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Praya Granda — Predigerscminar.
Hauer, scheint etwa gegen 392 v.Chr. inAthen geborenzu sein. Mit ihm u. Skopas (s. d.) begann das Zeit-alter des schönen Stiles. Bor Skopas, dem er sonstnahe verwandt war, hatte P. eine größere Vielseitig-keit und eine fruchtbarere Phantasie voraus. Manfindet von ihm gegen 50 einzelne Werke verzeich-net, darunter mehrere figurenreiche Gruppen; er ar-beitete nicht bloß in Marmor, sondern auch in Erz.Mit Vorliebe behandelte P. das Weiche, Zarte weib-licher jugendlicher Gestalte», u. wenn er auch leiden-schaftliche Scenen ohne Zweifel mit Meisterschaft dar-zustellen wußte, so wendete er sich doch mit großerEntschiedenheit der Ruhe einer süß träumerischen, zusanfter Schwärmerei erregten Stimmung zu, umseinem Streben nach sanfter Anmnth zu gcnngcn.Als sein bedeutendstes Werk gilt die Venus von Kni-dos (in der Münchener Glyptothek eine Nachbildungderselben). Hieran reiht sich die Venus von Melos(im Louvre zu Paris), die edelste Darstellung derLiebesgöttin, welche die Welt besitzt. Außerdemmeißelte P. noch vier Statuen der Aphrodite, dar-unter eine bekleidete für KoS, mehrere des Eros,darunter die hochberühmte von Thespiä; den Ei-dechsentödter Apollo (A. Sauroktonos), ein Erzbild;eine Anzahl von Gestalten aus dem Sagenkreise desDionysos, namentlich ein Paar berühmte Satyrn,dieStatuederPhryne, eine hochgeschürzte Artemis rc.Von Einigen wird auch die Niobidengruppe P. zu-oeschrieben, doch dürfte sie eher ein Werk von Sko-pas sein. R-gn°t.
Praya Grande, alter Name von Nictheroy (Ni-therohy), Hauptstadt der brasilianischen Provinz Riode Janeiro, s. d. I).
Preanger Regentschaften, Residentie auf derSWKllste der Sunda-Insel Java, ein Berglandmit sehr fruchtbaren Thälern und landschaftlichenSchönheiten, aber auch mehreren Vulkanen, darun-ter dem Galunggong. Hauptort u. Sitz des Residen-ten ist Tjandjur iin Inneren.
Preble, County im nordamerikan. UnionsstaateOhio, 40° n. Br., 84" w. L.; 21,809 Ew.; Haupt-art: Eaton.
Precär (v. Lat.), unsicher, ungewiß.
Prekareihandel, derHandel zwischen im Kriegemiteinander begriffenen Nationen unter der Flaggeeiner dritten neutralen 'Nation.
preosrlo (lat.), bittweise, aus Widerruf.
precarlum (lat.), die Ueberlassung der Ausübungdes Eigenthums oder irgend eines anderen Rechtesauf beliebigen Widerruf. Das k., dem meist eineBitte vorausgeht, ist kein eigentliches Rechtsgeschäst,der Empfänger(Prccarist) tritt nur in einen juristischdes. qualificirten Besitz; der Geber aber hat zur Wie-Lercrlangung des Besitzes ein besonderes Jnterdict,welches auch gegen die Erben gerichtet werden kann.
preces (lat.), 1) so v. w. Gebet; 2) kirchliche Für-bitten; das Accidenz dafür P-Gelder.
sprecht!, Johann Joseph, Ritter von, be-rühmter Technologe, geb. 16. Nov. 1778 zu Bi-schofsheim a. d. Rhön; studirte zu Würzburg Jura,trat 1802 beim Neichshosrath ein u. befaßte sich vonnun an fast nur mit chemischen, physikalischen undmathematischen Studien. Er schr. 1805 das preis-gekrönte Werk: Über die Physik des Feuers od. Sy-stem der Brennstofsjparkunst, erhielt 1809 den Auf-trag, zu Triest eine Real- u. Navigations-Akademie
zu errichten, wurde 1810 Lehrer der Physik n. Che-mie au der Realschule zu Wien u. 1815 Director desvon ihm ins Leben gerufenen polytechnischen Jnsti-tuts daselbst, welches sich unter seiner Leitung zugroßer Blnthe entwickelte. 1818 wurde er zum wirk-lichen Regierungsrath ernannt u. 1849 unter Er-Hebung in den Ritterstand in den Ruhestand versetzt.Er st. 28. Oct. 1854 zu Wien. Sein Hauptwerk istdie Technische Encyklopädie, Stuttg. 1830—55, 29Bde.; Supplement, 1857 — 69, 5 Bde.; ferner:Grundlehren der Chemie in techn. Beziehung, 2.A.Wien 1817—18, 2 Bde.; Anleitung zur zweckmäßi-gen Einrichtung von Apparaten zur Beleuchtung mitSteinkohlengas, 1818; Theoretische Dioptrik, 1828.Außerdem Abhandlungen in Zeitschriften. Glatz-i.
Prechtlcr, Otto, öftere. Dichter, geb. 21. Jan.1813 zu Grieskirchen; studirte in Wien Theologieu. war schon ins Kloster eingetreten, als er sich derLiteratur zuwandte, durch Grillparzer u. Fenchters-leben darin gefördert. 1834 fand er ans des ElfterenBemühung auch Anstellung im Staatsdienst u. ward1856 Grillparzers 'Nachfolger als Archivdirecwr imFinanzministerium. Als Erstlinge ließ er erscheinen:Dichtungen, Wien 1836; Die Braut ans Süden,dram. Dichtung, cbend. 1836. Diesen folgten einegroße Reihe von Bühnenstücken, meist nur als Ma-nuscript gedruckt n. ausgesührt, ohne daß sie sich je-doch aus dem Repertoir halten konnten; darunter:Jssendiar, 1843; Die Kroncnwächter, 1844; KönigHeinrich IV. von Deutschland, 1846; Die Rose vonSorrent, 1849; Johanna von 'Neapel, 1850; Ge-dichte, Wien 1844; Das Kloster am See, Epos,Prag 1847, 2. A. Gmund. 1869 als das Kloster amTranensec, ein Echo in Liedern; Zeitstimmen ansdem Jahre 1848, Wien 1849; Zeitlosen, politischeGedichte, ebd. 1855. Er schrieb eine Menge Opern-texte, deren bekanntester: Diana von Solanges, vomHerzog Ernst von Koburg componirt. Seit seiner1866 erfolgten Pensionirung zog er sich nach Linzzurück und veröffentlichte seitdem an Dichtungen:Sommer u. Herbst, Stuttgart 1870; Zeit-Accorde,Linz 1873; Das Paradies der Kronprinz Rudols-Bahn, ebd. 1874; Accorde von der Gisela-Bahn,ebd. 1878. Steller.
Precigne, Marktflecken iin Arr. La Flöche deSfranz.Dep. Sarthe, Station (Pince-P.) verfranz.Westbahn; Waisenhaus; Fabrikation von Tuch, ge-malten Fenstern, Ol, Seiler- und Töpferwaaren;Kalkbrennerei,Ziegelbrennerei,Mineralquelle; 1817:1380 Ew. (Gem. 2697).
sirLvipitanäo (ital.), so v. w. Accelerando.
Predell (italien. prockslla, vom althochdeutschenpret, Brett), eigentlich Schemel, Stuhl, Bank, derfeste Hinterbau am Altar, ans welchem der gothischeSchrank steht; die untere Stufe eines Altarbildes,auch das Gemälde darauf.
Prediger Salomonis, s. u. Salomo.
Predigerseminar, im Allgemeinen eine An-stalt, in welcher junge Theologen gebildet werden.Diese Anstalten zerfallen in zwei Klassen. Auf fastallen Universitäten bestehen nämlich Seminarien, indenen die Mitglieder derselben in wissenschaftlicher,selbständiger Arbeit geübt werden. Zur Prämiirnnzder für tüchtig befundenen Arbeiten sind Fonds ans-gcsctzt. Hiervon zu unterscheiden sind die Seminn-rien, welche als Convictc bestehen. Auch diese unttr-
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