sich das Metall ver-flüchtigt; auch durch Kohle, Wasserstoff n. viele Me-talle (Eisen) wird er beim Glühen zerlegt. Säurenwirken nicht auf ihn ein, nur Königswasser löst ihnauchinderKälte unter Abscheidnng vonSchwesel raschauf. Der natürliche Zinnober dient zur Gewinnungdes Quecksilbers, der künstlich dargestellte als Farbeund als Arzneimittel. Hetzer.

Qnecksill>ersulfnr,Halbschwefelqnecksilber,Mer-cnrosnlfid, Berbindnng von Quecksilber u. Schwefel,cs entsteht als schwarzer Niederschlag bei Be-handlung eines Quecksilberoxydulsalzes mit Schwe-felwasserstoff, zersetzt sich aber sehr rasch in Qneck-silbersnlfid und Quecksilber.

Quccksilbersulfuret, so v. w. Qnecksilbersnlfid.

Quecksilberturpcth, Mineralturpcth, Mine-raltnrbith, Pnrpstlmm minoralo, ein citronengel-beS, in Wasser äußerst wenig lösliches Pulver, wel-ches ans basisch schweselsanrem Qnecksilberoxyd(bll-80,-s-2>Irx0) besteht. Man erhält es durch Be-handeln des neutralen Qnecksilbersulfates mit heißem

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Wasser oder durch Fällung einer verdünnten heißenAuflösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd mitschwefelsaurem Natron. Hetzer.

Quecksilbervergiftung , Mercurialkrankheit,die durch die Präparate des Quecksilbers herbeige-führte Vergiftung. Dieselbe kann eine acute sein,wenn zur Vergiftung atzende Präparate, wie dasQnecksilbersnblimat rc., verwendet wurden. Dis Ver-gifteten bekommen die heftigsten Magen-u. Schlund-schmerzen, sehr bald verbreiten sich die Schmerzenüber den ganzen Unterleib, blutiges Erbrechen undblutige, choleraartige Diarrhöe tritt ein u. der Krankestirbt unter Collapsns. In der Leiche findet man dieSchleimhaut des Schlundes, der Speiseröhre, desMagens u. des Darms angeätzt, geröthet, blntfleckigunterlaufen, nicht selten mit tiefer gehenden Geschwü-ren. Die Leichen conserviren sich gut, ähnlich wie diedurch Arsenik Vergifteter. Gegengift ist frisch ge-fälltes Schwefeleisen, als Nothbehcls Milch. Diechronische Q., LlorourialismnZ, entsteht, wennlängere Zeit kleinere Mengen Quecksilber gebrauchtwerden und beobachtet man sie am häufigsten beiSchmicrcuren u. bei innerem Gebrauch von Queck-silberchlorür n. Quecksilberchlorid. Die wesentlichstenErscheinungen bestehen in Speichelfluß (Salivation)mit Lockerung des Zahnfleisches n. höchst übel riechen-dem Athem, allmählich eintretender Abmagerung,chronischem Husten, bisweilen in Bluthusten, unvoll-ständigen Lähmungen, Taubheit u. Blindheit. DieBehandlung besteht in sofortigemAussetzendesQueck-silbergebrauches, sobald sich die ersten Spuren derinercnriellen Mnndaffection einstellen, in Darreich-ung von Jodkali, in warmem Verhalten und reich-lichem Genuß von Milch. Kunze.

Qucckstlbervitriol, so v. w. SchwefelsanresQnecksilberoxyd.

Qucda (Keida), malaiisches Fürstenthum auf derNWKüste der hinterindischen Halbinsel Malakka;reich an Zinn, mit gleichnam. Hauptstadt; ungefähr

20.000 Ew. Es ist ein Vasallenstaat SiamS, stehtaber unter Protektorat der Briten, denen sein Sul-tan schon 1786 die Insel Pinang freiwillig abtrat.

Quedlinburg, 1) sonst reichsnnmittelbaresFranenstift im Obersächsischen Kreise; bestand ans1 Äbtissin, 1 Pröpstin, 1 Dechantin u. 1 Kanonissin;die Äbtissin hatte als vornehmste Reichsfürstin ansdem Reichstage auf der Rheinischen Prälatenbank,so wie auf dem Obersächsischen Kreistage Sitz undStimme u. ihre Erbbeamten. Das Stift stand un-mittelbar unter dem Päpstlichen Stuhle, und dasSchntzrccht übten anfangs die Kaiser ans dem HauseSachsen. Wappen: 2 gekreuzte goldene Credenz-messer in rothem Felde. Gebiet (stadt Q., FleckenDittfnrt, die 2 Vorwerke Münchenhof n. die Gers-dorfer Burg, ein Stück des Ramberges im Unter-Harz) 2 ssZM mit 13,000 Ew. Einkünfte: zuletzt

34.000 Thlr. Das Stift Q. wurde von Otto I. 937gegründet u. die Nonnen von Wenthusen mit ihrerÄebtissin Diemot hierher verlegt. 966 wurde KaiserOttos Tochter Mathilde erste Äbtissin von Q. 993erhielt das Stift vom Kaiser Otto III. das Münz-,Zoll- n. Marktrccht von einem TheilNTHüringens.Nach Nnssterben des Sächsischen Kaiserhauses bliebSachsen das Schntzrccht über das Stift, freilich mit! einigen Unterbrechungen. Kursachsen trat die Erbvog-!tei 1697 um 340,000 Thlr. an Brandenburg ab u.