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Presbytcrial- u. Synodolverfassung — Presbyterianer.
überdiesenGegenstand Weizsäcker,Jahrb. fürdeutscheTheol. 1878, DieKirchenverfassnng des apostolischenZeitalters. Mfl-r.
Presbytcrial- n. Synodalverfaffung , die-jenige kirchliche Verfassungsform, nach welcher dieOrdnung, Leitung und Verwaltung der kirchlichenAngelegenheiten für die Localgemeinden bei Presby-terien, flir die Gesammtgemcinden bei Synoden inverschiedenen Abstufungen ruht. Der Begründer derP-Verfassung ist Calvin, der sie aber wegen des Ver-hältnisses zuin GenserStaatc nicht rein durchführenkonnte, sofern die Ältesten nur eine Art Prllfungs-nnd Aufsichtsamt zugetheilt erhielten, während dieStaatsregierung die letzte Entscheidung u. das bür-gerliche Zwangsrccht in Sachen der Zucht behielt.In der rcforunrten Kirche Frankreichs und Schott-lands wurde die P-Verfassung conseqncnter verwirk -i licht, in Frankreich seit 1559 Lurch die Synodalvcr-fasjnng beschränkt. Von Genf ans durch Laski, vonden Niederlanden aus Lurch Flüchtlinge in der Zeitder Verfolgungen Albas verbreitete sich die P-Ver-fasfnng auch in Deutschland, des. nach Frantfnrt a.t L.O., nach den Rheinlauden. In 'Nassau, am Mit-telrhein durch Kurfürst Friedrich II!., in Württem-berg wurden in die Confistorialverfassnng schon im) 18. u. l7.Jahrh. presbyteriale Elemente cingefügt.Über die neuere Einführung von Presbyterien undSynoden in den deutschen, bisher consistorial verfaß-ten Landeskirchen, s. den Art. Gemeinde. Vgl. Lech-ler, Geschichte der P- u. S. seit der Reformation,
! Leyden 1854;Brandes,Gesch.dcrKirchcnverf.,1806;) Heppe, Die P.- u. S. der evangcl. Kirche in Nord-s dcutschlaud, 1868; Richter, Geschichte der evangel.Kirchenvcrfassnng inDeutschland, Lpz.1851. Ws,ler.
Prcsbytcrinncr, gemeinsamer'Name der rcfor-! mirten Partei im Britischen Reiche n. in NAmerika,> welche im Gegensatz zum englischen episkopalen; Staatskirchcnthum auf gründliche Entfernung allesj Papistischen (Puritanismus), ans presbyteriale Kir-! chcnversassung, auf gewisse Lehren, wie die strengePrädestinationslehre, u. Sitten, wie strengste Sonn-tagsheiligung drang. Ihre Geschichte verläuft infolgenden Perioden: 1) Die Keime des Purita-nismus vor Elisabeths Zeit. Da die bedeu-rendstenVertrcterderReformationunterELwardVl.,Hooper, Cranmer, Latimer durch Bullinger, Bucer,Peter Diartyr bes. von der schweizerischen Reforma-tion angeregt u. La viele englische Anhänger der Re-formation mit dieser im Exil unter der blutigenMaria in noch nähere Berührung gekommen waren,so erklärt sich daraus ihr Streben, nicht bloß gründ-s lich die Kirche von allem, was an Papismus erin-nerte, Lu reinigen, sondern anch presbyteriale Ein-richtungen nach England zu verpflanzen. 2) DieP.unter Elisabeth, 1558—1603. Die aus demExil heimgekehrten reformirten Theologen einigtensich hinsichtlich der Unisormitätsacte von 1559 da-hin, inäußerlichenDingennachzugeben, sodaß 1561die meisten Bischofsstühle mit ihnen besetzt wurden.Aber bald, 1563, beschloß die Convocation, ans cru-! stere Durchführung der Reformation zu dringen.Diesen Beschluß hatten mehrere Theologen, die ausGewissensbedenken keine Bischofsstelle annahmen,veranlaßt. Die Königin forderte strenge Durchfllhr-ung der Unisormitätsacte. Diejenigen, welche sichfl sagten,wurdenConsormisten, die Widerstrebenden
No nconformisten, späterDissenterS, genannt.Letztere wurden mit Geld- und Gefängnißstrafen be-legt, ihrer Ämter entsetzt und vielfach verfolgt, dieGeistlichen sogar des Landes verwiesen. Sie ließensich aber nicht unterdrücken; es bildere sich eine eigeneKirchengemeinschast mit Presbyterialverfassu-ng undeine förmliche Trennung innerhalb der ReformirtenKirche Englands. Ein Prediger Field zu Wands-worlh bei London errichtete 1572 daselbst ein förm-lich organisirtes Presbyterium, dessen Pflichten un-ter dem Titel Verordnungen von Wandsworth aus-gezeichnet wurden. Bald entstanden nun in allenTheilen Englands Presbyterien, u. unter Elisabethgab es schon 100,000 Anhänger derselben, welcheden Namen P. erhielten u. ihre Grundsätze immerweiter ausbildeten. Sie verwarfen die bischöflicheKirchenverfassung als nicht nach göttlichem Recht be-stehend; sie erklärten alle Diener der Kirche für völliggleich; sie wollten die Kirche ans der engen Verbind-ung mit dem Staate Herausreißen n. forderten, daßjede einzelne Kirchengemeinschaft durch Presbyterien,die ganze Kirche durch die Beschlüsse der aus densel-ben gebildeten Synoden, welche von der Obrigkeitzu bestätigen seien, geleitet werde; sie verwarfen allepriesterliche Kleidung, das Zeichen des Kreuzes, dasNeigen des Hauptes beim Namen Jesu, das Knienbeim Abendmahl, dic Taufpathen, dieConfirmation,die Gebete nach Formularen, die bestimmten Peri-kvpen, die Glocken, Orgeln, Altäre, selbst die kirchli-chen Feste u. Festzeiten, während sie den Sonntagmit sabüathlicher Strenge feierten. Einige wollten,unter Verwerfung der Presbyterien für jede beson-dere Gemeinde, eine selbständige Regierung dnrchallgemeine Versammlungen, u. bildeten eine beson-dere Partei, die Brownisten, später Congrega-tionalisten oder Independenten, schon seitl560. Bei dem schroffen Gegensatz gegen die herr-schende Kirche wurden dis Verordnungen aus dasStrengste gegen sie vollzogen. 3) P. unter denStuarts bis zur Revolution, 1603—1640.Schwerer Druck kam über sie unter Jakob I., weiler ihr Unabhängigkeitsgefühl für politisch gefährlichhielt: er gebot ihnen Stillschweigen und Befolgungder bischöflichen Liturgie. Karl I. ging noch weiterin seinen Verfolgungen u. als er de» Scholien sogarBischöfe aufdrängte, so entstanden ernstliche bürger-liche Unruhen. Die schottischen P. schlossen 1637 einBündniß.Covenant (daher Covenanter genannt), umsich der bischöflichen Verfassung u. der englischen Li-turgie zu erwehren. 4) Die Herrschaft der P.während der Revolution u. der Republik,1640—1660. Auch die Engländer, welche Wieder-einführung des Katholicismus fürchteten n. die Er-mordung der Protestanten in Irland, das LcischeBlutbad 1641, dem König znschrieben, standen nachlange» Streitigkeiten ihres größtentheils presbyte-rianischen Parlaments förmlich im Bürgerkriege ge-gen den König auf, welchen sie endlich gefangennahmen u. enthaupteten, schassten die bischöfliche Li-turgie u. Kirchenverfassung 1645 ganz ab u. sührtendie presbyteriauische ein. Mit Cromwells Protecto-rat übrigens erlangte der Jndependentismus dasÜbergewicht, wenigstens in England, wobei zwarLerPresbyterianismus zum Nationalglauben erklärt,jedoch allen Dissentircnden, außer Papisten u. Epi-skopalisten, Duldung gewährt wurde. 5) Verfolg-
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