Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
812
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Quecksübcroxydsalze — Quecksilbcrpräparate.

silber bei Luftzutritt, jetzt stellt man es durch vor-sichtiges Glühen von salpetersanrem Quecksilber dar.Es bildet ei» hochrotstes Pulver oder feste, schwere,rothe Stücke von krystalliuischcr Structur. DurchFällung eines Quecksilberoxydsalzes mit Kalilaugeerhält man es in einer anderen Modificatiou vongelber Farbe. Beide Modificatiouen schwärzen sicham Sonnenlichte unter theilweiser Zersetzung n. zer-fallen beim Glühen inQuecksilbcr n. Sauerstoff. InWasser ist das Q. nicht ganz unlöslich; mit Säurenzusammengebracht liefert es die Q-salze. Unter demNamen Llorenrins xrasoipltatns ruber dient cs alsArzneimittel. Hetzer.

Quecksilberoxydsalze, monatome Qnecksilber-salze, Mercurisalze, entstehen, wenn der Wasserstoffeiner Säure durch das zweiwerthige Quecksilberatom(Mercnricnm) ersetzt wird; man stellt sie entwederdurch Einwirkung der betreffenden Säure ans Qnecksilberoxyd, od. durch doppelte Zersetzung dar. Sicsind meist farblos (das Chromsänrcsalz roth), inWasser od. in Säuren löslich, von scharf metallischemGeschmacke u. sehr gistig; einige werden dnrch vielesWasser in ein lösliches saures u. ein unlösliches ba-sisches Salz von gelber Farbe zerlegt; beim Glühenzersetzen sie sich. Dnrch schweflige Säure, Zinnchlorllru. metallisches Kupfer werden sie zu Metall reducirt.Ein Tropfen Lösung eines Q-s erzeugt ans blankemKupfer einen grauen Flecken, der beim Reiben weißwirdu. beim Erhitzen verschwindet. Erhitzt man einOnecksilberoxydsalz mit kohlensanrem Natron in einerGlasröhre, so bildet sich an den kälteren Theilen desRohres ein grauer Beschlag od. kleine Tröpfchen vonQuecksilber. Schwefelwasserstoff erzeugtin ihnen an-fangs einen weißen Niederschlag, der aber rasch gelbu. braun wird u. sich zuletzt vollständig in schwarzesOuecksilbersulfid verwandelt, während er zuerst anseiner Verbindung desselben mit dem Q. besteht. Kaliu. Natron gibt einen gelben Niederschlag von Queck-silberoxyd, Ammoniak einen weißen, aus einem ba-sischen Doppelsalze bestehenden. Jodkalium fälltrothes Quecksilberjodid, chromsanres Kali dnnkel-rothes chromsaures Quecksilberoxyd. Hetzer.

Quecksilbcroxydul, Merkurooxyd,Verbindungvon Quecksilber u. Sauerstoff, kitzrO; schwarzes, ge-schmack- u. geruchloses Pulver, welches sich am Lichte,sowie unter dem Einflüsse schwacher Basen u. selbstdes Wassers rasch in Quecksilber u. Quecksilberoxydzersetzt. Man erhält es Lurch Fällung eines Q-salzcsmit Kalilauge. Hetzer.

Queckstlbcroxydnlsalze, diatome Quccksiiber-salze, Merkurojalze, chem. Verbindungen, welche da-durch entstehen, daß an Stelle des Wasserstoffes einerSäure das zweiwerthige Doppelatom des Queck-silbers (LA?, Lleronrosuw) tritt. Sie sind meist farb-los, krystallisirbar, von hohem spec. Gew., in Wasserlöslich; einige werden durch Wasser in ein löslichessaures u. ein unlösliches basisches Salz zerlegt. Sicschmecken scharf metallisch u. sind starke Gifte. BeimErhitzen zersetzen sie sich. Man stellt sie Lurch Ans-lösen von Quecksilber oder Quccksilberoxydul in der!betreffende» Säure od. durch doppelteZersetznng dar.!Schwefelwasserstoff erzeugt in ihnen sofort einen!schwarzen Niederschlag von Quecksilbersnlsllr, Salz-.säure u. lösliche Chlormetalle fällen weißes Qneck-silberchlorür. Kali u. Ammoniak geben einen schwar-zen Niederschlag von Qnecksilberoxydul, Jodkalium

einen gelbgrünen von Qnccksilberjodür. Durch Zinn-chlorllr, schwefelige u. phosphorige Säure, Kupfer,Phosphor, Kohle, Eisenvitriol und einige organischeKörper werden sie unter Abscheidung von Quecksilberzersetzt. Dnrch Kochen mit Salpetersäure gehen siein Quecksilberoxydsalze über. Hetzer.

Quecksilberpräripitat, 1) rother, so v. w.Qnecksilberoxyd b); 2) wcißer, s. Quecksilberchlorid.

Qnccksilberpräparate, Nsronrialia,, in derHeilkunst eingeführte Verbindungen des Quecksilbers.1) Das rohte Qnecksilberoxyd, Äsronrius praseipi-tnbns rnkior, auf trockenem u. nassem Wege bereitet;zu Angensalben verwendet. 2) Das Lakomok, Qneck-silberchlorür, ein weißes, in Wasser ».Weingeist un-lösliches Pulver. 3) Der Sublimat, Quecksilber-chlorid, Aore. snstlimatus eorrosivus, in Wasser,Weingeist und Äther löslich; heftiges Gift. 4) Dasrothe Jodqnecksilbcr, Qnecksilberjodid. 5) Das gelbeJodqnecksilbcr, Qnecksilberjodür. 6) Der weiße Prä -cipitat, stbero. praooijiitatus ntbus, Hz-ckrnr^rumnmickntu-biciitoratnm, zu Salben. 7) Das salpete».saure Qnecksilberoxydul, ein krystallinisches Salz, lös-lich. 8) Schwefelqnecksilber, a) schwarz, amorph,.-Lobiiiops minsralis; d) roth, krystallinisch, der Zinn-ober, beide nicht giftig. Außerdem wird auch Lasmetallische Quecksilber (Ickpckrnr^xrnm, Lboronriusvirns) zu Heilzwecken gebraucht, bes. als graue Salbe,d. i. mit Fett so fein verriebe», daß die Qnecksilber-kügelchen selbst unter dem Mikroskop als kleine Punkteerscheinen. Die Wirkung ist je nach den Präparatenund deren Anwendnngsweise eine verschiedene. ImAllgemeinen kann man eine örtliche Wirkung (aufdie Einführnngsstelle) und eine allgemeine (vomBlutans) unterscheiden: beide werden zuHeilzweckenbenutzt. Alle Q. können vermöge ihrer chemischenVerwandtschaft zu den Eiweißstoffen aus Schleim-häuten oder serösen Häuten, in geringerem Gradeschon ans der äußeren Haut, örtliche Reizung u. Ent-zündung veranlassen; dies gilt auch von Len schwerlöslichen, wie dem Calomcl, bei genügender Mengeu. feiner Bertheilung. Die leichtlöslichenQ., bes. derSublimat, besitzen dieseWirkung schon in relativ klei-nen Dosen, u.ingrößerenDosensteigertsichdieselbe biszur Ätzung u. Zerstörung (s. Quecksilbervergiftung);aber auch viele der unlöslichen Präparate gehörenaus demselben Grunde zu den stärksten metallischenGisten. Die örtliche Wirkung der Qnecksilbermiitelwird viclsach arzneilich verwendet, namentlich um betacuten entzündlichen Zuständen durch die Reizungableitend zu wirken. Die Anwendung geschieht La-bei meist äußerlich in Form von Salben (z. B. queck-silberhaltige Angensalben bei Entzündungen der Au-genlider, wobei man auch bisweilen Calomcl trockenin Len Angenlidsack einstäubt). Des Calomels ingrößeren Gaben bedient man sich auch als Abführ-mittel. Das metallische Quecksilber als solches wirdauch bisweilen noch bei Darmverschlingung ange-wandt, um dnrch seine schwere mechanisch die ver-schtungenenDärme zu lösen. WerdendieQnecksilber-verbindungcn in ganz kleinen Dosen in den Körpergebracht, so ist die örtliche Wirkung eine geringe, da-gegen wird die Verbindung ins Blut ausgenommen.Geschieht das genügend häufig, so tritt allmählich dieallgemeine Wirkung des Q-s ein. Dieselbe äußertsich u. A. in einer Verminderung des gesamnrtenStoffumjatzes im Körper, u. letztere ist es, die man